Wein schneiden

Themen: Wein
Wein schneiden: 1-2-3-Regel

Geschnitten wird Wein nach der 1-2-3-Regel ab dem Blattfall oder am Ende des Winters.

Die 1-2-3-Regel

Wein trägt am einjährigen Holz. Aber nur, wenn es aus zweijährigem Holz entspringt. Dieses wiederum ist aus drei- oder mehrjährigem Holz gewachsen. Von den einjährigen Trieben bleibt nach dem Schnitt nur ein kleiner Teil als Fruchtholz erhalten. Der Rest kommt weg. Wie das genau geht, lesen bei den einzelnen Schnittanleitungen. Tipp: Einjährige Triebe, die direkt aus älterem Holz entspringen, werden im folgenden Jahr nicht tragen. Sie können aber die Basis für neue Haupttriebe, die Kordone, bilden.

Wein als senkrechter Kordon

ZapfrebenschnittEine der einfachsten Erziehungsformen. Er besteht aus einem vertikalen Haupttrieb, als Rankhilfe reicht ein einzelner Pfahl. In den ersten zwei Standjahren wird nicht allzu streng geschnitten. Kürzen Sie die Seitentriebe ein, damit sich der senkrecht gezogene Haupttrieb, der Kordon, zunächst kräftig entwickeln kann. Der schmale Wuchs erlaubt einen Pflanzabstand von einem Meter. Lassen Sie dafür nach unserer 1-2-3-Regel alle 20 bis 40 Zentimeter einen einjährigen Fruchtrieb stehen und kürzen ihn auf zwei bis drei Knospen ein. Der kurze Zapfen gibt der Erziehungsmethode seinen Namen: Zapfrebenschnitt. Aus diesen Knospen treiben ab Ende April Blütentriebe aus. Hier entwickeln sich die Trauben. Nach einem Jahr werden die Zapfen zweijährig und die Blütentriebe einjährig sein. Der Schnittkreislauf beginnt von Neuem.

Mehr Trauben durch Bogrebenschnitt

BogenrebenschnittAn den Fruchtruten bleiben nicht zwei, wie beim Zapfrebenschnitt, sondern acht bis zehn Knospen. Damit Ihr Spalier nicht völlig zuwuchert, bleibt nur alle 80 Zentimeter eine Bogrebe stehen. Auch beim Bogrebenschnitt lassen sich einfache senkrechte Kordone erziehen. Wer mehrere Sorten nebeneinander kultivieren möchte, pflanzt im Abstand von mindestens 1,5 Meter. Zum bogenförmigen Anbinden der Fruchtruten wie abgebildet braucht man ein Spalier mit Querdrähten oder -latten. Einige ältere Sorten, zum Beispiel ‘Dornfelder’, ‘Phoenix’, ‘Regent’, tragen so mehr Trauben.

Einfache Rebspaliere für Hauswände

RebspalierRebenkordone können auch waagerecht gezogen werden. Das bietet sich an, wenn Sie mit nur einer Rebe ein ganzes Spalier begrünen möchten. Die Schnittregeln sind die gleichen wie beim senkrechten Kordon. Ziehen Sie zunächst mittig einen senkrechten Trieb, dann nach und nach Seitentriebe auswählen, die auf Höhe der Querlatten austreiben. Die heften Sie waagerecht an den Latten oder Spanndrähten an. Auch bei diesen waagerecht gezogenen Fruchtästen haben Sie die Wahl zwischen Zapfrebenschnitt (links) und Bogrebenschnitt (rechts). Wichtig: Heften Sie die jungen Rebentriebe regelmäßig an. Einmal verholzt, lassen sie sich nur schwer biegen und brechen leicht. Tipp: Im Laufe der Jahre entstehen durch den wiederholten Rückschnitt auf Zapfen oder Bogreben stark verzweigte knorrige Astquirle. Diese Knäuel alle fünf bis sechs Jahre zugunsten junger Triebe entfernen und nach unserer 1-2-3-Regel von Neuem mit dem Fruchtholzschnitt beginnen.

» Praxis-Tipps: Weinreben veredeln

Weinreben pflanzen

Weinrebe pflanzenPflanzen Sie Weinreben so, dass die Veredlungsstelle noch ein gutes Stück über den Boden ragt. So kann sich die aufgepfropfte Sorte nicht „frei machen“, also keine eigenen Wurzeln bilden. Der beste Standort für Reben ist eine nach Süden ausgerichtete Wand oder Mauer. Das Pflanzloch großzügig ausheben und die Sohle etwas lockern. Geben Sie gut abgelagerten Kompost und bei leichten Böden etwas Bentonit in die Pflanzgrube. Dann die Weinreben einsetzen und den mit Hornspänen und Bentonit vermischten Aushub auffüllen. Einen Gießrand formen und die Rebe kräftig angießen. Die abgebildete Rebe der Sorte ‘Kodrianka’ soll später als eintriebiger Kordon entlang des Fallrohrs gezogen werden.

» Bilder: empfehlenswerte Tafelrebensorten

Extra-Tipp

Aus Steckhölzern vermehrte Reben sind anfällig für die Wurzelreblaus, einen saugenden Schädling, der die Pflanze töten kann und sich sicher im Boden verschanzt. Pflanzenschutzmittel helfen leider nicht. Den Wurzeln der resistenten Veredelungsunterlage dagegen kann die Reblaus nichts anhaben. Deshalb dürfen Reben auch nicht über Steckhölzer vermehrt werden. Beim Rebenkauf darauf achten, nur veredelte Reben zu erwerben. Sie lassen sich am Veredlungswulst in etwa 20 Zentimeter Höhe gut erkennen. Meist klebt hier noch etwas Veredelungswachs.
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