Schichtwechsel im Gemüsegarten

Der Gemüsegarten zeigt im Juli, was in ihm steckt. Es gibt jede Menge Salate, Erbsen, Bohnen, Möhren, Kartoffeln, Sommerkohl und noch Vieles mehr zu ernten. Ab August haben dann Tomaten, Zucchini und Paprika Hochsaison.

Lückenfüller säen

Die Dauerbrenner im Gemüsebeet sind Pflücksalate, Radieschen, Rucola und Kohlrabi. Alle zwei bis drei Wochen wird eine neue Runde gesät, in noch freie oder abgeerntete Reihen und einfach überall dorthin, wo gerade Platz ist.

Schon nach vier bis sechs Wochen sind die Lückenfüller wieder verschwunden und machen Platz fürs Herbst- und Wintergemüse. Pflückreif sind jetzt auch die Dicken Bohnen. Aus den festen Hülsen werden die flachen, blass-grünen Bohnenkerne herausgelöst.

Je kleiner die Kerne sind, desto besser schmecken sie. Schon bald bildet sich um jede Bohne eine zähe, ledrige Haut, die leicht bitter schmeckt. Während die Dicken Bohnen nach der Ernte das Beet räumen, können Zuckererbsen, Markerbsen und Gartenbohnen den ganzen Sommer über geerntet werden.

Etappenweise ernten

Das regelmäßige Durchpflücken regt die Bildung neuer Blüten und damit vieler neuer Erbsen und Bohnen an. Etwa zehn Wochen nach dem Legen beginnen die Kartoffeln zu blühen. Dann sind die Knollen der frühen Kartoffelsorten wie ‘Rosara’, ‘Sieglinde’ und ‘Forelle’ groß genug zum Ernten.

Im Frühling gesäte Möhren und Rote Bete werden jetzt nach und nach aus der Erde gezogen, immer dann, wenn sie in der Küche gebraucht werden. Zum Lagern eignen sie sich noch nicht. Ganz im Gegensatz zu den Küchenzwiebeln.

Das Zwiebellaub beginnt Ende Juli zu welken, und bald darauf können die Zwiebeln geerntet werden. Saatzwiebeln brauchen länger zur Lagerreife als Steckzwiebeln, etwa bis August. Schon vorher können Sie jedoch die jungen, noch milden Zwiebeln samt grünem Lauch ernten.

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Verdunstung reduzieren

Bei dieser Erntepracht braucht der Sommer-Gemüsegarten zusätzliche Pflegeeinheiten. Hacken Sie mindestens einmal pro Woche den Boden zwischen den Reihen. Das sorgt für eine gute Durchlüftung des Bodens, wirkt gegen Verdunstung und Unkraut.

Die fauleren Gärtner (oder die klügeren?) bringen eine dünne Mulchschicht aus verrottetem Kompost oder Rasenschnitt aus. Das bewahrt die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt auch das Unkraut.

Gießen Sie durchdringend morgens und an heißen Tagen abends noch einmal. Das ist besser als mehrere kleinere Wassergaben. Erbsen, Bohnen, Gurken, Kohl werden leicht angehäufelt. So können sich Seitenwurzeln bilden.

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Achten Sie auf Krankheiten und Schädlinge.

Räupchen von Kohlweißling und Kohleule laben sich am Kohl, und auch die Kohlmottenschildlaus – besser bekannt als Weiße Fliege – macht sich unbemerkt auf den Blattunterseiten der Kohlblätter breit. Hier helfen früh morgens Spritzungen mit Rapsölpräparaten. Die Weiße Fliege ist dann noch starr von der Nachtkälte.

Schneiden Sie erste Mehltaublätter an Gurken und Zucchini weg. Fungizide helfen nur bei den ersten weißen Mehlflecken.

Sobald die Tomaten der untersten Rispe beginnen, sich rot zu färben, werden die unteren Tomatenblätter weggeschnitten. So gelangt kein Spritzwasser auf die Blätter, und die tückische Kraut- und Braunfäule kann sich nicht unter den Tomaten verbreiten.

Was noch gesät werden kann

Die abgeernteten Beete bleiben nicht lange leer. Setzlinge von Winterkohl, Porree, Endivie und anderem Herbst- und Wintergemüse warten im Frühbeet schon auf ihren Einsatz. Und bis Ende Juli können noch Salate, Möhren, Erbsen gesät werden.

Gibt es keine Beetnachfolger, werden die leeren Beete mit Mulch abgedeckt oder bis spätestens August wird Gründüngung eingesät: zum Beispiel Phacelia, Gelbsenf und Roggen.

Was kommt jetzt ins Beet?

Wo jetzt noch Frühkartoffeln, frühe Möhrensorten und Buschbohnen stehen, werden bald die Setzlinge von Rosenkohl, Grünkohl, Mangold und Winterlauch (z.B. ‘Carentan 3’) gepflanzt. In ehemalige Radieschenreihen folgen dann späte Möhrensorten wie ‘Nantaise 2’ und ‘Purple Haze’. Nur noch bis Ende Juni kann Herbstkohlrabi gesät werden (‘Superschmelz’, ‘Blaril’). Bis Mitte, Ende Juli lohnt sich noch die Aussaat von Zucker- und Markerbsen, Radieschen (‘Rudi’, ‘Sora’), Kopfsalat, Möhren, Mangold, Radicchio und Kohl.

Noch bis August können die leeren Reihen im Beet mit Jungpflanzen gefüllt werden: mit Pflück-, Kopf- und Eissalat (‘Amerikanischer Brauner’, ‘Estelle’, ‘Ovation’), Chinakohl, Pak Choi, Endivie (‘Escariol’, ‘De Louviers’), Fenchel und Kohlrabi. Setzlinge nach dem Pflanzen sorgsam gießen. Bei Hitze schattieren, zum Beispiel mit einem Gemüseschutznetz oder mit einer Obstkiste aus Holz.

Natalie Fassmann
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