Topinambur – frisch auf den Tisch

Topinambur

Ab Ende Oktober werden die Knollen vom Topinambur nach und nach geerntet.

Man nennt sie auch Erd-Artischocke oder Jerusalem-Artischocke. Im Boden bleiben die Topinamburknollen frisch, bis sie in der Küche gebraucht werden. Ihr feines nussiges Aroma gibt Winterrezepten eine besondere Note. Doch die Kultur hat einen Haken.

Topinambur: vielfältig verwendbar und lecker

Mein liebstes Gericht ist eine gemischte Wurzelgemüsepfanne mit Topinambur, Kartoffeln, Möhren, Pastinaken und Rote Bete. Die helle Topinambur-Knolle schmeckt auch gebraten, als Püree, frittiert zu Chips oder roh geraspelt in einem Rohkostsalat. Der enthaltene Ballaststoff Inulin regt die Verdauung an. Zweifellos ein gesundes Gemüse, das auch im Winter verfügbar ist. Nur – zu viel essen sollte man davon nicht.

Sonst stellt sich mächtiges Bauchgrimmen ein. Pro Portion reichen darum drei mittelgroße Knollen. Ich ernte den Topinambur immer dann, wenn ich damit kochen möchte. Das hat seinen Vorteil. Denn ist er erst aus seinem natürlichen Lager im Gartenboden entfernt, welkt er rasch.

Habe ich doch mal mehr, als ich sofort verbrauchen kann – Sie erinnern sich: das Bauchgrimmen – wandern die Knollen einfach ins Gemüsefach des Kühlschranks. Jedoch nicht länger als für fünf Tage. Topinambur ist eine der unkompliziertesten Gemüsearten, die ich kenne. Er wächst auf leichten wie auf schweren Böden, ist pflegeleicht und liefert eine erstaunlich große Ernte.

» Vom Bergmannspargel zum Salongemüse: Die Schwarzwurzel

Topinambur wuchert

TopinamburblüteWer nun sagt, den will ich auch im Garten haben, bedenke gründlich: Topinambur ist ein Wucherer, der mit seinen Sprossknollen schnell angrenzende Bereiche erobert. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann dem Gewächs ja einen schönen sonnigen Platz abseits der Gemüsebeete geben.

Problematisch wird es aber dann, wenn der Gärtner irgendwann keine Lust mehr auf Topinambur hat. Die Pflanze ist eine Überlebenskünstlerin und treibt aus jedem noch so kleinen Knollenstück wieder aus. So schnell also wird man sie nun nicht mehr los. Da hilft nur, so lange alle jungen Triebe zu entfernen, bis sich nichts mehr rührt. Das braucht Geduld.

Bei mir darf der Topinambur in Ruhe wuchern, denn ich mag diese Knolle. Und mit ihrem dichten Laub und ihren hübschen gelben Blüten dient mir die zwei Meter und höher werdende Pflanze als Sichtschutz vor dem Komposthaufen.

Außerdem halten andere Feinschmecker den Topinambur bei mir ganz gut in Schach: Feldmäuse schauen im Herbst frech zur Selbsternte vorbei. Und die Wühlmäuse können schon mal einen ordentlichen Teil der Ernte wegputzen. Wer das den Nagern nicht gönnt, schlägt ihnen ein Schnippchen: den Topinambur ab Oktober einfach ernten und die Knollen in feuchtem Sand im kühlen Keller einschlagen.
Natalie Faßmann

» Speiserübe mit Patent: Teltower Rübchen

Topinambur: Pflanz-Tipp

Topinambur pflanzenSuchen Sie sich den Platz für das Topinambur-Beet abseits der Gemüsebeete.

Von Mitte März bis Ende April legen Sie die Knollen in etwa 5 bis 10 cm tiefe Pflanzlöcher. In schwerem Boden eher höher, in leichtem Boden eher tiefer. Zwischen den Knollen sollte ein Abstand von etwa 50 cm sein.

Sorten: Topinamburknollen sind rundlich oder birnenförmig, manche gar verzweigt. Es gibt sie mit weißer Schale (z.B. ‘Bianca’), gelber Schale (z.B. ‘Gute Gelbe’ und ‘Topstar’) und rötlich-violett (z.B. ‘Rote Zonenkugel’ und ‘Violet de Rennes’).
Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr