Der Traum vom Präriegarten

Aster laevis im Präriegarten Coreopsis bzw. Mädchenauge
Ein farbenprächtiger, ganz pflegeleichter Garten. Mit wogenden Gräsern, blühenden Stauden. Ein Garten, der am schönsten ist, wenn die Sonne am wärmsten lacht: im Spätsommer. Der Traum vieler Menschen ... Nun, selten werden Träume so leicht wahr wie in diesem Falle: Ein Präriegarten muss her.

Präriepflanzen - das sind nicht nur Gräser

Ein Traum? Wilde Bisonherden jagen am Horizont dahin. Stets gefolgt von der obligatorischen Staubwolke, die die rasenden Zottelberge aus dem völlig ausgedorrten Boden stampfen. Außer ein paar Gräsern kann hier doch nichts wachsen ... So in etwa stellen wir uns landläufig wohl die Prärie vor.

Und doch stammen viele unserer beliebtesten Gartenstauden aus eben dieser nordamerikanischen Wiesenlandschaft: Astern sind darunter, das Mädchenauge, die Scheinsonnenhüte (Echinacea), die Kokardenblume, die Sonnenbraut, die Sonnenblumen, der Phlox ...



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Unterschiede zwischen Kurzgras- und Hochgrasprärie

Einige von ihnen gedeihen tatsächlich in sehr niederschlagsarmen Gegenden, der sogenannten Kurzgrasprärie. Die meisten aber fühlen sich in der Hochgrasprärie zu Hause, die einen eher frischen, nährstoffreicheren Boden zu bieten hat.

Somit kann auf nahezu jedem Gartenboden ein pflegearmer Präriegarten verwirklicht werden. Ein Garten, der durch seinen dichten Bewuchs kaum noch Unkraut durchkommen lässt und sich weitgehend selbst versorgt. So bleibt viel Zeit zum Genießen und Träumen ...

Anlage und Pflege des Präriegartens

Präriestauden brauchen durchlässigen Boden. Schwerer Ton oder Lehm sollte daher durch Beimengung von Sand, Splitt oder Lava durchlässiger gemacht werden.

Nach der Pflanzung wird eine 7-8 cm dicke Schicht dieser Materialien als Mineralmulch um die Pflanzen verteilt. Sie schützt den stellenweise noch nackten Boden vor Erosion und vermindert das Unkrautaufkommen von unten. Unkrautsamen, die von oben einfliegen, keimen zwischen den wärmespeichernden Steinchen allerdings gut.

Anfangs muss also regelmäßig gejätet und gewässert werden. Ist die Pflanzendecke nach spätestens zwei Jahren geschlossen, reduziert sich das Jäten aber auf einen Kontrollgang alle drei Wochen während der Vegetationsperiode. Weiteres Gießen, Düngen, Stäben oder Teilen der Pflanzen ist im Präriegarten nicht nötig.

Über den Winter bleibt alles stehen. Erst Ende Februar/Anfang März wird der gesamte Bewuchs dicht über dem Boden gekappt (bei großen Flächen per Sense oder Freischneider), abgeräumt und kompostiert.

» Pflanztipp: Präriestauden fürs Sonnenbeet

Bild links: Präriestauden im Beet. Illustration von Sabine Weber.

Zwiebelblumen sind ideale Partner

Die meisten Präriepflanzen kommen nur langsam in Schwung. Sie sollten daher von im Frühjahr blühenden Zwiebelgewächsen ergänzt werden, die locker in der Pflanzung verstreut sind.

Meist benötigen diese nicht viel Platz, da sie bald nach der Blüte wieder einziehen. Sehr empfehlenswerte, aus Nordamerika stammende Arten sind die himmelblaue Prärielilie (Camassia cusickii, oben im Bild) und der Nickende Lauch (Allium cernuum). Beide blühen ab Mai.

Lange Blütezeit

Viele Präriestauden blühen bis tief in den Herbst hinein. Die Kokardenblume (Gaillardia) etwa bis Oktober, die Vernonie gar bis November.

