Tomaten vorziehen

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Tomaten vorziehen
Ab Anfang März lassen sich im Gewächshaus bei 20 bis 22 Grad Tomatenjungpflanzen vorziehen. Die Samenkörner keimen meist zuverlässig innerhalb von fünf bis zehn Tagen.

Nach der Keimung:

Die Sämlinge gleich nach der Keimung möglichst hell stellen, damit sie schön kompakt bleiben. Mit vier bis acht Zentimeter Größe können die Jungpflanzen in kleine Töpfe pikiert werden.

Etwa vier Wochen vor dem geplanten Pflanztermin in größere Töpfe umtopfen. Dabei jeweils etwas tiefer setzen. So bildet sich ein ausreichend großes, gut verzweigtes Wurzelsystem.

» Gartenpraxis: Tomaten pflegen

Welche Tomate darf’s denn sein?

Vor der Aussaat steht die Frage nach den optimalen Sorten. DIE Beste gibt es nicht, aber jede Sortengruppe hat ihre ganz speziellen Vorteile.

Sorten mit kleinen Früchten wie Kirsch- oder Wildtomaten bilden meist sehr viele Beeren und wachsen stark, der Gesamtertrag ist jedoch etwas niedriger als bei normalfrüchtigen. Die meisten besitzen einen ausgeprägt süßen Geschmack. Viele sind relativ unempfindlich gegenüber der Braunfäule. Sorten sind z. B. ‘Sweet Million’, ‘Mirabelle’ und ‘Zebrino’.

Cocktailtomaten wie ‘Picolino’ oder ‘Prinz Borghese’ sind etwa hühnereigroß. Ihr Ertrag ist hoch, und die Früchte sind süßaromatisch. Sie eignen sich gleichermaßen zum Naschen als auch für Salate oder zum Kochen.

Normalfrüchtige Sorten, die sogenannten Obsttomaten wie ‘Harzfeuer’, ‘Hildares’ oder ‘Moneymaker’ tragen sechs bis acht Zentimeter große Früchte und zählen zu den ertragreichsten Sorten. Das Aroma ist in der Regel ausgewogen säuerlich-süß. Nur wenige, zum Beispiel ‘Vitella’, sind tolerant gegenüber der Braunfäule. Zu den Obsttomaten zählen auch längliche Kochtomaten vom San Marzano-Typ und Eiertomaten.

Fleischtomaten wie ‘Marmande’, ‘Ananas’ und ‘Belriccio’ bilden je nach Sorte mit 200 bis 1500 Gramm Gewicht die größten Früchte und schmecken mild, zuweilen auch süß. Sie reifen spät, je größer die Früchte, desto später. Deshalb ist der Ertrag bei den größten Sorten am geringsten. Die meisten Züchtungen sind anfällig gegenüber der Braunfäule.

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Seitentriebe ausbrechen - nicht immer nötig

Tipp: Entgeizen ist nicht bei allen Tomaten nötig. Stabtomaten werden eintriebig gezogen. Sie bilden ständig Blattachseltriebe, die man möglichst jung entfernen sollte. Weil sie schnell wachsen, sollten sie ein- bis zweimal pro Woche ausgekniffen werden.

Buschtomaten dahingegen einfach wachsen lassen. Sie werden kaum höher als 75 Zentimeter, brauchen jedoch mehr Fläche. Es gibt sie mit unterschiedlichen Fruchtformen.

Extra-Tipp: Saatgut prüfen mittels Keimprobe

Vielleicht wissen Sie schlichtweg nicht mehr, wann Sie Saatgut gesammelt haben, oder ob es wirklich optimal gelagert war, oder Sie möchten sich nicht auf den Tütenaufdruck verlassen. Dann hilft eine Keimprobe weiter.

Auch wenn es für die Aussaat anderer Pflanzenarten vielleicht noch etwas früh sein mag, lohnt es sich, schon einige Zeit vorher eine Keimprobe zu machen. Dann kann in Ruhe frisches Saatgut besorgt werden, falls die Keimfähigkeit zu schlecht ist oder die Samen überhaupt nicht mehr keimen. 

Dazu zehn Samenkörner auf feuchtes Filterpapier oder Küchenkrepp legen. Lichtkeimer wie Basilikum lediglich mit einer Glasschale oder einem großen Glas gegen Austrocknen schützen. Die meistens anderen Arten keimen besser im Dunkeln und werden mit einer Untertasse abgedeckt.

