Jetzt ist Kürbiszeit – Ernte, Lagerung und Sortentipps

Themen: Kürbis, Gemüse
Kürbisse

Im Herbst ist Kürbiszeit. Doch die Früchte lassen sich auch gut lagern und dann zu einem anderen Zeitpunkt verarbeiten. Die Dauer der Haltbarkeit wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Meine Kürbisse waren spät dran dieses Jahr. Schon im Juli habe ich mich bang gefragt, ob sie überhaupt jemals Früchte tragen werden. Während die Zucchini im Beet nebenan schon eifrig Früchte produzierten, ließen die Kürbisse auf sich warten.

Die Pflanzen wuchsen zwar üppig und hatten auch zahlreiche Blüten – nur waren die eben nur männlich. Von den weiblichen Blüten mit den kleinen angedeuteten Früchten war lange Zeit keine Spur. Denn die sind höchst anspruchsvoll und erscheinen erst, wenn das Trio aus Wärme, Feuchtigkeit und Nährstoffen für sie optimal ist.

Kürbisvielfalt

Zum Glück war es dann Ende Juli soweit und nun habe ich eine stolze Auswahl kleiner und großer Kürbisse im Beet, die geerntet und eingelagert werden wollen. Darunter sind Riesen-Kürbisse (Cucurbita maxima), die nicht immer riesige Früchte produzieren müssen, wie man sie von dem eher geschmacksarmen ‘Gelben Zentner’ kennt.

Ich mag eher die kleineren Sorten mit einem Kaliber bis 4 Kilogramm wie Hubbards und Hokkaidos. Von den Garten-Kürbissen (C. pepo), zu denen auch die Zucchini gezählt werden, gehören unter anderem Halloweenkürbisse und Spaghettikürbisse. Die Moschus-Kürbisse (C. moschata) wie Muskat- und Butternusskürbis reifen erst sehr spät aus.

Reife Flaschenkürbisse oder Kalebassen (Lagenaria siceraria) werden getrocknet und ausgehöhlt und dienen dann je nach Fruchtform als Becher, Löffel oder Kelle. Die jungen Früchte können wie Zucchini verarbeitet werden.

» Kürbis - der Vielseitige 

Ein Lagerraum für Kürbisse

Auch wenn die gelben, orangen und grünweiß gefleckten Kürbisse den herbstlichen Gemüsegarten farblich herausputzen. Hier draußen können sie nicht bleiben, vor allem, wenn feuchtes Schmuddelwetter oder gar die ersten Frostnächte angesagt sind.

Vor der Ernte sichte ich die Pracht: Die Früchte mit trockenem, verholztem Fruchtstiel und harter Schale schneide ich zuerst von den mittlerweile trockenen Ranken und bringe sie in den Lagerraum. Der ist trocken und zwischen 12 und 18 °C warm. Hier halten sich die Kürbisse rund 3–6 Monate.

Tipps zur Lagerung

Wichtig ist, dass die Früchte – trotz harter Schale – nicht verletzt sind. Auch der Fruchtstiel sollte noch an der Frucht sein. Die zwar schon ausgewachsenen, aber noch nicht lagerreifen Kürbisse lasse ich so lange wie möglich an den Pflanzen hängen. Vor allem die spätreifenden Moschuskürbisse reifen in unseren Breiten leider selten vollständig aus.

Sinken die Temperaturen unter 10 °C, gerät der Reifeprozess ins Stocken. Spätestens dann ist es auch für die Nachzügler Zeit, geerntet zu werden. In einem 20 °C warmen Raum reifen sie für 2 bis 3 Wochen nach und kommen danach in das kühlere Lager.

» Auf zur Kürbis-Ernte

Sortierung nach Lagerzeit

Hier lege ich die Früchte nebeneinander auf Karton oder dicke Lagen Zeitungspapier und sortiere sie nach ihrer Lagerzeit. Ausgereifte Muskatkürbisse können nach hinten, denn sie halten sich ein Jahr und länger. Hokkaidos kommen davor, sie bleiben rund 6 Monate hier.

Die dünnschaligen Halloweenkürbisse bleiben etwa 4 Monate im Lagerraum. Ganz vorn liegen die nicht ganz ausgereiften, aber schon sortentypisch großen Früchte, die zuerst verarbeitet werden sollten. So kann ich nach und nach die Kürbisse holen.

Feuchte Herbstluft während der Ernte oder ein Rempler beim Transport lassen Kürbisse rasch verderben und in sich zusammenfallen. Darum schaue ich einmal in der Woche nach dem Rechten und sortiere Kürbisse mit fauligen Stellen aus.

