Antjes Tagebuch im September

Antje und Sonnenblumen

Der Herbst ist Ernte- und Pflanzzeit, einiges kann noch ausgesät werden, Sonnenblumen und andere ausdauernde Blüher bringen noch Farbe in den Garten und mit manchen Pflanzen lässt sich auch Schönes für die Wohnung oder den Balkon gestalten - Antje hat einige Überlegungen dazu und auch viele Tipps in ihrem Tagebuch festgehatlen.

Wer ist die Schönste im Sonnenblumenfeld? Jede natürlich. Wie es sich für Sonnenblumen gehört, sind nicht nur alle hübsch, sondern gucken auch in dieselbe Richtung. Ich habe mich mal schlaugelesen, warum das so ist.

Ungestüme Jugend - Sonnenblumen haben ihren eigenen Rhythmus

Junge Pflanzen drehen sich mit dem Sonnenlicht. Dabei profitieren sie von dem zusätzlich aufgenommenen Licht und wachsen schneller. Die Drehung der Pflanzen resultiert aus ungleichmäßigem Wachstum im Stängel. Eine Seite wächst schneller in der Nacht, die andere am Tag. Gesteuert werden diese Prozesse von einem eigenen Rhythmus und vom Sonnenlicht.

Sonnenblumen sind im Alter „störrisch“

Ältere Sonnenblumen machen dieses Hin und Her nicht mehr mit. Stattdessen sind sie fest in eine Richtung gedreht – nach Osten. Auch zu ihrem Vorteil: Wenn die Sonne morgens aufgeht, werden die Blüten schnell erwärmt und sind für bestäubende Insekten offenbar attraktiver.

» Blumensamen sammeln

Ernte von Zuckermais

Die Kolben vom Zuckermais reifen – endlich. Jetzt bloß nicht den richtigen Zeitpunkt zum Pflücken verpassen! Denn erntet man sie zu früh, sind die Körner recht wässrig und auch noch nicht vollständig ausgewachsen. Pflückt man die Kolben dagegen zu spät, sind sie zäh.

Zum Nachschauen reiße ich ein kleines „Fenster“ in den oberen Teil der grünen Lieschblätter. Wenn die Körner dort gut ausgebildet, nicht mehr weiß und spitz geformt aussehen und gleichzeitig die unteren Körner prall gefüllt und saftig, also „milchreif“ sind, drehe ich die Kolben seitlich vom Stängel ab.

Zuckermais lässt sich einfach zubereiten: Entweder koche ich ihn in leicht gezuckertem Salzwasser gut fünf Minuten und knabbere ihn bestrichen mit Kräuterbutter weg, oder ich lege ihn auf den Grill.

» Kein Kohl nach Kohl

Mit dem Bienenfreund gut in den Winter

Jetzt ist es Zeit, mein leeres Gemüsebeet nachhaltig mit einem Gründünger aufzuwerten. Ich habe noch ein Päckchen Phacelia, auch als Bienenfreund bekannt, im Regal gefunden. Warum ich Phacelia unter den vielen guten Gründüngungspflanzen so schätze?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Sie ist nicht eng verwandt mit anderen Gemüsepflanzen und lässt sich daher problemlos in jede Fruchtfolge integrieren. Sie ist besonders gut darin, mit ihren Wurzeln den Boden aufzulockern. Und mit Blick auf die kalte Jahreszeit: Sie vermindert das Aufkommen von Unkräutern, schützt den Boden vor Verschlämmung und der ungehinderten Auswaschung von Nährstoffen.

Phacelia ist nicht winterhart und friert bei Frost zurück. Die Pflanzenreste lasse ich als schützende Mulchschicht auf dem Boden und arbeite sie im nächsten Frühjahr in die Fläche ein.

Und so klappt es: Unkraut entfernen und den Boden anschließend lockern. Das Saatgut anschließend breitwürfig von Hand ausbringen. Damit die Samen einen guten Bodenkontakt bekommen, ist es sinnvoll, sie noch einmal flach einzuarbeiten. Bei Trockenheit stelle ich einen Regner auf, damit das Saatgut möglichst rasch und gleichmäßig keimt.

» Gründüngung

Zierkohl, Silbersalbei, Wasserfallpflanze

Der Spätsommer wärmt mit vielen schönen Blüten in Rot, Rosa und Orangetönen. Ich wollte aber mal etwas anderes ausprobieren.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich bin schwer begeistert über meinen in Violett und Silber gestalteten Kübel: Zierkohl mit Wasserfallpflanze und Silbersalbei. Was für ein edles Trio!

» Licht an im Herbst - effektvolles Weiß





Tellerkranz aus Heide und Stacheldrahtpflanze

Wenn ich in Ruhe meinen Gedanken folgen möchte, habe ich gern nebenbei etwas zu tun, was mich nicht ablenkt und nicht fordert. Wie zum Beispiel eine Kette aus Knospenheide und Stacheldrahtpflanze auf einen Draht zu wickeln.

Nun, die Kette wurde zwar ziemlich lang ... sieht aber als Kranz auf meinem Teller sehr hübsch aus.

