Zwiebeln

Zwiebeln

Zwiebeln wachsen zuverlässig im Garten. Nur mit dem Reifen lässt es sich Zeit. Foto: istockphoto.com

Zwiebeln im Garten, lohnt sich das? Schließlich gibt es sie das ganze Jahr über zu kaufen! Für die ganz gewöhnliche Küchenzwiebel mag das gelten. Aber es gibt eine ganze Reihe von Sorten, Formen und Arten, die Sie so nirgends bekommen. Da wäre zum Beispiel die ‘Birnförmige’, eine längliche, gelbe Zwiebel, die zwar nicht allzu lange lagerfähig, dafür wunderbar saftig und süß ist, ähnlich einer Gemüsezwiebel. Auch Perlzwiebeln oder die kleinen flachen italienischen Sorten, die wir gegrillt und eingelegt vom Italiener kennen, oder die rote schlanke Feinschmeckersorte ‘Rossa Lunga di Firenze’ werden Sie beim Gemüsehändler nicht finden. Also nicht lange überlegt und ein Beet bereit gemacht, denn: Besonders anspruchsvoll sind Zwiebeln nicht, egal, ob sie durch Aussaat oder über Steckzwiebeln vermehrt werden. Bestimmt findet sich ein ehemaliges Kartoffel- oder Selleriebeet. Beide hinterlassen einen prima Boden für Zwiebeln. Die Lauchgewächse gedeihen zwar praktisch in jeden Garten, haben aber eine klare Vorliebe für mittelschwere Böden wie Lösslehm. Wer die nicht bieten kann, arbeitet reichlich Kompost ein. Leichte Böden zusätzlich mit dem Tonmineral Bentonit verbessern. Nur eine frische Düngung mit Stallmist ist nicht willkommen. Er lockt Zwiebelfliegen an. Nach Zwiebeln lassen sich noch Salat, Endivien, Herbstrüben, Petersilie oder Erdbeeren pflanzen oder säen. Lauchgewächse wie Knoblauch, Zierlauch, Schnittlauch und natürlich alle Arten von Zwiebeln dürfen erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dieselbe Fläche.

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Zwiebeln gelten als Mittelzehrer und geben sich mit 30 Gramm Volldünger als Grunddüngung im Frühjahr zufrieden, Nach sechs bis acht Wochen gibt’s nochmal Extra-Stickstoff, zum Beispiel 20 Gramm Kalkammonsalpeter auf den Quadratmeter. Gleichmäßig feuchter Boden ist bis Juli erwünscht, danach seltener gießen. Dann reifen die Zwiebeln bis August vollständig aus und lassen sich lange lagern. Die Ausnahme: Lauchzwiebeln werden bis kurz vor der Ernte gewässert. Sie halten sich ohnehin nur wenige Tage im Kühlschrank. Sorten für den Sommeranbau wie ‘Negaro’, ‘Long White Ishikura’ können im Gegensatz zu gewöhnlichen Zwiebeln von März bis Juni, die rote ‘Red Toga’ sogar noch bis Juli ausgesät werden. Nach 90 bis 110 Tagen sind die porreeähnlichen Zwiebelschäfte erntereif. Winterharte Sorten, z.B. ‘Tonda musona’ kommen im Spätsommer in den Boden und überwintern als halbwüchsige Pflanzen. Sie zählen zu den Ersten, die uns ab April frisches Zwiebelgrün bieten. Noch früher schafft es eine Spielart der winterharten Lauchzwiebeln, die Winterheckezwiebel. Sie versorgt die Küche schon ab März mit Zwiebellaub, bildet aber keine Schäfte. Wie Schnittlauch bleibt sie für drei bis vier Jahre an derselben Stelle und bildet immer dichtere Bestände.

Schalotten, bei Spitzenköchen wegen ihres feinwürzigen Aromas gefragt, sind besonders einfach zu kultivieren. Wählen Sie große Pflanzschalotten, dann wächst aus jeder ein Nest aus 8 bis 15 schlanken mittelgroßen Würzzwiebeln. Alte Hasen in Sachen Zwiebelkultur wagen sich vielleicht an die ganz Kleinen oder die ganz Großen: Perlzwiebeln werden aus kleinen weißen Sorten der gewöhnlichen Zwiebel wie ‘ La Reine’ gewonnen. Im engen Abstand 3 bis 5 mal 25 cm angebaut, bleiben sie nur murmelgroß – prima zum Einmachen. Gemüsezwiebeln wie ‘Exhibition’ dagegen erreichen, ab Januar im Warmen vorgezogen und ab April im allseitigen Abstand von 25 cm ausgepflanzt, Orangen- bis Pampelmusengröße. Es sind Riesenzwiebeln: Der Gewichtsrekord liegt bei 8 kg. Pro Zwiebel! Neugierig geworden?
Achim Werner

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Zwiebeln aussäen oder stecken

Zwiebeln im HochbeetAm einfachsten lassen sich Steckzwiebeln anbauen: Gegen Ende März, Anfang April im Abstand 8 mal 25 cm stecken und im Hochsommer ernten. Allerdings: Die Sortenauswahl beschränkt sich auf acht bis zehn Klassiker wie ‘Stuttgarter Riesen’, ‘Rote Piroska’ oder ‘Sturon’ und gelegentlich führen Schimmelpilze zu Lücken im Beet. Wichtig: Die besten Steckzwiebeln sind haselnussgroß! Größere neigen zum Schossen. Wer dagegen aussät, hat die größere Auswahl, braucht jedoch Geduld. Ausgesät wird ebenfalls im Frühjahr. Aber die zarten Sämlinge entwickeln sich zunächst langsam und die Zwiebeln reifen etwa vier Wochen später als gepflanzte.

Pflanz-Tipp

Küchenzwiebeln entwickeln sich gut im Abstand von 8 cm mal 25 cm. Auch möglich: Sie säen oder pflanzen Tuffs à 5 bis 7 Stück im allseitigen Abstand von 25 bis 30 cm. Die Ernte wird genauso reichlich sein, aber das Hacken zwischen den Tuffs ist einfacher.

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Zwiebelvariationen

Fruehlingszwiebeln. Foto: istockphoto.comLauchzwiebeln werden häufig auch als Frühlingszwiebeln bezeichnet. Verwendet werden beide gleichermaßen, meist roh als Würze für Salate, belegte Brote oder zum Dippen. Sie gehören jedoch zwei unterschiedlichen botanischen Arten an. Die Lauchzwiebel (Allium fistulosum) bildet keine Zwiebeln aus. Frühlingszwiebeln dagegen sind frühzeitig geerntete gewöhnliche Zwiebeln (Allium cepa, im Bild). Borettani heißen die kleinen, flachen Zwiebeln aus Italien. Sie lassen sich gut in Essig konservieren. Auch Perlzwiebeln der Sorte ‘Weiße Königin’ eignen sich dafür. Etagenzwiebeln bilden keine Samen, sondern Brutzwiebeln, die sich entweder in der Küche verwenden lassen oder wieder in den Boden gesteckt werden, um neue Pflanzen zu bilden. Schalotten treiben noch nicht einmal Blütenstiele. Sie schossen daher nicht und werden über Steckzwiebeln vermehrt. Die feinwürzigen kleinen Zwiebeln halten sich besonders lang, ohne zu welken.
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