Der Ziergarten im September

Buchsbaum pflanzen

Mit dem September beginnt wieder die Pflanzzeit im Ziergarten.

Pflanzzeit für Immergrüne

Der Spätsommer bzw. frühe Herbst ist der beste Termin fürs Pflanzen immergrüner Laub- und Nadelgehölze. Schließlich verdunsten sie über ihre ganzjährig grünen Blätter auch in der kalten Jahreszeit Wasser. Und das kann nur nachgeliefert werden, wenn die Gehölze vor dem Winter Gelegenheit hatten, gut einzuwurzeln. Ab Anfang September, solange der Boden noch warm ist, kommen Stechpalme, Eibe, Lorbeer-Kirsche & Co. ins gemachte Beet.

Auch das Umsetzen älterer immergrüner Gehölze gelingt jetzt am sichersten, allen voran bei solchen mit dichtem, fein verzweigtem Wurzelwerk wie Rhododendron und Buchsbaum. Gepflanzt wird am besten an einem bedeckten Tag. Die neu gesetzten Sträucher unbedingt auch nach dem erstmaligen Angießen bei längerer Trockenheit durchdringend wässern. Eine Mulchschicht von etwa fünf Zentimeter Höhe hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

» Gartenpraxis: Mulchen

Mit Ballen oder wurzelnackt? Immergrüne werden gewöhnlich als Containerware oder mit Ballen angeboten. Nur einige Hecken-Jungpflanzen sind gelegentlich wurzelnackt, also ohne Erdballen zu haben, zum Beispiel Eibe, Thuja, Buchs und Lorbeer-Kirsche. Ihr Vorteil: Sie kosten deutlich weniger und wachsen bei fachgerechter Herbstpflanzung meist tadellos an.

Allerdings gibt es wurzelnackte Immergrüne nur bis zu einer bestimmten Größe. Und der Umgang mit ihnen verlangt etwas Fingerspitzengefühl. In Containern gewachsene Gehölze trocknen nicht so leicht aus, verlangen keinen besonderen Schnitt und wachsen ohne „Pflanzschock“ problemlos an. Achten Sie beim Kauf auf einen gut durchwurzelten, aber keinesfalls verfilzten Ballen. Sehr dichtes Wurzelgeflecht lediglich etwas anritzen.

So geht bei wurzelnackten Pflanzen nichts schief

• Wie der Name schon sagt, sind die Wurzeln nackt, also gänzlich ungeschützt. Austrocknender Wind und Sonne führen rasch zu irreparablen Schäden. Die Gehölze daher sofort pflanzen oder, wenn das nicht möglich ist, im Gartenboden einschlagen. Kurzfristige Lagerzeiten lassen sich durch Abdecken mit feuchten Tüchern überbrücken.

• Wurzeln, die beim Ausgraben der Gehölze abgerissen oder verletzt wurden, sauber nachschneiden. Überlange Wurzeln etwas einkürzen. Die feinen Faserwurzeln aber schonen! Sie sichern das rasche Anwachsen. Zum Ausgleich für verlorene Wurzelmasse auch die oberirdischen Triebe um etwa ein Drittel zurückschneiden. Ausnahme: Bei Nadelgehölzen wie Scheinzypresse und Thuja den Mitteltrieb zunächst nicht einkürzen.

• Die Gehölze vor dem Pflanzen für etwa eine Stunde in Wasser stellen. So können sie eventuell vorhandenen Mangel zügig ausgleichen.

» Praxis-Tipps: Hecken schneiden

Praxis-Tipp: Zweijährige auspflanzen

Stockrose, Fingerhut, Bartnelke, Goldlack etc., die im Sommer ausgesät wurden, jetzt an ihren endgültigen Platz im Garten setzen. Auch spontan aufgegangene Sämlinge, die an ihrem derzeitigen Standort stören, lassen sich nun gut umsiedeln.

Gefahr durch schöne Beeren?