» Gebackener Kürbis

Verarbeitungsmöglichkeiten

Unreife, zu kleine Früchte kann ich etwa 10–14 Tage wie Zucchini kühl lagern und nach und nach zu herbstlichen Gerichten verarbeiten. Einen Teil werde ich dieses Jahr wohl einfrieren, als blanchierte Würfel und als Püree.

Doch bevor ich mit Kürbissen koche, habe ich mir angewöhnt, immer ein kleines Stückchen roh zu probieren. So teste ich, ob die Frucht bitter ist.

Die bitteren Cucurbitacine sind ein Relikt der Wildkürbisse und noch heute in Zierkürbissen enthalten. Sie können zu Magenkrämpfen, Durchfall, Übelkeit und Schleimhautreizungen führen. Kürbisfleisch kann bitter werden, wenn der Sommer zu trocken oder zu kalt war.

Die Entstehung der Bitterstoffe

Bei Gartenkürbissen können die Bitterstoffe auch durch Verkreuzung mit Zierkürbissen entstehen, z. B. wenn Sorten von Cucurbita pepo nah beieinander stehen. Der Frucht selbst merkt man diese Kreuzung nicht an, erst deren Nachkommen, die aus Samen gezogen werden, können diese Eigenschaft haben.

Übrigens verkreuzen sich auch die Sorten der anderen Arten untereinander, jedoch nicht über die Artgrenze hinweg. Wenn ich sortenreines Saatgut ernten möchte, pflanze ich nur eine Sorte pro Kürbisart an. Ich könnte die Blüten zwar auch von Hand bestäuben und mit einem Papierbeutel verschließen, um Fremdbestäubung zu verhindern. Doch das ist mir zu aufwändig.

Natalie Fassmann



Steckbrief

• Gemüsefamilie: Kürbisgewächse, verwandt mit Gurke, Zucchini und Melone

• Aussäen: Direktsaat ab Mitte April; Vorkultur in kühlen Lagen und bei Moschata-Kürbissen mit später Reifezeit, Pflanzen ab Mitte Mai

• Ernten: unreif ab August, vollreif ab Oktober

• Lagern: bei 12–17 °C je nach Sorte und Reifegrad 2–7 Monate

• Fruchtfolge: gute Vorfrucht ist eine Gründüngung mit Leguminosen; Anbaupause von 3 Jahren zwischen Kürbisgewächsen

• Düngen: Starkzehrer; vor der Aussaat bzw. Pflanzung Kompost oder Stallmist einarbeiten, ab Fruchtansatz noch einmal flüssig düngen

• Pflanzenschutz: Schnecken, Echter Mehltau

• Sorten: Moschata-Kürbis ‘Sucrine de Berry’, ‘Trombolino’, Maxima-Kürbis ‘Red Kuri’, ‘Baby Blue’, Pepo-Kürbis ‘Stripetti’, ‘Table Queen’

Tipps und Infos rund um den Kürbis

• Kürbis-Riesen wie ‘Atlantic Giant’ können rekordverdächtige 400 kg wiegen! • An Klettergerüsten, beispielsweise aus stabilen Weidenstecken, können stark rankende Kürbisse und Flaschenkürbisse emporklettern. Das spart Platz im Beet und schützt die Früchte vor Bodennässe.

• Im Sommer mäandern die Kürbistriebe durch den Garten und wurzeln da ein, wo sie aufliegen. So entstehen kleine Versorgungsstationen, die fern der Hauptwurzel die Früchte mit Wasser und Nährstoffen versorgen.

• Aromatisch Der birnenförmige Butternut schmeckt leicht nussig und eignet sich gut zum Grillen.

• Kleine Portion: ‘Sweet Dumpling’ bringt bis zu 500 g auf die Waage.

• Der Riesen-Kürbis ‘Blue Hubbard’ hat eine edle grau-blaue Schale.

• Der Moschus-Kürbis ‘Trombolina d’Albenga’ bildet an einem Rankgerüst lange, schlanke Früchte aus, die sich zur Reife hellbraun färben. Am Boden wachsend, würden sich die Früchte krümmen.

• Der Garten-Kürbis ‘Magician’ ist ein typischer Halloweenkürbis mit sattoranger Färbung, der 6–7 kg schwer wird. Das Kürbisfleisch, das beim Kürbisschnitzen anfällt, ergibt eine hervorragende Suppe.

• Nur von vollreifen Kürbissen Samen für die Aussaat im nächsten Jahr aufheben. Die Früchte sollten noch 1–2 Monate im Lager nachreifen dürfen. Das erhöht die Keimfähigkeit der Samen.

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