Bäume in XXL

Themen: Baumschule, Bäume
Kornelkirsche in Schirmform

Zur Schirmform erzogene Kornelkirschen füllen sofort den ihnen zugedachten Platz und bleiben auch künftig im Rahmen. Die Jahre der Vorkultur mit mehrmaligem Verpflanzen schlagen mit mehreren Hundert Euro zu Buche.

Die Landschaft rechts und links der K6307 zwischen Tremmen und Zachow im Havelland sieht aus, als hätte die Fee mit dem Zauberstab eine Märchenkulisse erschaffen. Malerische Bäume in Reih und Glied, alle von gleicher Größe und Form, eine Armee verzauberter, geheimnisvoller Wesen im geisterhaften Licht des Morgens. Wir sind in eine der größten Baumschulen Deutschlands eingeladen.

Kiefern in einer BaumschuleBaumkultur seit 1843, das hört sich nach Tradition und Familienbetrieb an, nach Gärtnerwissen, von Generation zu Generation weitergegeben. Alles das trifft auf die Baumschule Lorberg zu. Doch bereits an der Zufahrt holt uns imposante Großtechnik in die Realität zurück. Ballenstecher und Grabenfräsen, wir sind in einem modernen Großunternehmen: mit Handelspartnern in ganz Europa und einem Sortiment, das Maßstäbe setzt. Der eigenartige Zauber von Märchenwald kehrt zurück, als wir in die Baumquartiere kommen. Zutritt haben hier nur die Gärtner, die je nach Jahreszeit mit dem Umpflanzen, Schneiden, Pflegen der exklusiven Gehölze beschäftigt sind. Sie kennen ihre Zöglinge seit vielen Jahren. In dem mehr als 800 Hektar großen Gelände stehen Bäume, die fünfzig und mehr Jahre alt sind. Sie warten auf den einen Tag, an dem sie ihre endgültige Bestimmung finden. Es gibt extravagante Individualisten ebenso wie uniforme Teamplayer, die in laufenden Metern gehandelt werden. Der Gärtner ist hier auch Künstler. Einem Bildhauer gleich arbeitet er aus dem Werkstoff Pflanze ein Unikat. Für andere Objekte wieder genügt schlichtes Handwerk, Heckenelementen oder einfachen Kugeln kann maschinell zur perfekten Frisur verholfen werden. Es schlägt sich am Ende im Preis nieder, wieviel individuelle Handarbeit oder meterfressende Maschinenrasur investiert wurde, wie oft ein Umzug anstand und wieviele Jahre das Anzuchtquartier besetzt war. Doch selbst für ausgefallene Objekte liegt der Preis dann meist noch unter dem eines Kleinwagens.

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Spezialität – Exklusive Formgehölze

Heckenpflanzen in der BaumschuleGärtnerisches Know-How und einige Jahre Zeit, selbst der pflanzenbesessene Hobbygärtner gerät da an seine Grenzen. Einfache Kugeln und Quader aus Buchs und Eibe sind mit etwas Übung und Geduld meist kein Problem. Mit dem Schössling einer Platane beginnen, um einen Schirmbaum zu erziehen, das setzt immerhin ein jugendliches Alter und größeren Enthusiasmus voraus. Und ob das Ergebnis nach Jahren überzeugt? Mit einem großen Bestand an Ausgangsmaterial und langjähriger Erfahrung in der Kultur von gestalteten Pflanzen ist die Baumschule der richtige Partner für die größeren und etwas ausgefalleneren Wünsche. Zeit gewinnen, Risiken vermeiden, das gibt es für gutes Geld. Kugeln gibt es von Buchsbaum, Eibe, Liguster und Lebensbaum von 40 cm bis zu eindrucksvollen zwei Metern Durchmesser. Eine hübsche Besonderheit sind blühende Kugeln vom Zwerg-Flieder Syringa meyeri ‘Palibin’.

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Formschnitt Thuja SmaragdZwischen 50 und 5000 Euro kosten die Kugeln je nach Pflanzenart und Durchmesser. Weitere Formen: Würfel, Kegel, Pyramide, Spirale, Säule, Bienenkorb, Tropfen, Schachfiguren, Topiars. Der Schnitt besonderer Formgehölze ist fast immer Handarbeit, für wenig Geld nicht zu haben. Heckenelemente werden immer populärer. Sichtschutz sofort. Je nach Vorliebe und Geld- börse sogar aus Eisenholzbaum oder Wild-Birne. Torbogen und Laubengang, da gibt es mehr als Kletterrose oder Hainbuche. Wie wäre es mit Goldregen, Eberesche oder Lärche? Mehrere Torbögen hintereinander ergeben einen Laubengang. Ein Torbogen besteht aus zwei gleichen Pflanzen, so dass sich einzelne Elemente auch zu runden Lauben zusammensetzen lassen. Spalierformen sind elegante Raumsparer. Ein Apfel- oder Birnenspalier, Ernte schon im ersten Jahr, oder Ginkgo und Amberbaum im Reihenhausgarten, es ist möglich!

» Formschnitt: Die alte Gartenkunst

Ein Baum in XXL: Pro und Kontra

FürWider
• Sofortwirkung: Heckenelemente schaffen sofort nach dem Pflanzen Sichtschutz. Ein größerer Baum, ein Torbogen oder ein Spalier geben einem jungen Garten im Nu etwas Reife.• Großgehölze sind arbeitsintensiv. Und haben deshalb ihren (stolzen) Preis.
• Man entgeht dem Anfängerfehler, viel zu eng zu pflanzen, weil es an Vorstellungskraft fehlt.• Die Pflanzen brauchen ein großes Pflanzloch, sind oft nur mit schwerer Technik an den Platz zu bringen. In einem eingewachsenen Garten ist das manchmal schwierig.
• Großgehölze aus der Baumschule sind bereits Charaktergestalten, Risiken (Ausfälle, falsche Pflege in der Anzucht) werden minimiert. In der Regel wird eine Anwachsgarantie und Hilfe in der ersten Zeit gegeben.• Die Gehölze brauchen anfangs aufmerksame Pflege. Sie benötigen Bodenanker, denn erst nach einigen Jahren haben sie das starke Wurzelsystem, das jung gesetzte Pflanzen mit der Zeit ausbilden konnten.
• Die Investition wirk sich sofort positiv auf den Grundstückswert aus.• Pflanzen bleiben anders als Bauwerke in der Entwicklung nie stehen. In Formen gezogene Gehölze brauchen lebenslang den Schnitt, damit ihr Habitus erhalten bleibt.


Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen!

Alte Baeume umpflanzenÜber diese Redensart lässt sich vielleicht streiten. Aber nicht mir einem Baumschulgärtner! Er lässt selbst die 80jährige Kiefer umziehen. Wahrscheinlich nicht zum letzten Mal...
Sollen große Bäume auch nach Jahrzehnten in der Baumschule den Umzug in den Garten meistern, müssen sie im Abstand von einigen Jahren immer wieder verpflanzt werden, damit der Wurzelballen schön kompakt bleibt. Der Baum wird auf diese Weise gezwungen, seine lebenswichtigen Faserwurzeln in dem relativ engen Wurzelbereich anzulegen, den man beim nächsten Umzug gerade noch mit ausheben kann.

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