Die Felsenbirne – fast vergessene Sommerfrüchte

Die Früchte der Felsenbirne sind bei Vögeln sehr beliebt.

Überschäumende Frühjahrsblüte und leuchtend gefärbtes Herbstlaub – so kennt jeder die Felsenbirne. Kaum bekannt ist jedoch, dass sie auch im Sommer etwas zu bieten hat: purpurschwarze, süße Früchte zum Naschen, Trocknen und Einkochen.

Auch Vögel lieben die Felsenbirne

Die Vögel haben sie zum Fressen gern, die etwa heidelbeergroßen, von Kelchblättern gekrönten, purpurschwarzen Früchte der Felsenbirne. Und auch uns würden sie schmecken, wenn nur Amsel, Drossel, Fink und Star etwas am Strauch lassen würden. Meist rupft das Federvolk die Beeren bereits unreif ab.

Falls Sie aber doch mal eine reife, dunkel ausgefärbte Frucht erwischen und naschen, werden Sie feststellen, dass sie saftig süß schmeckt, und nach Kirsche mit einem Hauch von Marzipan und Bittermandel. Und mit nur wenig Säure. Das Marzipan-Aroma steckt in den vielen kleinen Samen, in denen geringe Mengen eines Blausäureglykosids enthalten sind.

Wer also die Früchte mag, sollte seine Felsenbirne flink in ein Vogelschutznetz einhüllen. Dann bleiben Ihnen genügend Früchte für eine Konfitüre. Und das ganz ohne Gelierzucker. Der Pektingehalt in den Früchten ist hoch genug. Lässt Ihnen die Vogelschar nur wenig übrig, probieren Sie das aus: roh genießen, Müsli oder Joghurt verfeinern, trocknen, Kuchen und Desserts damit zaubern.

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Essbare Früchte - früher auch für Notzeiten verwendet

Die Früchte aller Felsenbirnen-Arten sind essbar, manche sind größer und schmackhafter als die anderen. Große Früchte haben zum Beispiel die beliebte und viel gepflanzte Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), die Kanadische Felsenbirne (A. canadensis), die Erlen-blättrige Felsenbirne oder Saskatoon-Berry (A. alnifolia) und die Hybride ‘Ballerina’.

Bekannt und heiß begehrt sind die Saskatoon-Beeren in Kanada, hier gibt es eine lange Tradition des Beeren-Pflückens in der Natur. Die amerikanischen Ureinwohner schätzten die Frucht als nahrhaftes Trockenobst und in Pemmikan, einem noch gehaltvolleren und vor allem haltbaren Gemisch aus Fett, getrocknetem Fleisch und getrockneten Beeren.

Bei uns wurden die etwas kleineren Früchte der heimischen Gemeinen Felsenbirne (A. ovalis) gesammelt. Getrocknet verfeinerten sie Brot und Kuchen, in Notzeiten ersetzten sie Rosinen oder Korinthen.

Die Wildfrüchte werden im Juni und Juli reif, aber nicht alle zur gleichen Zeit. Dann hängen unreife, pinkfarbene Beeren neben bereits dunkel ausgefärbten und etwas weicheren Beeren. Pflücken Sie öfters durch. Die Früchte der Saskatoon-Berry ‘SaskaBlue’ dagegen werden zu etwa 60 Prozent auf einmal reif.

Eindrucksvolle Herbstfärbung

Felsenbirnen gedeihen auf nahezu allen Standorten. Nur Schatten und nasse, stark saure Böden meiden sie. Sie sind unempfindlich und robust.

Kupfer-Felsenbirne und Gemeine Felsenbirne sind zudem trockentolerant und damit bestens geeignet für trockene, sonnige Gartenecken und für magere, sandige Böden, wo das Wasser schnell versickert. Hier haben andere Gehölze Schwierigkeiten.

Die Felsenbirnen trumpfen sogar noch auf: Auf trockenen Standorten färbt sich ihr Laub im Herbst besonders intensiv. Liegt Ihr Augenmerk eher auf den Früchten und einer guten Ernte, dürfen die Felsenbirnen nicht zu trocken stehen.

Klein bleibende Arten und Sorten eignen sich auch für die Kultur in großen Kübeln: u.a. Kupfer-Felsenbirne, Gemeine Felsenbirne ‘Pumila’ und die Erlenblättrige Felsenbirne ‘Obelisk’.
Natalie Faßmann


Frucht-Sorten

Große, schmackhafte Früchte bringen diese gezähmten Auslesen der „wilden“ Felsenbirnen in den Garten.
• Die Kanadische Felsenbirne ‘Prince William’ ist eine Fruchtauslese mit großen, aromatischen Früchten, die dunkelrot-schwarz abreifen.
• Die Saskatoon-Berry ‘SaskaBlue’ reift relativ gleichmäßig ab. Die rotblauen Früchte sehen den Kultur- Heidelbeeren nicht nur ähnlich, sie schmecken auch heidelbeerig.
• Die Kupfer-Felsenbirne hat etwa 10 mm große, saftige Früchte. Eine Fruchtauslese ist die Sorte ‘Ballerina’ mit purpurschwarzen Früchten.

Felsenbirnen-Konfitüre

(Ergibt 4 Gläser à 350 ml) 900 g Felsenbirnen pürieren und mit 1 kg Zucker und dem Saft von einer Zitrone mischen. Alles bei starker Hitze zum Kochen bringen, bis es kräftig sprudelt.

Bei mittlerer Hitze unter Rühren weiterkochen, nach etwa zehn Minuten die Gelierprobe machen. Dafür einen Löffel Fruchtmasse über einen kalten Teller laufen lassen.

Geliert es, ist die Konfitüre fertig, und sie kann in Gläser abgefüllt werden. Wenn es noch nicht geliert, weiter kochen lassen.

Die Gläser fest verschließen und für fünf Minuten auf den Kopf stellen. Durch das Kochen wird die Blausäure in den Kernen zerstört.

TIPP:

Probieren Sie die süßen Felsenbirnen in Kombination mit säuerlichen Johannisbeeren.

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