Auch später, den ganzen Winter über, sind die strukturreichen Fruchtstände der Stauden und Gräser eine Augenweide.

Wer Frühblüher gesetzt hat, sollte aber Anfang Februar mähen, damit diese sich ungestört entwickeln können. So zeigt das Prärie-Beet auch schon sehr zeitig im Jahr Farbe.


Pflanztipp: Das Präriestaudenbeet

Den Prärielandschaften Nordamerikas nachempfunden sind duftig wirkende, pflegeleichte Pflanzungen, die sich vor allem für offene Flächen mit gut durchlässigem, sandigem Boden eignen. Wir stellen einige empfehlenswerte Pflanzen, verbunden mit Pflanzentipps, als Beispiel für ein effektvolles Prärie-Beet vor.

Die Illustration zeigt einen langgestreckten Präriegürtel. Im Vordergrund deutlich hervorgehoben (und markiert durch den braunlaubigen Storchschnabel) ist ein exemplarischer Block von sechs Quadratmetern Fläche. Die Mengenangaben bei den Pflanzenporträts beziehen sich also auf diese sechs Quadratmeter.

Es wird, wie im Präriegarten typisch, sehr dicht gepflanzt, etwa sieben Stauden pro Quadratmeter (Kugel-Lauch nicht mitgerechnet). Alle verwendeten Pflanzen stammen aus der nordamerikanischen Prärie und wachsen bei uns in frischem bis trockenem, durchlässigem Boden in voller Sonne.



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Pflanzen für ein Prärie-Beet – elf Porträts

1) Der Dunkle Storchschnabel (Geranium maculatum ‘Espresso’, 4 Pflanzen) erfreut durch sein schokoladenbraunes Laub. Von Mai bis Juli gibt's rosa Blüten dazu. Nur 40 cm hoch

2)
Die Indianernessel (Monarda fistulosa, 6 Pflanzen) blüht von Juli bis September in Rosa, Violett oder auch Tiefrot, je nach Sorte.

3)
Der Anis-Ysop (Agastache foeniculum, 6 Pflanzen) ist eine standfeste Teestaude mit intensivem Anisaroma und sehr ausdauernder Blüte. Heißt ganz zu Recht auch Duftnessel...

4)
Das Tautropfengras (Sporobolus heterolepis, 6 Pflanzen) ist mit seinem grazilen Wuchs ein wunderbarer "Weichzeichner" im Beet. Absolut einzigartig: Es duftet! Etwa 50 cm hoch

5)
Der Gelbe Scheinsonnenhut (Echinacea paradoxa, 6 Pflanzen) strahlt farblich aus der sonst rosa-violetten Pflanzung heraus.

6)
Der Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum, 3 Pflanzen) präsentiert besonders lange Blütenkerzen auf hohen, quirlförmig beblätterten Stielen. Seine markante Wuchsform behält auch im Winter ihre strukturgebende Wirkung.

7) Das Präriegras (Schizachyrium scoparium, 3 Pflanzen) bildet dichte Horste aus graugrünem Laub, das sich im Herbst leuchtend rotbraun färbt. Silbrig-braune Blüten. Etwa 100 cm

8)
Die Prachtscharte (Liatris spicata, 6 Pflanzen) ist mit ihren lila Blütenwalzen ein echter Schmetterlingsmagnet. Dank ihres grasartigen Laubes das ganze Jahr über ein Hingucker

9)
Das Yuccablättrige Mannstreu (Eryngium yuccifolium, 3 Pflanzen) verleiht durch seinen sparrig verzweigten, etwa 150 cm hohen Wuchs dem ganzen Beet Struktur. Bei winterlichen Kahlfrösten bitte mit Reisig abdecken

10)
Das Indianergras (Sorghastrum nutans, 2 Pflanzen) wird dank seiner kupferfarbenen Blütenrispen auch Goldbartgras genannt. Aufrechter Wuchs mit etwa 130 cm Höhe

11)
Der Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon, ca. 12 Pflanzen) tanzt mit purpurfarbenen Blüten fröhlich durchs Beet.

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