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Zierkirsche

In Japan ist die blühende Zier-Kirsche der Inbegriff fürs Frühlingserwachen.

Zier-Kirschen erfreuen uns Ende März/Anfang April mit ihren weißlichen oder rosa überhauchten Blütenbüscheln. Die Tokio-Kirsche (Prunus yedoensis) wächst als kleiner Baum oder großer Strauch mit breit-aufrechter Krone. Sie wird bis zu 8 m hoch und fast ebenso breit. Sie wurzelt gerne in frischen bis feuchten und nährstoffreichen Böden und steht am liebsten sonnig. Prunus subhirtella ‘Autum-nalis’ schickt bei milder Witterung sogar schon im November weiße Blüten (rosa: ‘Autumnalis Rosea’) vor, dann nochmals ab März. Sehr früh blüht auch ‘Accolade’.

Die Kornelkirsche ist keine Kirsche, sondern eine Hartriegel-Art (Cornus mas). Der Strauch wird vier bis sechs Meter hoch. Schon ab Ende Februar/Anfang März öffnet er seine kleinen gelben Blüten – von den Insekten schon sehnlichst erwartet. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Im Garten toleriert die Kornelkirsche auch leicht saure, feuchtere Böden, verträgt aber keine Staunässe. Düngen mit reifem Kompost im Frühjahr ist völlig ausreichend. Hitze und Trockenheit machen ihr ebenso wenig aus wie starker Wind. Ein kräftiger Rückschnitt ist möglich, sodass Sie die Kornelkirsche auch zu schmalen Hecken formen können. Ihre ab September reifenden, länglich-roten Früchte lassen sich zu Saft, Marmelade und Likör verarbeiten. Dazu eignet sich z. B. die großfrüchtige ‘Jolico’ gut.

Die traditionsreiche Echte Quitte (Cydonia oblonga) feierte in den vergangenen Jahren ihr Comeback. Das mag auch an ihren großen, weißen Einzelblüten liegen, die von Mai bis Juni die einjährigen Triebe zieren. Weitestgehend anspruchslos, ist sie jedoch empfindlich gegenüber Bodenverdichtungen.

Die weiß, rot, rosa oder orange blühenden Schein- oder Zierquitten (Chaenomeles) gehören ebenso zum Frühlingsgarten wie Forsythien, mit denen sie sich prima kombinieren lassen. Scheinquitten blühen je nach Sorte meist schon ab Ende März am mehrjährigen Holz. Sie bevorzugen guten, tiefgründigen Gartenboden. Die 80 bis 120 Zentimeter hohen Sträucher eignen sich auch als Hecke, sie vertragen starken Schnitt.

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Die Korkenzieher-Hasel (Corylus avellana ‘Contorta’) ist unverkennbar mit ihren bizarr gewundenen Zweigen. Besonders im laublosen, mit Blütenkätzchen übersäten Frühjahrskleid wird sie zum Blickfang im Garten. Ihr „großer Bruder“, die Gewöhnliche Hasel, ist bekannt für ihre bei Mensch und Eichhörnchen beliebten Früchte, die Haselnüsse. Der Großteil der im Handel erhältlichen Haselnüsse kommt jedoch von der verwandten Lamberts-Hasel (C. maxima).

Scheinhaseln (Corylopsis) gehören zu den Zaubernussgewächsen und haben gemeinsam mit ihnen die frühe Blütezeit. Die becherförmigen Blüten von Willmotts Scheinhasel (C. willmottiae, rechts) erscheinen von März bis Mai und sind in Trauben angeordnet. Der Strauch bevorzugt Halbschatten und sandigen, frischen bis feuchten Lehmboden. Überreich, aber kürzer blühend: die nur ein bis 1,5 Meter hohe Armblütige Scheinhasel (C. pauciflora).

Felsenbirnen (Amelanchier) schmücken sich ab April mit weißen Sternblüten – apart zum kupferfarbenen Blattaustrieb! Mit Birnen hat der bis zu acht Meter große Strauch nichts zu tun: Die ab Anfang Juli reifenden Früchte erinnern optisch und geschmacklich eher an Heidelbeeren. Man muss beim Ernten allerdings schneller sein als die Vögel! Felsenbirnen sind anspruchslos, vertragen aber keine Bodenverdichtung. Schick im Herbst: Die ovalen Blätter leuchten dann in Gelb-, Orange- oder Rottönen.

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Die Chinesische Zier-Birne (Pyrus calleryana) wird ca. zehn Meter hoch und bis zu fünf Meter breit. Sie besticht ab April mit ihren weißen Blüten in Doldentrauben. Später werden daraus nur einen Zentimeter kleine Früchte. Aufgrund ihres frühen Austriebs ist sie spätfrostgefährdet. Toll ist die gelbrote, lang anhaltende Herbstfärbung – die am sonnigen Standort am schönsten ist. Wegen tief- gehender Wurzeln ist sie hitzeverträglich. Außerdem toleriert sie Luftverschmutzungen. Als gesund und robust gilt die Sorte ‘Chanticleer’.

Die leuchtend gelben Glockenblüten der Garten-Forsythie (Forsythia x intermedia) läuten den Frühling ein – noch vor dem Blattaustrieb am mehrjährigen Holz. Sie ist anspruchslos, nur kalkhaltige Böden meidet sie. Je sonniger, desto reicher die Blüte. Für Naturgärten empfiehlt sich ‘Beatrix Farrand‘. Sie ist die einzige Kultursorte, deren Blüten Pollen besitzen, wertvoll für Biene & Co. Schneiden Sie Ihre Forsythien direkt nach der Blüte, sonst werden sie bald blühfaul.

Die weißen Blüten der Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum) tanzen im März wie Schneeflocken auf den Zweigen, begleitet von zartem Mandelduft. Die Schneeforsythie wächst zu einem sparrigen, zwei Meter großen Strauch heran – deshalb auch der Namensbezug zur ähnlich wachsenden Garten-Forsythie. Die zierliche Rarität ist ideal für kleine Gärten. Sie bevorzugt einen in rauen Lagen windgeschützten Standort mit nahrhaftem, lockerem Boden. Junge Pflanzen benötigen einen Winterschutz. Für Blütenfülle im kommenden Jahr stutzt man sie direkt nach der Blüte kräftig.
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