Gehölze mit besonderem Wuchs – auch im Winter schön

Zierapfelbaum Tina

Malerisch ausladend und relativ klein bleibend, ist Zierapfel ‘Tina’ eine wunderbare Leitpflanze im Staudenbeet. An sonnigen, mäßig trockenen bis feuchten, durchlässigen Standorten blüht sie überreich im Mai.

Im Herbst spielen viele Gehölze ihren größten Trumpf aus: leuchtend buntes Herbstlaub. Doch was wirklich bleibt, auch später noch, in der kalten, kahlen Zeit, ist das Gerüst darunter: Stämme und Zweige in formvollendeter Architektur, die allein für sich bezaubern können.

Schöne Gehölze für das ganze Jahr

Doch nicht nur im Winter punkten die formvollendeten Gehölze. Wie bei uns Menschen zeichnet sich auch bei ihnen unterm schönsten Kleid die Figur ab. Welche Bäume sich also rund ums Jahr am besten in Szene setzen, verrät Michael Busemann von den Gärtnern von Eden.

Was bedeutet eigentlich „malerischer Wuchs“ bei Gehölzen? Gibt es da eine klare Definition?

Die Schönheit liegt hier natürlich sehr individuell im Auge des Betrachters. Wir Gartengestalter verstehen darunter aber in aller Regel Bäume, die locker im Wuchs sind, gerne überhängend oder schirmförmig, auf jeden Fall nicht wie eine Säule wirken oder durch Formschnitt ihrer Natürlichkeit beraubt wurden.

Vielmehr darf sich die Natur hier frei entfalten. Dazu braucht das Gehölz ausreichend Raum und sollte stets als Solitär gesetzt werden. Wobei Unterpflanzungen, zum Beispiel mit Wintergrünen wie Storchschnabel (Geranium cantabrigiense) oder Elfenblume (Epimedium x versicolor ‘Sulphureum’), dem Ganzen gerne einen würdigen Rahmen verleihen können.


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Welche Gehölze mit malerischem Wuchs sind denn für den Hausgarten geeignet?

Der Ahorn ist ein bekanntes Beispiel. Insbesondere Sorten des Fächer-Ahorns eignen sich gut als relativ kleine Solitäre. Meine besonderen Favoriten sind Acer palmatum ‘Orange Dream’ und ‘Sangokaku’. ‘Orange Dream’ bleibt mit nur 1,80 Metern Höhe überschaubar, hat einen lockeren Wuchs, schöne, überhängende Zweige und eine leuchtend gelborangerote Herbstfärbung.

‘Sangokaku’ wächst dagegen straff aufrecht, nach oben hin breiter werdend, mit dichter Verzweigung, goldgelbem Herbstlaub und knallroter, besonders strukturierter Rinde. Nach zehn Jahren hat ‘Sangokaku’ etwa 1,60 Meter Höhe erreicht, im Alter sind ganze vier bis sechs Meter drin.

» Cotoneaster - das verkannte Genie

Neben dem bekannten Ahorn gibt es so viel anderes Schönes: Pagoden-Hartriegel ...

Nun, der Cornus controversa ist meiner Meinung nach Geschmackssache, nicht jeder empfindet seine horizontal ausgebreiteten Zweig-Etagen als natürlich.

Wer sich für diesen Baum entscheidet, dem lege ich die etwa vier Meter hohe Sorte ‘Variegata’ ans Herz. Ihre Blätter sind weiß panaschiert und damit besonders auffallend.

Mir persönlich gefällt aber zum Beispiel der Schnurbaum (Sophora japonica) besser. Mit seiner runden, im Alter fast schirmförmigen Krone, den trichterartig aufstrebenden Ästen und der späten Blüte ist er eine ausgesprochen attraktive Bienenweide. Leider passt er mit seinen 15 bis 20 Metern Höhe nicht in jeden Garten.