Schönfrucht (Callicarpa bodinieri ’Profusion’), Skimmie, Eibe, Pfaffenhütchen oder Schneebeere – allesamt dekorative Sträucher, allerdings mehr oder weniger giftig. In Gärten mit Kindern ein Problem? Wohl eher selten wird ein kleiner Entdecker auf Blättern oder Nadeln herumkauen. Anders sieht es mit den verführerisch leuchtenden Früchten aus.

Tipp: Statt sich aus Vorsicht ganz von diesen Gehölzen zu trennen, die Fruchttriebe einfach für die Vase abschneiden bzw. die Früchte auspflücken. Zumindest solange, bis man mit den Kleinen vernünftig reden kann …

» Blatt & Blüte: Herbstliche Frucht-Bar

Hortensien trocknen

Sie ist eine unverzichtbare Spätsommerschöne mit geradezu barocken Blütenbällen, die selbst im Vergehen noch bezaubern. Im Abblühen sind sie außerdem genau richtig, um für den Winter ein paar Stängel zu konservieren. Dazu die Blüten mit einem kurzen Stiel an einem regenlosen Tag schneiden. Kopfüber an einem luftigen, dunklen Ort aufgehängt, trocknen sie rasch, werden aber recht zerbrechlich. Folgende Methode macht sie haltbarer und schont die Farben: Kleine Vasen 2–3 cm hoch mit einer Wasser-Glycerin-Mischung (2:1) befüllen, je einen Blütenstängel hineinstellen und langsam austrocknen lassen.

Wenn erste Blumenzwiebeln locken

BlumenzwiebelnOft schon im August füllen sich die Regale der Gartencenter mit den bunt bedruckten Packungen frühlingsblühender Zwiebel- und Knollenpflanzen. Kaum möglich, unbeeindruckt daran vorbeizugehen!

Landet also die eine oder andere Portion Krokusse, Narzissen oder Tulpen in Ihrem Korb, bewahren Sie die braunen Kraftpakete bis zum Pflanzen dunkel, trocken, luftig und kühl (um 15 bis 18 Grad) auf. Dicht verschlossene Folienbeutel zuvor öffnen. Durch falsche oder zu lange Lagerung büßen Zwiebeln und Knollen viel Energie ein und ihre Triebkraft sinkt. Zudem können sich Pilzkrankheiten breit machen. Ab Mitte September beginnt dann die Pflanzzeit.

Vitalitätsschub für Stauden

Stauden teilenBereits verblühte Stauden, die überaltert und blühfaul geworden sind, lassen sich jetzt teilen. Sie wurzeln dann bis zum Winter noch gut ein und starten im Frühjahr gleich richtig durch.

Alle oberirdischen Teile auf eine Handbreit zurückschneiden. Den Wurzelballen mit der Grabegabel aus dem Boden heben und mit Messer oder Spaten in etwa faustgroße Stücke teilen. Eingenistete Unkräuter dabei sorgfältig entfernen. Die Wurzeln um etwa die Hälfte kürzen, damit sie beim Pflanzen nicht umknicken, sondern senkrecht in die Erde kommen. Die Teilstücke dann an neuer Stelle so tief in den gut gelockerten, mit Kompost verbesserten Boden setzen, wie sie zuvor standen. Andrücken und angießen.

» Gartenpraxis: Stauden teilen

Im September nicht vergessen

• Jetzt ist der ideale Zeitpunkt für die Neuansaat von Rasen.
• Rosen mit einem Kalium-Magnesium- Dünger (Patentkali) versorgen. Das verbessert ihre Winterhärte.
• Dahlien weiterhin ausputzen, bei Trockenheit gießen und die schweren Blütenstängel stützen.
• Winterharte Einjährige wie Korn- und Ringelblume, Klatsch-Mohn und Jungfer im Grünen direkt ins Beet säen. Sie blühen dann besonders früh.

» Der Nutzgarten im September

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