Die Knospenheide ist eine besondere Sortengruppe der Besenheide (Calluna vulgaris). Sie haben eine außergewöhnliche Eigenschaft: Die Entwicklung ihrer Blüten stoppt im Knospenstadium. Dies führt dazu, dass sie nicht aufblühen und deshalb auch nicht verblühen. Die Knospen werden von farbigen Kelchblättern geschützt und die Heidepflanzen zeigen deshalb bis in den Winter hinein ihre leuchtenden Farben.

» Heidegarten - er mag es heiß und sonnig

Besser früh als spät

Die Zwiebeln vom Märzenbecher trocknen schnell aus. Deshalb kaufe ich sie gern jetzt schon und versenke sie gleich nach dem Auspacken zwischen meinen Stauden.

» Blumenzwiebeln - die Kleinkunst bleibt







Liebenswerte Stauden-Clematis

Die muss ich einfach haben! In den Wochen, in denen der Altweibersommer seinen milden Charme verbreitet, pflanze ich gern und oft Clematis. Genauer gesagt: Stauden-Clematis. Denn die „Kurzen“ unter den Waldreben haben es mir besonders angetan.

Stauden-Clematis ticken, wie ihr Name es schon erahnen lässt, ein bisschen anders als viele ihrer verholzenden Artgenossen. Denn ihre Stängel sterben im Winter ab und treiben im Frühjahr erneut aus der Basis aus. Was den Rückschnitt erleichtert. Denn ich kann sie im Frühjahr einfach 20 cm über dem Boden kappen.

Besonders begeistert bin ich von den Clematis integrifolia-Hybriden. Unter ihnen habe ich dieses Jahr einen Klassiker aus dem Jahr 1870 für mein Beet ausgewählt: die strahlend blaue ‘Durandii’.

Ihre 8–10 cm großen einfachen Blüten sehen vor meinem Staketenzaun zwischen den Rosen und Stauden sicher zauberhaft aus. Wie alle Stauden-Clematis ist sie wetterfest und mag Sonne bis Halbschatten. Beim Festhalten brauchen ihre ein bis zwei Meter langen Triebe allerdings eine Kletterhilfe, weil sie sich nicht wie ihre Artgenossen mit Blattranken festhalten können.

» Stauden-Clematis

Sonnenbrand auf Apfelbäckchen vermeiden

Hin und wieder rufe ich Helga Buchter-Weisbrodt an. Einfach weil ich sie sehr gern mag und weil sie seit Jahren eine kompetente Ansprechpartnerin in Fragen Obst im Garten ist. Letztens kamen wir auf den Sommerschnitt an Apfelbäumen zu sprechen, der Licht in die Krone bringt. Die Diskussion, ob ein Sommerschnitt sinnvoll ist oder nicht oder sogar den üblichen Winterschnitt ersetzen sollte, gibt es ja schon lange.

Neu für mich war, dass er indirekt einen Sonnenbrand an Äpfeln auslösen kann. Insbesondere wenn nach dem Schnitt plötzlich ein sehr sonniger, heißer Tag folgt. Hitzeschäden in Form von Sonnenbrand bekommen wohl schnell Sorten wie ‘Fuji’, ‘Braeburn’ und ‘Granny Smith’. Die Früchte werden sonnenseitig zunächst matt, später verfärbt sich die Schale braun und die Früchte fangen zu faulen an. Typisch ist ein heller Rand um den meist runden Verbrennungsfleck. Ich schneide meinen Baum also besser, wenn trübe, bewölkte Tage vorhergesagt sind.

» So bleibt der Apfelbaum in Form

Herbstzeitlose

Für eine Deko-Queen wie mich sind die Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) ein echtes Geschenk. Die Pflanzen gehören nämlich zu den Trockenblühern. Das heißt, die Blüten öffnen sich ohne Erde oder Wassergaben. Es reicht, ihre Zwiebelknollen einfach in eine Schale zu legen! Nach der Blüte pflanze ich die Herbstzeitlosen ins Beet, ca. 10–15 cm tief und in einem Abstand von 25 cm, wo sie im Frühjahr eine Blattrosette bilden und für die nächste Blüte Kräfte sammeln. Wer kleine Kinder oder Haustiere hat, sollte die giftigen Knollen besser nicht ins Haus holen. Da meine beiden Kinder gerade munter vor sich hin pubertieren, betrifft mich das eher nicht.

» Herbstzeitlose pflanzen

Brombeeren ernten

Wer einmal eine halbreife Brombeere probiert hat, erinnert sich bestimmt daran: Sie schmeckt einfach nur sauer, obwohl die violette Farbe anderes verspricht. Ich erkenne eine vollreife Brombeere meist daran, wie weich sie sich anfühlt.

Außerdem färbt sich bei reifen Brombeeren nach dem Ablösen die Pflückstelle sofort dunkelrot. Was im Ernstfall natürlich nicht weiter hilft ... denn dann ist die Brombeere - nun ja - schon im Durchschlag ... Besser ich pflücke nur die, bei denen ich mir sicher bin und nur so viele wie ich brauche, denn Brombeeren lassen sich nicht gut aufbewahren.

» Einfach lecker - mein allererstes Zucchini-Chutney!
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