Stammrosen

Themen: Rosen
Kaskadenrose ‘Raubritter’

Ein Rosenbäumchen wie gemalt: Die Kaskadenrose ‘Raubritter’ ist leider regenempfindlich und auch mehltauanfällig.

Wer einmal der Rose verfiel, ist noch nie geheilt worden. Darin sind sich Gartenliebhaber einig, gleich ob sie einen eher klassischen, naturnahen oder modernen Gartenstil bevorzugen. An der Stammrose jedoch scheiden sich die Geister. Von „gekünstelt“ über „steif“ bis „unnatürlich“ reicht das Vokabular derer, die diesen gärtnerischen Kunstgriff ablehnen. Allerdings sind die Rosenbäumchen nicht künstlicher als „normale“ Strauchrosen. Denn fast alle Gartenrosen werden veredelt, nur sitzt die Veredlungsstelle in der Regel am Wurzelhals unter der Erdoberfläche. Anders bei der Stammrose: Hier okuliert der Rosengärtner eine geeignete Sorte in luftiger Höhe auf einen kräftigen Trieb der in drei Jahren gewachsenen Rosenunterlage.

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Bodendecker-Rose The RairyRosenstämme kamen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode, das Veredeln von Rosen auf ein Stämmchen galt als Hohe Schule der Gartenkunst. Die aparten kleinen Rosenbäume passten perfekt zu den in damaliger Zeit sehr ornamental und symmetrisch ausgerichteten Gartenanlagen. Mit der zunehmenden Popularität von Landschafts- und Naturgarten verloren die Stammrosen ihre Aufgabe und verschwanden aus vielen Gärten. Rosenschuler haben die alte Kunst zum Glück nie aufgegeben und sie finden sich bestätigt: Rosenstämmchen werden heute in den kleineren Stadtgärten wieder gebraucht und sind gefragt. Im ländlichen Bauerngarten mit Wegekreuz und Buchsrondell ist der Rosenbaum fast ein Muss. Stammrosen sind keine eigene Rosenklasse, vielmehr werden geeignete Sorten aus allen Klassen auf Unterlagenstämme verschiedener Höhe veredelt. Weichtriebige Kletterrosen, sogenannte Ramblerrosen, okuliert man auf besonders starke, etwa 140 cm hohe Stämme. Und statt an einer Rankhilfe nach oben zu streben, fallen ihre Blütenschleppen wasserfallartig zum Boden herab.

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Diese Kaskadenrosen sind die einzigen Stammrosen, die auch sehr gut ohne Unterpflanzung auskommen. Bei allen anderen entscheidet das Fußvolk über die grandiose oder im ungüstigen Fall staksige Wirkung. Als beste Begleiter haben sich locker oder auch teppichartig wachsende, pflegeleichte Stauden bewährt: Storchschnabel (Geranium x cantabrigiense, G. x macrorrhizum, G. pratense), Katzenminzen, Frauenmantel oder niedrig bleibende Glockenblumen. In Rosenparks und Sichtungsgärten werden Stammrosen oft mit kurzlebigen Sommerblumen, wie Duftsteinrich, Sommersalbei oder Kapastern (Felicia) unterpflanzt. Wer möchte, kann auf diese Weise wunderbar leicht wechselnde Farbkombinationen erproben. Mit einer nur saisonalen Unterpflanzung geht die Pflege der Stämmchen besser von der Hand, etwa der Schnitt der Krone und das Aufbringen von Kompost nach dem Winter, oder auch das Entfernen von Unterlagen-Trieben. Gleich, welche Begleiter Sie wählen, sie sollten niedrig genug bleiben, um zwischen Unterpflanzung und Krone immer noch wenigstens zwei Handbreit Stamm erkennen zu lassen. So passt zur Zwergrose auf Fußstämmchen (30cm) ein flacher Teppich aus Schneeflockenblume (Sutera) viel besser, als die Katzenminze ‘Walker’s Low’, die unter der Englischen Rose ‘Golden Celebration’ auf dem stattlichen Hochstamm von 90 cm Höhe ihren natürlichen Charme versprühen darf.
Elke Pirsch
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