Losbaum (Clerodendrum trichotomum fargesii) oder Aralie (Aralia elata) bleiben da mit drei bzw. fünf Metern Höhe viel kompakter. Doch aufgepasst bei kleinen Kindern: Die wunderschön schirmförmige Aralie trägt Stacheln! Beim ebenfalls schirmartig wachsenden, ornamentalen Essigbaum (Rhus typhina) ist das zwar nicht der Fall – dafür treibt er hemmungslos Ausläufer. Bitte unbedingt mit einer Rhizomsperre pflanzen, wie es etwa von wucherndem Bambus bekannt ist!

Zieräpfel sind im Herbst ja eine besondere Augenweide. Welche Sorte punktet neben den Früchten mit schönem Wuchs?

Zweifelsohne sind Zieräpfel sehr hübsch, doch kann ihr Obst zusätzliche Gartenarbeit bedeuten. Außerdem lockt es nicht nur Vögel, sondern auch zahlreiche Insekten, mitunter Wespen, an. Dennoch sind Zieräpfel eine echte Bereicherung für den Herbstgarten! Meine liebsten sind Malus toringo und die Sorte ‘Red Sentinel’.

Zum Malus toringo zählt die Auslese ‘Tina’ mit breit ausladendem, überhängendem Wuchs bei nur zwei Metern Höhe. Sie blüht hübsch rosaweiß und schmückt sich mit zahlreichen, ganz kleinen Früchten. ‘Red Sentinel’ ist mit fünf Metern Höhe die ideale Wahl für all jene, die einen kleinen Garten haben und dennoch von einer Rundbank unterm Apfelbank träumen. 

» Die Rinde - hilfreiches Erkennungsmerkmal

Als malerisch empfindet man ja meist Bäume, die schon in die Jahre gekommen sind. Wie lange muss man warten, bis sich der Wuchs in ganzer Schönheit entfaltet?

Stimmt, der Losbaum etwa wächst, wie viele andere auch, erst einmal mit lockerer, offener Krone, die sich erst im Alter zu einem ansehnlichen Schirm formt. Dem langsamwüchsigen Losbaum müssen Sie schon zehn Jahre und mehr einräumen, er braucht wirklich Zeit zum Wachsen.

Schneller in Form kommt zum Beispiel der Judasbaum (Cercis siliquastrum), mein persönlicher Favorit. Er sieht schon nach fünf Jahren gut aus, mit einem zu Anfang trichterförmigen, später breit gewölbten Habitus.

Wer gar nicht warten möchte, kann sich in der Baumschule nach bereits betagten Exemplaren erkundigen. Ältere Bäume sind allerdings nicht nur teurer in der Anschaffung, sie brauchen auch mehr Pflege, ehe sie eingewachsen sind. Ziehen Sie hier unbedingt einen Profi zurate. Er kann die Standortbedingungen vor Ort bestens einschätzen und beurteilen, ob das Gehölz den Garten nicht nach 20 Jahren dominieren wird.

Außerdem ist die Pflanzung solch alter, voluminöser Bäume eine sehr komplexe Sache von der Vorbereitung des Pflanzlochs über die Logistik bei der Anlieferung bis zum Transport an den vorgesehenen Standort. Manches geht da wirklich nur noch mit Schwertransporter, Straßensperrung und Kran ...

Sie sagten bereits, dass diese Bäume durch Formschnitt ihrer Natürlichkeit beraubt würden. Was aber, wenn das Gehölz doch mal zu viel Platz einnimmt? Ist denn jeglicher Schnitt tabu?

Was als störend empfunden wird, darf natürlich entfernt werden. Schneiden Sie einen Solitär aber unbedingt im Winter, denn im laublosen Zustand ist die Wuchsform am besten erkennbar und kann entsprechend berücksichtigt werden.

Aralie, Losbaum oder Schnurbaum gelten in der Jugend als frostgefährdet. Bekommen sie in kalten Klimaten einen leichten Schutz, sind sie später gut eingewachsen und verkraften auch einen Rückschnitt im Winter meist problemlos.

