Immer an der Wand lang ...

Efeu im Gartenzimmer

Immergrün sind nur wenige Kletterpflanzen. Deshalb Hut ab vor dem Efeu. Ganzjähriger Sichtschutz für das grüne Zimmer ist seine beste Referenz.

Beginnen wir einfach einmal mit dem Ärger, den Kletterpflanzen durchaus stiften können. Schließlich ist es gut zu wissen, worauf man sich einlässt, wenn man den bezaubernden Beispielen, die auf Fotos oder in der Umgebung verlocken, folgen möchte.

Rührt sich vielleicht doch ein Unbehagen, wenn der Wilde Wein anfängt, sich an der Fassade emporzuhangeln? Tatsächlich sind es vor allem die Selbstklimmer, wie Efeu, Wilder Wein oder Trompetenblume, die unsicher machen.

Dabei sind Bauwerksschäden an intakten Fassaden kaum zu befürchten. Die Kunst besteht darin, Fassadengröße und Wuchsstärke der favorisierten Kletterpflanze richtig einzuschätzen.

Es lohnt sich darum, etwas Zeit zu investieren, um die Pflanzen zu finden, die gut zu den Erwartungen passen. Immerhin sollen sie über viele Jahre die Fassade, die Pergola oder das grüne Gartenzimmer verschönern und sind somit sogar manchmal so etwas wie ein täglicher Begleiter - beim Blick aus dem Fenster, beim Nachhausekommen oder beim Entspannen im Garten. 

» Rosenbögen, Pergolen und Laubengänge


Unterschiedliche Kletter-Methoden

Doch was ist, wenn der Klettermaxe eines Tages doch wieder weichen muss? Die Kletterpfötchen vom Wilden Wein und auch Haftwurzeln hinterlassen auf alle Fälle Spuren. Kletter-Hortensie und Trompetenblume haften, wenn sie eines fernen Tages groß und schwer genug sind, nicht in jedem Fall sicher fest und fallen im Sturm auch schon mal der Länge nach um. Es ist tatsächlich besser, die starken Haupttriebe nach ein paar Jahren zusätzlich zu fixieren, zum Beispiel mit Putzhaken.

Wer unsicher ist, sieht sich besser bei den Gerüstkletterpflanzen um. Bei ihnen lässt sich die Ausdehnung bestens steuern: Die Grenzen setzt die Kletterhilfe. Ein paar Überlegungen vorab sind allerdings auch da vonnöten. Starkwüchsige Kletterpflanzen müssen ihrem späteren Gewicht entsprechend stabile und – mindestens ebenso wichtig – sicher befestigte Kletterhilfen bekommen. 

» Klettern mit Strategie

Die passende Kletterhilfe auswählen

Ob Spalier- und Drahtseil-Systeme mehr horizontal, vertikal oder sogar diagonal verlaufende Streben haben sollten, hängt von der jeweiligen Kletterpflanze bzw. von ihrer Art des Kletterns ab. Vom verzinkten Draht vom Baumarkt bis zum Edelstahl-Seilsystem aus der Profi-Szene gibt es die passende technische Lösung für jede Art von Fassadenbegrünung.

Für sehr stark wachsende Schlinger, wie den repräsentativen Blauregen, den Baumwürger und erst recht den Schlingknöterich, gelten besondere Anforderungen. Es hieße am falschen Platz zu sparen, wenn der Unterbau zu dürftig ausfällt.

» Leidenschaft für Kletterpflanzen

Ein Loblied auf die Pfeifenwinde

Trompetenblume, Efeu, Wilder Wein und Blauregen sind zu Recht bekannte Kletterpflanzen. Doch es gibt auch attraktive Kletterer, die seltener gepflanzt werden, obwohl sie mit Blüten oder Blättern beeindrucken.

Schöne Gerüstkletterer beispielsweise gibt es in allen Formaten. Die Pfeifenwinde ist eine der schönsten Pflanzen für Fassaden und Pergolen. Sie bildet mit großen, dachziegelartig übereinander liegenden Blättern dichte Laubwände von ornamentaler Schönheit und wächst schleppenartig überhängend weiter, wenn das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Anders als den Blauregen kann man die Pfeifenwinde ohne Weiteres neben dem Regenfallrohr laufen lassen. Sie hat, ganz im Gegensatz zu den großen Blättern, erstaunlich zarte Triebe, von denen keine Gefahr für die Objekte ausgeht, die sie einwickelt. Wenn es einen Wermutstropfen gibt, dann den, dass Aristolochia macrophylla viel Wasser braucht, um die ganze Saison makellos auszusehen. Große Blätter verdunsten viel Wasser, um so mehr, je sonniger die Pflanze steht.

Empfehlenswerte Aristolochia-Arten

Hin und wieder findet man eine Art, die bescheidener ist: Aristolochia tomentosa mit nicht ganz so großen Blättern. Aristolochia moupinensis hält angeblich sogar an der Südfassade aus. Sie hat deutlich kleinere Blätter und ist auch deshalb weniger anspruchsvoll.

Blüten? Fehlanzeige! Die Kletterpflanze, die alles bietet, wurde noch nicht entdeckt. Sie müsste immergrün sein, schnell die Ziellinie erreichen und sich dann aber nicht mehr darüber hinaus bewegen. Außerdem soll sie spektakulär blühen, pflegeleicht und ungiftig sein. Doch immerhin ist die Auswahl so groß, dass sich für fast alle Standorte ein geeigneter Kletterer finden lässt und sich dadurch so manche triste Ecke oder kahle Wand verschönern lässt.

Elke Pirsch


Jede auf ihre eigene Art – wie Pflanzen klettern

Selbstklimmer wie zum Beispiel Efeu halten sich mit Haftwurzeln oder Haftscheiben selbstständig an der Unterlage fest. An wasserabweisenden Putzen und sehr glatten Oberflächen finden sie keinen ausreichenden Halt. Sie benötigen dann ebenfalls Kletterhilfen.

Ranker bilden spezielle Greiforgane aus, mit deren Hilfe sie sich an Spanndrähten oder Spalieren anheften. Einige Arten entwickeln Sprossranken (Echter Wein), andere halten sich mit Blattstiel-Ranken (Waldrebe) fest. Die Stützen können waagerecht, senkrecht oder diagonal verlaufen.

Schlinger wie Geißblatt, Blauregen, Pfeifenwinde oder Schlingknöterich klettern durch windende Bewegungen ihrer Triebe. Sie sind auf eher dünne, senkrechte Kletterhilfen angewiesen, ein paar Querstreben als „Abrutschsicherung“ sind sinnvoll.

Spreizklimmer, beispielsweise Kletterrosen, stemmen sich mit stacheligen oder langen, sparrigen Trieben in die Höhe. Sie haben keine speziellen Haftorgane wie Haftwurzeln oder Blattstielranken. Der Halt entsteht, indem die relativ steifen Triebe sich an der Kletterhilfe verspreizen. Sie brauchen horizontal verlaufende Gerüste.
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