Trauben aus Unterfranken

Themen: Wein, Tafelreben
Tafelreben

Wenn Sie ausreichend Platz haben, dann kombinieren Sie doch Sorten von Tafeltrauben in unterschiedlichen Farben. Zum Beispiel die tiefblaue ‘Muscat bleu‘ mit der roséfarbenen ‘Liwia’ und der hellen ‘Himrod’.

Sie haben Ihre Rebschule von Keltertrauben auf Tafelsorten umgestellt.
Ja, Tafelreben sind einfach vielseitiger. Noch vor wenigen Jahren hatte jede Rebschule und jedes Gartencenter lediglich ein, zwei Tafelsorten im Sortiment. Heute stehen uns viel mehr Sorten zur Verfügung. Mir macht es einfach mehr Spaß, viele verschiedene Züchtungen zu vermehren. Wir bieten inzwischen über 100 Tafeltraubensorten an, und es kommen ständig neue dazu, viele davon aus Osteuropa. Aber nicht jede wird vermehrt. Vorher wird sie auf Robustheit, Aroma und Ertrag geprüft.

Worauf sollte ich beim Kauf einer Weintraube achten?
Zu allererst: dass sie veredelt ist! Ist sie aber aus Steckhölzern vermehrt und wächst auf eigenen Wurzeln, ist sie extrem anfällig für die Wurzelreblaus. Dieser kaum bekämpfbare Schädling kann ganze Weinberge zerstören. Und: Die gewählten Sorten müssen Ihnen schmecken. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, kosten Sie vor dem Kauf.

Und was ist mit Ertrag, Pilzwiderstandsfähigkeit, Robustheit?
Die sind sowieso Voraussetzung. Was hilft Ihnen eine aromatische, ertragreiche Tafelrebe, die stark unter Mehltau leidet. Fast alle Sorten, die ich anbiete, sind pilzwiderstandsfähig. Sie leiden in den meisten Jahren kaum oder gar nicht unter Echtem oder Falschem Mehltau. Aber Sie haben einen Punkt übersehen.

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TafeltraubenUnd der wäre?
Die Kerne. Viele Kunden fragen nach kernlosen Sorten. Mehr als die Hälfte der Reben, die wir verkaufen, sind kernlos oder kernarm.

Ihre Meinung dazu?
Es gibt tolle kernlose Sorten. Man muss aber wissen, dass sie meist kleinbeerig sind und mitunter nicht in jedem Jahr gleichermaßen gut tragen. Außerdem: Mich stören die Kerne überhaupt nicht! Es gibt außerdem ganz vorzügliche Sorten mit Kernen.

Der Rebschuler hat also auch seine Lieblinge …
… selbstverständlich. ‘Muscat bleu’ zählt dazu. Sie hat sogar ziemlich viele Kerne, aber ein ausgezeichnetes Aroma mit Muskat-Ton. Auch die weiße Sorte ‘Druschba’ hat diesen Muskat-Ton, ist würzig und sehr süß.

Und bei den Kernlosen?
Die weiße Sorte ‘Romulus’ schmeckt sehr gut und bildet lange Trauben. Sie ist bei Kindern sehr beliebt. Die frühe ‘Venus’ ist aus meiner Sicht die beste kernlose blaue Sorte. Sie trägt gut und regelmäßig und zeigt schöne, große Trauben mit mittelgroßen Beeren. Für Höhenlagen empfehle ich ‘Himrod’. Sie ähnelt ‘Romulus’, reift jedoch um zwei Wochen früher.

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Tafelrebe ArkadiaAngenommen, ich möchte nur weiße Trauben kultivieren?
Dann könnten Sie Freude an der kernarmen ‘Arkadia’ haben. Sie bildet sehr große, schwere Trauben und sehr große Beeren mit süß-feinfruchtigem Aroma. Wer in einer Weingegend wohnt, dem sei ‘Frumoasa alba’ empfohlen. Ausgereift entwickeln die kernarmen, sehr süßen Beeren ein leichtes Ananasaroma. Auch ‘Druschba’ zählt zu meinen Favoriten.

Wie steht’s mit blauen Sorten?
Neben den bereits erwähnten Sorten ‘Muscat Bleu’ und ‘Venus’ ist die gute alte ‘Mitschurinski’ zu empfehlen. Sie gedeiht fast überall. Neben den weißen und blauen gibt es übrigens auch sehr schöne roséfarbene Sorten.

Zum Beispiel?
‘Liwia’, großbeerig mit lockeren Trauben und festem, knackigem Fruchtfleisch oder die kernlose ‘Vanessa’ aus kanadischer Züchtung, ebenfalls knackig, zudem fruchtig-süß.

In ungünstigem Klima?
Sollten Sie frühe Sorten pflanzen: Sie reifen selbst in Höhenlagen aus. Das sind z. B. die blaue ‘Mitschurinski’ und die ebenfalls russische Sorte ‘Olimpiada’ mit hellen, mittelgroßen und süßen Beeren. ’Himrod’ entwickelt bei Vollreife ein zartes Himbeeraroma.

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Hartmut SchmidtWorauf muss ich sonst achten?
Reben sind Sonnenkinder und stehen optimal vor südlich ausgerichteten Hauswänden oder Mauern. Sie gedeihen auf beinahe jedem Boden und sind auch sonst anspruchslos. Im Pflanzjahr sollten Sie die Erde nicht aus- trocknen lassen. Düngen Sie mäßig und gleichmäßig. Im zweiten Jahr kann bei längerer Trockenheit das Wässern nötig werden. Danach holen sich die tiefreichenden Wurzeln, was die Pflanzen brauchen.

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Der Rebschnitt gilt als schwierig
Man muss aber auch keine Wissenschaft daraus machen. Sie sollten wissen, dass im Vorjahr gewachsene Triebe die Blüten bilden. Für eine gute Ernte reicht ein kleiner Teil dieses einjährigen Holzes. Lassen Sie nicht zu viele Trauben reifen. Die übrigen entwickeln sich dann besser. Wenn die Pflanzen über Sommer zu dicht werden oder lange Neutriebe ohne Trauben stören, setzen Sie beherzt die Schere an: Einfach abschneiden oder kürzen. Dabei über jeder Traube zwei Blätter stehen lassen. Sie sehen, Reben kann fast jeder kultivieren, eine tolle Obstart auch für Gartenanfänger.
Achim Werner im Gespräch mit Hartmut Schmidt

» Die Rebschule H. Schmidt im Internet
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