» Im Winter - der Farbe auf der Spur


Unser Experte Michael Busemann ist Gartengestalter und führt das Gartenbauunternehmen „Terra baut Gärten“ in Viersen. Der Betrieb gehört zu den rund 50 Mitgliedern der Genossenschaft der Gärtner von Eden. Sie alle sind spezialisiert auf die Planung, Anlage und Pflege individueller privater Gärten. Dabei richtet Michael Busemann stets besondere Aufmerksamkeit auf eine standortgerechte und fantasievolle Pflanzenverwendung. Weitere Infos unter www.terra-baut-gaerten.de und www.gaertner-von-eden.com

Tipp: Kleiner Schnurbaum für kleine Gärten

Ein verwunschener Lauben-Baum Der herrliche Schnurbaum wie im Foto links wird für normale Gärten meist zu groß – seine Trauerform ‘Pendula’ bleibt mit 3–6 m Höhe und Breite vergleichsweise überschaubar. Mit bizarr geformten, weit überhängenden Ästen, die fast den Boden berühren, bildet sie mit den Jahren einladende Lauben.

Dazu ist sie ausgesprochen trockentolerant und gedeiht selbst bei übelster Luftqualität auf schlechtestem Boden. Einen Nachteil nur hat die Trauerform gegenüber der hochwachsenden Art: Die wunderbare Spätsommerblüte in cremeweißen Rispen bleibt bei ihr leider aus.

Weitere schöne kleinbleibende Gehölze im Porträt

Judasbaum Langsam zwar im Wuchs, aber schon in jungen Jahren malerisch geformt: der Judasbaum (im Bild weiter oben der rotblättrige ‘Forest Pansy’). Bis zu 6 m Höhe erreicht der Vorfrühlingsblüher. Trockenheit und Hitze stören ihn nicht, nur gegen Staunässe ist er empfindlich.

Essigbaum Ziemlich flink macht sich der Essigbaum daran, mit ornamentalen, geweihartig aufstrebenden Ästen die Lüfte zu erobern: Bis zu 50 cm/Jahr legt er in jungen Jahren zu, ehe er bei 5–6 m Höhe stagniert. Beim Pflanzen an eine Rhizomsperre denken. Der Essigbaum bildet außergewöhnliche Blütenkerzen, aufsehenerregendes Herbstlaub und ist – außer gegenüber Bodenverdichtung – absolut robust.

Losbaum Ein seltener Schatz ist der Losbaum mit exotisch duftenden, an Spinnen erinnernden Blüten im Juli bis September. Danach glänzt er mit rotblauen Sternfrüchten. Für warme, geschützte, gern nährstoffarme Lagen, da er hier besser durch den Winter kommt.

Zierapfel Schönes Gehölz mit oft malerischem Wuchs, ideal für kleinere Gärten. Zierapfelbäume zeigen sich gleich mehrmals im Jahr von einer besonders schönen Seite: Überreich blühend im Frühjahr und reich fruchtend im Herbst. Sie passen gut in Staudenbeete als markante Leitpflanze an einem sonnigen, mäßig trockenen bis feuchten, durchlässigen Standort.

Hartriegel Der Pagoden-Hartriegel wird als Kleinbaum oder Großstrauch 6–8 m hoch und dank horizontaler bzw. leicht schräger Zweig-Etagen fast ebenso breit. Trockenheit verträgt er gar nicht, ein Platz am Teich ist ideal. Weiße Blütendolden im Mai!

Ahorn Die große Truppe der Fächer-Ahorne ist in ihrem Wuchs sehr variabel, ‘Osakazuki’ (im Bild) etwa geht ebenso in die Breite wie Höhe. Ideal ist luftfeuchter Halbschatten.


Bestellangebot - malerische Gehölze für kleine Gärten

Wie wäre es mit diesen beiden auch für kleine Gärten geeigneten Gehölzen aus dem GartenFlora-Shop?

1) Der Fächer-Ahorn (Acer palmatum ‘Shaina’) beeindruckt mit stark verzweigtem, dichtbuschigem Wuchs und fingerartigem, tief eingeschnittenem Laub, das im Austrieb hellrot, später dunkel- bis kastanienrot gefärbt ist.

2.)Die Hängende Kätzchen-Weide (Salix caprea ‘Pendula‘) erblüht zeitig im Frühjahr mit  gelben Kätzchen. Die Triebe hängen in Höhe der Veredlungsstelle schleppenartig bis auf den Erdboden herunter.

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