Die magere Trockenwiese

Trockenwiese

Auf trockenen Standorten setzen sich genügsame Blumen und Stauden durch.

Wo Nährstoffe und Wasser Mangelware sind, können Gräser, Löwenzahn oder Ampfer nicht in gewöhnlicher Manier wuchern. Daher haben zartere, konkurrenzschwache Wiesenkräuter auf kargen Böden ihren großen Auftritt. Die purpurn leuchtende Karthäuser-Nelke oder der violette Wiesen-Salbei sind Charakterarten solcher Standorte. Damit sie sich dauerhaft etablieren, braucht es Sonne und einen gut abgemagerten Boden. Das heißt: In den bestehenden Gartenboden reichlich Sand einarbeiten und das anfallende Mähgut stets über den Kompost entsorgen. Dadurch wird der Boden im Laufe der Zeit immer ärmer an Nährstoffen und somit reicher an unterschiedlichen Blumenarten. Wer schnell eine reiche Magerwiesenvielfalt wünscht, muss erstmal schuften: Den bestehenden Oberboden etwa 40 cm tief abtragen. Die entstandene Grube 20 cm hoch mit einer Dränage aus grobem Schotter/Kies füllen, den Rest mit Magerbodenmischung (etwa 9 Teile Sand : 1 Teil Kompost) auffüllen. Dann eine wirklich gute Wiesenmischung aussäen. Diese besteht aus einheimischen, mehrjährigen Kräutern, nicht aus kurzlebigen Exoten, die schnell für Farbe sorgen und dann wieder verschwinden. Bewährtes Saatgut bieten zum Beispiel Hof Berggarten oder Syringa.

Der optimale Zeitpunkt der Aussaat ist weniger am Kalender festzumachen als an der aktuellen Wetterprognose: Nach der Aussaat sollte es möglichst mehrere Wochen lang feucht sein. Die heranwachsende Wiese muss gleich im ersten Jahr dreimal gemäht werden. Das mag schwerfallen, aber nur so können eingeschleppte, konkurrenzstarke Einjährige an der weiteren Ausbreitung gehindert werden und sich die gewünschten langlebigen Blumen etablieren. Ab dem zweiten Standjahr nur noch einmal jährlich mähen und zwar jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt, zum Beispiel immer dann, wenn die Samen der Flockenblume ausfallen. Für die Artenvielfalt ist eine Staffelmahd förderlich: Dabei wird ein Teil der Wiese eben zum Zeitpunkt der Flockenblumen-Samenreife gemäht, der andere Teil etwa drei Wochen später. So kommen mehr Blumenarten zum Aussamen und tierischen Wiesenbewohnern bleibt stets eine Rückzugsmöglichkeit.

» Gartenpraxis: Die frische Fettwiese

Praxis-Tipp: Klappertopf säen

Der Klappertopf (Rhinanthus) ist ein Halbschmarotzer, der die Wurzeln von Gräsern anzapft und ihre Ausbreitung hemmt. Zarte Wiesenblumen sind dadurch nicht so starker Konkurrenz ausgesetzt und können sich besser entfalten. Der hübsche Klappertopf ist einjährig. Um ihn zu erhalten, darf die Wiese daher erst nach Ausfall seiner Samen (Anfang Juli) gemäht werden.

» Gartenpraxis: Wiesenstauden

Wiesenstauden für sonnig-karge Standorte

Diese zwölf genügsamen Gesellen trotzen Hitze, Trockenheit und Nährstoffmangel. Sie eignen sich bestens für die Südseite des Hauses, sonnige Böschungen oder Bereiche, in denen Bauschutt und Kies andere Pflanzen kümmern lassen. Mit von der Partie sind Wildformen, vor allem aber gärtnerische Auslesen mit besonderem Flor.

Linum flavum ‘Compactum’ (Gold-Flachs) ist eine nur 20 cm hohe Auslese der heimischen Wildform. Reiche Blüte bis Oktober!
Lychnis viscaria ‘Plena’ (Gefüllte Pechnelke) gibt eine vortreffliche Schnittstaude mit großer Leuchtkraft ab.
Salvia verticillata ‘Purple Rain’ (Quirlblütiger Salbei) zieht Bienen magisch an. Blüht im Juli mit einer Nachblüte im Herbst.
Anthemis tinctoria ‘Susanna Mitchell’ (Färberkamille) ist ein dezenter Dauerblüher (Juli bis September) mit silbergrauem Laub.
Salvia pratensis ‘Rose Rhapsody’ (Wiesen-Salbei) ist ebenso wie die violette Wildart eine wertvolle Nahrungsquelle für Hummeln.
Geranium sanguineum ‘Apfelblüte’ (Blut-Storchschnabel) zeigt eine rote Laubfärbung im Herbst. Ist zart und dabei überaus robust.
Campanula glomerata ‘Acaulis’ (Zwerg-Knäuel-Glockenblume) wird nur 20 cm hoch und breitet sich gern durch Selbstaussaat aus.
• Anthyllis vulneraria ssp. coccinea (Wundklee) bereichert mit seinem beeindruckenden Rot die Steingärten und Magerrasen.
Sedum Telephium-Hybride ‘Herbstfreude’ (Hohe Fetthenne) zählt zu den besten, standfestesten Fetthennen überhaupt.
Briza media (Herz-Zittergras) entwickelt sich auf mageren wie reichen Böden prächtig. Bestens für die Trockenbinderei geeignet.
Scabiosa ochroleuca ‘Moon Dance’ blüht in verschwenderischer Fülle auf nur 40 cm hohen Stielen vom Juli bis zum Frost!
Dianthus deltoides ‘Arctic Fire’ (Heide-Nelke) zeigt ein lebendiges Farbspiel von Juni bis August. Neigt zur Selbstaussaat.
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