Sellerie

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Knollensellerie

Sellerieblätter werden – entgegen manchem Tipp – während der Reife nicht ausgerissen. Das raubt Energie, die der Knolle für ihr Wachstum fehlt.

Sellerie säe ich nicht mehr selbst aus. Ich mache es mir einfach und kaufe Anfang Mai je einen Satz Jungpflanzen von Knollensellerie und Stangensellerie in der Gärtnerei. Die Aussaat ab Ende Februar auf der Fensterbank ist mir zu heikel, denn Sellerie ist in seiner Jugend sehr temperaturempfindlich. Die Profi-Gärtner können die Temperatur in ihren Gewächshäusern viel besser steuern als ich auf meiner Fensterbank. Dieses Jahr möchte ich den Starkzehrer gern mit Lauch in einem Beet verpaaren. Diese Mischkultur soll sehr gut funktionieren, da beide Gemüse ähnliche Ansprüche an den Boden stellen und sehr lange gemeinsam im Beet stehen. Ins Pflanzloch kommt ein Schäufelchen Kompost. Und dann werden die Selleriepflanzen so tief gesetzt, wie sie auch im Pflanztopf standen. Die Herzblätter dürfen nicht mit Erde bedeckt sein, sonst bilden sich nur kleine, schlecht geformte Knollen. Aber der Sellerie darf auch nicht zu hoch gepflanzt werden. Dann entwickeln sich viele seitliche Nebenwurzeln, was ebenfalls zu Lasten der Knollenqualität geht. Sellerie, egal ob Knolle oder Stange, wird in einem Abstand von 40 Zentimetern gesetzt. Da bleibt zwischen den Pflanzen noch genügend Platz für Pflücksalat. Der füllt erst einmal die Lücken und ist geerntet, bis der Sellerie größer ist. Ein paar Reihen weiter säe ich gleich noch den unkomplizierten Schnittsellerie aus, im Abstand von 10 x 15 Zentimeter. Er wächst rasch, und seine Blätter liefern schon zeitig würziges Selleriearoma, während seine großen Geschwister noch langsam größer und stattlicher werden. Auch von denen könnte man ab und an ein Blatt oder gar einen ganzen Stängel klauben, doch das würde die Pflanzen bald schwächen.

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Knollensellerie. Foto: istockphoto.comWährend ich den Sellerie pflanze, höre ich wieder meinen Großvater. Er sagte immer: „Sellerie braucht Futter und er will gehackt werden.“ Knollen- und Stangensellerie sind Starkzehrer. In der Fruchtfolge stehen sie in erster Tracht nach Gründüngern oder einer Mistgabe im Herbst. Die Startdüngung zur Pflanzung ist bald aufgebraucht und Nachschub muss her. Am besten in Form eines kaliumbetonten Düngers, z. B. Beinwelljauche. Das Kalium sorgt für schöne hellfleischige Knollen. Die erste Gabe Anfang Juli, die zweite Gabe Mitte August. Lockert man den Boden alle 4 bis 5 Tage rund um die Sellerie- pflanze vorsichtig auf, hält das nicht nur das Unkraut zurück. Es kommt auch dem durstigen Gemüse zugute. Denn indem man die feinen Kapillaren an der Boden-oberfläche zerstört, wird die Verdunstung des Bodenwassers verringert. Nur nicht zu tief hacken, denn das verletzt die oberflächennahen Wurzeln. Eine Mulchschicht aus Beinwellblättern ist doppelt nützlich: Sie bedeckt nicht nur den Boden und hält die Bodenfeuchte, sie liefert auch Kalium nach. Ab Mitte Juli sollte zusätzlich gewässert werden, vor allem auf leichten Böden. Denn Sommertrockenheit ist ein Auslöser dafür, dass der zweijährige Sellerie bereits im ersten Jahr blüht. An Knollen oder dicke Stangen ist dann nicht mehr zu denken ...

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Die Sortenvielfalt bei den Jungpflanzen ist beschränkt. Eine erstaunlich große Auswahl finde ich jedoch bei Saatguthändlern. Da gibt es gegenüber Sellerieschorf und Septoria-Blattflecken toleranten Knollensellerie für belastete Standorte (z. B. ‘Ibis’, ‘Mars’ und ‘Anita’) oder Sorten mit geringer Schoßneigung (z.B. Knollensellerie ‘Ibis’ oder Stangensellerie ‘Spartacus’). Die meisten modernen Stangenselleriesorten wie ‘Tall Utah’, ‘Tango’ und ‘Golden Spartan’ sind selbstbleichend. Deren innere Stängel werden von den äußeren, kompakt zusammenstehenden Stängeln gut abgedeckt.
Natalie Faßmann

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Sellerie selbst säen

Sellerie Giant RedWer bestimmte Selleriesorten wie den roten Stangensellerie ‘Giant Red’ (s. Bild) anbauen möchte, muss selbst das Samentütchen schwingen. Ende Februar geht’s los, damit die Jungpflanzen im Mai groß genug zum Auspflanzen sind. Die Aussaat ist ein wenig heikel, denn Sellerie reagiert sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen. Während der etwa dreiwöchigen Keimphase brauchen die Samen eine konstante Temperatur von 20 Grad, damit sie sicher auflaufen. Das gelingt mit einem beheizbaren Mini-Gewächshaus oder einer Heizplatte. Sobald die Jungpflanzen mehr als zwei echte Laubblätter besitzen, werden sie pikiert und kühler gestellt. Optimal sind 15 bis 16 Grad. Die Temperatur darf aber nicht unter 10 Grad sinken, sonst wird der Blühreiz ausgelöst.

Steckbrief: Sellerie

Gemüsefamilie: Doldenblütler, verwandt mit Möhren, Fenchel, Petersilie und Dill
Aussäen: Vorkultur ab Ende Februar, Direktsaat von Schnittsellerie ab Ende April
Ernten: August bis November
Lagern: Knollensellerie in feuchten Sand einschlagen
Fruchtfolge: Gute Vorfrüchte sind über-winternde Gründünger; Anbaupause von vier Jahren zwischen Doldenblütlern
Düngen: Starkzehrer; vor der Pflanzung Kompost ins Beet, während der Saison 2mal einen kaliumbetonten Dünger geben
Pflanzenschutz: Sellerieschorf und Septoria-Blattflecken lassen sich durch Fruchtfolge vermeiden, sonst tolerante Sorten verwenden
Sorten: Knollensellerie ‘Monarch’, ‘Wiener Riesen’, ‘Mars’, ‘Ibis’, Stangensellerie ‘Tall Utah’, ‘Tango’, ‘Golden Spartan’ , ‘Spartacus’, Schnittsellerie ‘Gewöhnlicher Schnitt’

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