Paprika von himmlisch süß bis höllisch scharf

Spitzpaprika

Paprika aus dem eigenen Garten oder sogar vom Balkon? Dann helfen unsere Tipps zur Aussaat und Weiterkultur weiter.

Das Sortiment an Paprika- und Chilisorten mit kurzer Anbauzeit, die auch in unseren Breiten reifen, wird zunehmend größer. Säen Sie trotzdem nicht zu spät aus. Dann kommen die Jungpflanzen kräftig und meist schon mit ersten Blüten ins Beet.

1 Die beste Aussaatzeit ist von Mitte Februar bis Mitte März bei 22 bis 25 °C. Die Samen keimen nach 5 bis 12 Tagen.

2 Das Aussaatsubstrat Hier bewährt sich Aussaaterde aus dem Gartenmarkt. Sie enthält weniger Nährstoffe als z. B. Blumenerde.

3 Die Weiterkultur Wird die Temperatur um 2 bis 3 °C reduziert, bleiben die Sämlinge kompakter.

4 Keimlinge wachsen nur bei ausreichend Licht optimal. Auch der hellste Platz am Fensterbrett reicht dazu nicht immer aus, vor allem bei frühen Aussaaten. Hier helfen spezielle Pflanzenleuchten. Ihr Lichtspektrum ist auf Pflanzen abgestimmt und trägt wesentlich dazu bei, dass sie kompakter bleiben.

» Blumenerde - 14 Tipps

5 Pikieren Vereinzelt werden die Pflänzchen spätestens, wenn sie das dritte echte Blatt gebildet haben und etwa 5 bis 7 cm groß sind. Am besten 1 bis 2 cm tiefersetzen, als sie vorher standen. Entweder in kleine Töpfe oder im Abstand von 6 mal 6 cm in Schalen pflanzen.

6 Das Substrat sollte weiterhin nährstoffarm sein, damit sich die Wurzeln strecken und reichlich verzweigen.

7 Gut bewurzelte Jungpflanzen vertragen nach dem Pikieren auch fettere Kost. Sie entwickeln sich optimal in Blumenerde. Oder vier Wochen nachdem Pikieren wöchentlich flüssig düngen. Dazu den Dünger in der halben Dosierung wie auf der Packung angegeben ins Gießwasser mischen.

8 Pflanzzeit ist ab Mitte April im geheizten Gewächshaus, ab Mitte Mai im Freiland. Liegen die Temperaturen häufig noch unter 10 °C, lieber etwas später pflanzen, denn ein Pflanzschock verzögert die Entwicklung und den Erntebeginn deutlich. Das reduziert den Ertrag.

9 Ein Schutz aus Vlies oder ein Folientunnel ermöglicht den Pflanzen draußen im späten Frühjahr eine schnellere Entwicklung. Ab Mitte Juni kann die Abdeckung entfernt werden. An sehr sonnigen Tagen öfter lüften. Mehr als 30 °C schaden selbst den wärmeliebenden Paprikapflanzen.

» Saisonstart im Gemüsegarten

10 Die Weiterkultur unter Glas bringt bei allen Arten und Sorten eine frühere Ernte und so auch mehr Früchte.

11 Balkon und Terrasse sind ebenso geeignete Standorte, sofern sie gut besonnt sind. Im begrenzten Erdvolumen von Kästen und Kübeln machen sich schwachwachsende Sorten gut.

12 In Pflanzgefäßen tragen Paprika und Chili häufig mehr und früher als die gleiche Sorte in gewachsenem Boden. Der Grund ist die höhere Substrattemperatur.

13 Die erste Blütenknospe, die „Königsknospe“, muss bei großfrüchtigen Sorten über 5 cm Fruchtlänge entfernt werden. Wächst aus ihr eine Frucht, kann sich die Jungpflanze nicht optimal entwickeln und bleibt klein. Das reduziert den Gesamtertrag spürbar. Bei Chilis, Jalapenos und Peperoni können alle Knospen bleiben.

14 Düngen und wässern Die Gemüse-und Würzpflanze aus Südamerika zählt zu den Mittelzehrern, also bitte nichtüberdüngen. Wässern dürfen Sie dagegen reichlich. Das fördert Wachstum und Ertrag.

15 Die Ernte beginnt unter Glas ab Juli, im Freiland ab August. Das ist stark von der Sorte abhängig. Kleinfrüchtige Sorten sind meist früher dran als große Gemüsepaprika. Achten Sie beim Saatgutkauf auf die Angaben „frühreifend“ und „fürs Freiland geeignet“.

16 Zeitiges Pflücken lässt die darauf-folgenden Früchte schneller reifen.

» Gemüsegarten - Tipps zur Ernte

17 Die Ernte endet mit dem ersten Frost. Allerdings wachsen die Früchte in den häufig kühlen und lichtarmen Wochen davor kaum noch. Sie können daher auch zeitiger geerntet werden.

18 Das Nachreifen lohnt nicht. Die Früchte gewinnen dadurch nicht an Qualität. Paprika schmecken auch schon grün, Chili und Co. haben dann bereits einen großen Teil ihrer Schärfe erreicht.

19 Saatgut selber sammeln Samen aus vollreifen Früchten keimen sehr gut. Rechnen Sie jedoch mit Überraschungen. Paprika verkreuzt sich sehr leicht mit anderen Sorten. Die Nachkommenschaft könnte sehr bunt ausfallen und vor allem unerwartet scharfe Früchte tragen. Auch das Saatgut aus F1-Hybriden bringt keine homogenen Pflanzen hervor.

20 Früchte aus dem Supermarkt enthalten ebenfalls keimfähiges Saatgut. Die Samenkörner aus getrockneten Chili-Schoten sind dagegen oftmals taub. Stammen die Früchte aus europäischen Ländern, handelt es sich meist um Sorten, deren Nachkommen im Gewächshaus leicht zur Reife kommen. Die Samen aus tropischen Herkünften, z. B. Thai-Chili reifen auch unter Glas sehr spät. Fürs Freiland eignen sich die Supermarktsorten meist nicht.

» Scharfe Chilis - bunte Vielfalt


Extra-Tipp: Freiland oder Gewächshaus?

Die Auswahl an Freilandsorten ist leider begrenzt. Ist der Sommer verregnet und kühl, können sogar bewährte Sorten wie ‘Feher’ oder ‘Augsburger Rote’ versagen.

Faustregel: je kleiner die sortentypische Frucht, desto früher tragen die Pflanzen.

Alle Paprika möchten die wärmsten Stelle im Garten und volle Sonne. Ist es kühl, hält ein Folien- oder Vliestunnel das Beet um einige Grad wärmer.

Im ungeheizten Gewächshaus reifen dagegen beinahe alle Sorten. Ein einfaches Folienhaus reicht schon aus.

» Gemüse aus dem Gewächshaus


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