Nicht nur Kopfsache

Salat im Blumenbeet

Salat verträgt sich mit den meisten anderen Pflanzenarten und sieht auch in Blumenbeeten und Balkonkästen gut aus.

Eine Saison ohne Salat? Unvorstellbar! Im Süden heißt Kopfsalat ganz einfach „Grüner Salat“. Aber längst gibt es den Klassiker in Rot oder mit gesprenkelten Blättern. Nicht zu vergessen die vielen Spielarten mit offenen Köpfen, mit knackigen oder bizarr geformtem Laub oder gar mit dicken Stämmen.

Ich kann mich zwischen dem Angebot kaum entscheiden. Jedenfalls wähle ich nur Sorten aus, die entweder gut mit kühlem Frühjahrswetter zurechtkommen oder im heißen Sommer zuverlässig Köpfe bilden, statt vorzeitig zu blühen. Gärtner nennen die unerwünschte Blüte Schossen.

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Große Salatvielfalt

Ich habe die Sortengruppen mit den fleischigen Blättern für mich entdeckt: Eissalat, Romanasalat und Bataviasalat. Ihre Blätter sind etwas dicker als die von Kopfsalat und haben mehr Biss. Die kräftigen Blattrippen sind besonders knackig. Ich kann nicht verstehen, dass sie von manchem Hobbykoch entfernt werden. Ich entferne nur die groben äußeren Blätter der Köpfe und freue mich auf das zarte Innere.

Aber der Reihe nach. Romanasalat mit seinen schlanken, dicht geschlossenen Köpfen kommt vom Mittelmeer, ist Hitze gewöhnt und schosst auch im heißesten Sommer kaum. Beliebt sind kleine Sorten wie ‘Little Gem’, die mit 20 x 20 cm Platz auskommen. Eine gute warme Vorspeise. Längs aufschneiden und mit Käse und Schinken überbacken.

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Lagerfähigkeit

Mein Favorit für die Salatschüssel sind die großen Romanas. Sie brauchen 25 x 30 cm Platz und werden gut 35 cm hoch. Ihre großen, scheinbar groben Blätter sind dennoch zart. Die Sorte ‘Bionda degli Ortolani’ hat sich bei mir als gut schossfest erwiesen und hält sich über eine Woche im Kühlschrank.

Eissalat bildet schwere Köpfe, ist noch knackiger und gut lagerfähig. Er steht jedoch gut zwei Wochen länger auf dem Beet als andere kopfbildende Salatsorten. Ich baue ihn daher selten an. Dann muss es aber die apart rotblättrige Sorte ‘Sioux’ sein.

Neues ausprobieren

Meine neueste und vielversprechende Entdeckung ist Bataviasalat. Seine Merkmale stehen zwischen Kopfsalat und Eissalat, er bildet offene bis leicht geschlossene Köpfe und hat die knackigen Blätter vom Eissalat geerbt, entwickelt sich aber schneller. Seit die rotüberhauchte Sorte ‘Ubriacona’ mit leicht gekraustem Laub ihr Debüt bei mir gegeben hat, probiere ich nun in jedem Jahr eine neue Sorte aus.

Apropos probieren: Wer Sinn für Ausgefallenes hat, sät Chinesischen Spargelsalat. Seine zungenförmigen, festen Blätter werden peu à peu von unten her geerntet, bis die Pflanzen zu blühen beginnen. Dann ist der Strunk drei bis sechs Zentimeter stark, bis zu einen Meter hoch und wird wie Spargel zubereitet. Vorher großzügig schälen, denn in der äußeren Schicht befindet sich der bittere Milchsaft.

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Zart und lecker - und farbenfroh

Wer lieber zarte Blättchen mag, wählt Kopf-, Pflück- oder Schnittsalat, wegen der weichen Blätter auch Buttersalate genannt. Diese drei Sortengruppen bestechen auch durch die große Farbpalette. Kopfsalatsorten wie der tiefrote ‘Rouge Grenobloise’ und der rot überhauchte ‘Merveille des 4 Saisons’ machen sie nicht nur zum optischen Genuss. Die enthaltenen Anthocyane gelten als sehr gesund.

Das wird Ihnen zu bunt? Dann entscheiden Sie sich vielleicht für den Kopfsalat ‘Dynamite’ oder werden bei grünen Schnittsalatsorten fündig (z. B. ‘Hohlblättriger Butter’). Pflücksalate wie die krausen Lollos und den Eichblattsalat gibt es ebenfalls in leuchtendem Grün und Rot.

Einfach mal mischen

Mischen Sie doch mal ganz unterschiedliche Sorten oder platzieren ein paar Setzlinge zwischen Zinnie und Ziergras. Selbst ein ganz gewöhnlicher grüner Kopfsalat entfaltet neben rotblühenden oder rotblättrigen Stauden eine enorme Fernwirkung. Und Pflücksalat ist sogar noch attraktiv, wenn er blüht.

Salat gelingt fast immer und auf jedem Gartenboden. Die genügsamen Pflanzen schätzen gleichmäßig feuchte Erde und kommen mit zwei Liter Kompost pro Quadratmeter aus.

Achim Werner


Tipps und Tricks

Unter der Haube Durchsichtige Abdeckungen, z. B. aus Kunststoffflaschen, halten Schnecken fern. Gleichzeitig trocknet die Erde darunter langsamer aus. Während kühler Perioden wachsen die Pflänzchen unterm Schutz schneller als ohne. Eine zweite Ernte wächst aus dem Strunk, wenn der untere Blattkranz von Pflücksalaten geschont wird. In den Blattachseln befinden sich Knospen, aus denen innerhalb von drei Wochen wieder ein neuer grüner Schopf wächst.

Mischen Sie doch mal!
Salat verträgt sich mit den meisten anderen Pflanzenarten. Kohlrabi und Radieschen mag er sogar ganz besonders. Nur Petersilie und Salat können sich nicht ausstehen.

In die Vertikale Blattsalat verankert sich gut in Pflanzmatten aus faserigem Material und gedeiht dort, sofern es gleichmäßig feucht ist, z.B. als Wandmosaik mit vielen anderen Blattgemüsen.

Genügsam Sofern das Substrat immer mäßig feucht ist, reift Salat auch im Blumentopf oder im Balkonkasten.

Jetzt aber schnell! Ernten Sie die Blätter oder Köpfe erst kurz vor der Verwendung. Sonst welken die Blätter.

Schnecken mit Haus richten nur selten große Schäden an. Sie treten kaum in derart großen Zahlen auf wie Nacktschnecken, die sich Nacht für Nacht über die Köpfe hermachen. Jungpflanzen verschwinden mitunter komplett.

Blatt für Blatt So wird Pflücksalat üblicherweise geerntet. Einfach die unteren, älteren Blätter vorsichtig abdrehen. Die Pflanze wächst danach weiter und bildet ständig neue Blätter, bis sie blüht.
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