Dann zimmerwarm aufstellen und das Papier feucht halten. Spätestens nach drei Wochen sind die gesunden Körner der Probe gekeimt. Schnellkeimer wie Kohl und Rettich zeigen deutlich früher Flagge.

Sind alle zehn aufgegangen, ist das Saatgut noch voll da. Keimen mindestens sieben, säen Sie einfach dichter oder mehr Körner aus. Liegt die Rate nur knapp über 50 %, verbrauchen Sie das Saatgut am besten so zeitig wie möglich.

Keimproben können auch auf Aussaaterde durchführt werden. Zur rechten Jahreszeit lassen sich die Sämlinge sogar vereinzeln und weiterkultivieren.

Ob’s wohl noch keimt?

Gemüse- und Kräutersamen halten, je nach Art, bis zu sechs Jahre. Kurzlebiges Saatgut, z. B. die Körner von Schwarzwurzel, Zwiebeln und verwandten Arten sowie Zuckerwurzel, Kerbelrübe und Pastinake werden auch bei optimaler Lagerung schon nach ein bis zwei Jahren taub. Samenkörner dieser kurzlebigen Arten in bereits geöffneten Saatguttüten werden von ihren Lebensgeistern meist noch früher verlassen. Hier lohnt ein Keimtest kaum. Kaufen Sie besser jährlich frisches Saatgut.

» Ausaat im Gewächshaus: Tipps, Temperaturangaben, Keimdauer

Tomate, Chili, Paprika - Aussaatzeitraum

Der ideale Aussaatzeitraum für die sehr wärmeliebenden Fruchtgemüsearten variiert. Er ist im Wesentlichen von der jeweiligen geografischen Herkunft abhängig.

So können die robusten Tomaten später ausgesät werden als die anspruchsvolleren Auberginen aus Indien oder tropische Chili-Sorten. Ein Glück, dass es von altbekannten Gemüsearten an unser Klima angepasste Sorten gibt. Im Zweifel sichert eine zeitige Aussaat reiche Ernten.

Aubergine, Tomate und Co. keimen sicher auf mineralischen Pflanzgranulaten wie Seramis, Perlite oder Vermiculite. Diese sind frei von Schaderregern, und die Keimwürzelchen faulen im gut belüfteten Substrat nicht.

Allerdings: Einige Tage nach der Keimung muss das nährstofffreie Granulat mit halber Dosierung flüssig nachgedüngt werden. Oder Sie pikieren die Sämlinge in Töpfe mit Aussaaterde.

Beim Fruchtgemüse die großfrüchtigen Sorten zuerst aussäen. Sie haben die längste Kulturdauer. So reifen frühe Kirschtomaten schon ab Juni, die meisten Fleischtomatensorten erst ab August.

Alles bereit? Nein? Na dann schnell ins Gartencenter, Aussaaterde, Saatgut besorgen, und los geht’s. Wer spät dran ist, stellt seine Aussaaten besonders warm auf. Dann keimen sie schneller.

Wer sehr früh aussät, muss mitunter eine künstliche Pflanzenbeleuchtung bemühen. Zusatzlicht aus speziellen Pflanzenleuchten garantiert kompakte Jungpflanzen. Zudem sollte die Temperatur nach dem Keimen um einige Grad gesenkt werden. Selbst das Licht am hellsten Südfenster reicht im zeitigen Frühjahr nicht aus, und es entwickeln sich dünne, schwächliche Sämlinge. Tomaten und Kürbisgewächse erreichen dann locker 50 cm Höhe und mehr und brechen beim Pflanzen leicht ab.

Auf kalten Fensterbänken sorgt eine elektrische Heizmatte für warme Füße. Oder Sie legen eine isolierende Styroporplatte unter die Aussaatgefäße.

Fruchtgemüsearten - wann werden sie unter Glas ausgesät:

Tomate Mitte März bis Mitte April, 20–24 °C

Paprika (wärmeliebende Sorten fürs Gewächshaus, exotische Herkunft) Mitte Feb. bis Ende Feb., 22–30 °C

Paprika (auch fürs Freiland empfohlene Sorten) Mitte Feb. bis Ende März, 22–26 °C

Chili (exotische Herkunft wie Thai-Chili, ‘Habanero’, ‘Bhut Jolokia’) Anfang Feb. bis Anfang März, 20–30 °C

Chili (auch fürs Freiland empfohlene Sorten) Mitte Feb. bis Ende März, 22–26 °C

Aubergine (Solanum melongena) Mitte Feb. bis Anfang März, 22–26 °C
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