Himbeeren für den Herbst

Themen: Himbeeren
Herbsthimbeeren, die schmecken.

Herbsthimbeeren, die schmecken.

Herbsthimbeeren gewinnen in deutschen Gärten immer mehr Boden. Schließlich haben sie fast nur Vorteile. Nur ein wenig Geduld ist gefragt: Denn die Ernte beginnt erst im August.

Was macht den Erfolg herbsttragender Himbeeren nur aus? "Etwas Einfacheres als ihre Kultur kann es kaum geben, und die Sortenauswahl nimmt ständig zu", weiß Sortenzüchter Markus Kobelt, Inhaber der Versandbaumschule Lubera im schweizerischen Buchs. Aber der Reihe nach: Was als Herbsthimbeere angeboten wird, sind eigentlich zweimaltragende Sorten.

Himbeeren für den Herbst bieten viele Vorteile

Sie blühen und fruchten zunächst am vorjährigen Holz wie ganz normale Sorten, die sogenannten Sommerhimbeeren. Danach, etwa ab August, beginnen bei den zweimaltragenden auch die Ruten aus dem laufenden Jahr zu fruchten. Ganz einfach wird die Kultur, wenn Sie im Oktober oder November alle Ruten kappen – bodeneben. Dann fällt zwar die erste, die Juli-Ernte aus, doch die zweite, die Herbsternte, hält bis zum Frost an, und sie fällt etwas reichlicher aus.

Darüber hinaus gehören absterbende Ruten und madige Früchte der Vergangenheit an. Der Himbeerkäfer legt seine Eier nämlich nur in die Sommerfrüchte. Und die Rutenkrankheit tritt vor allem an alten Ruten auf. Unbeschwerter Genuss also!

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Aromatische Himbeeren - Sortenempfehlungen

Gelbe HimbeerenApropos, das Wichtigste bleibt immer noch das Aroma, und da können sowohl einige alte und eine ganze Reihe neuerer Sorten gut mit Sommerhimbeeren mithalten.

Zu den neueren zählt zum Beispiel ‘Himbo Top’ mit beeindruckend langen Ruten. Sie benötigt ein wenig Stütze, am besten ein, zwei horizontal gespannte Drähte in 70 cm und in 150 cm Höhe – zum Anheften der gut zwei Meter langen Triebe.

Andere Sorten, wie die altbewährten ‘Korbfüller’ und ‘Zefa 3’ oder ‘Aroma Queen’, eine jüngere deutsche Züchtung mit süßaromatischen Früchten, bleiben deutlich kürzer und kommen mit einem quer angebrachten, weitmaschigen Drahtgitter aus. Etwa in 70 cm Höhe zwischen stabilen Pfosten gespannt, durchwachsen es die Ruten ab Frühsommer und bekommen den nötigen Halt.

So kann Ihr Herbsthimbeerbeet bis 75 cm breit angelegt werden. Gepflegt und geerntet wird dann von beiden Seiten. Vorsicht bei der ertragreichen ‘Aroma Queen’: Sie neigt zum Wuchern, eine Rhizomsperre ist empfehlenswert.

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Standorttipps für Himbeeren

HimbeerenAnsonsten sind Himbeeren nicht allzu anspruchsvoll. Wilde Himbeeren sind vor allem an Waldrändern und auf Waldlichtungen zuhause. Sie mögen Sonne und einen beschatteten Fuß, gern in humosem, gleichmäßig feuchtem Boden. Eine Mulchschicht aus Herbstlaub, ohne Himbeer- oder Brombeerblätter, damit sich keine Krankheiten einnisten können, ist ideal. Im Sommer bereitet leicht angetrockneter Rasenschnitt ebenfalls ein angenehm kühles Fußbett.

Halbschatten vertragen die Beerensträucher gut, doch wachsen die besten Früchte an einer sonnigen Stelle. Ein bis zwei Mal Beerendünger im Frühjahr und Hochsommer oder einmal im Jahr Kompost ernähren die Rosengewächse ausreichend.

Und das Schöne dabei: Die Pflanzen bekommen Sie fast ganzjährig in Töpfen. Warum also nicht gleich morgen welche pflanzen?

Achim Werner

Wer gute Ernten für die Marmeladenbereitung schätzt, ist z. B. mit ‘Autumn Bliss’ (=‘Blissy’) gut beraten. Ebenso ertragreich, und noch ein gutes Stück aromatischer sind ‘Himbo Top’ und die frühe ‘Autumn First’. Etwas klein, aber lecker ist die alte ‘Korbfüller’. ‘Pokusa’ trägt weniger, dafür sehr große süße Beeren. Als erstaunlich ertragreich hat sich ‘Golden Everest’ erwiesen. Typisch: Die Zipfelmützenform der reichlich fruchtenden ‘Zefa 3’.

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Pflanztipps: So gedeihen Ihre Himbeeren

Ab und an ein paar Handgriffe und die bescheidenen Beerensträucher bedanken sich mit vielen, makellosen und großen Beeren. Was sie nicht mögen, ist anhaltende Trockenheit und mangelnder oder verspäteter Schnitt. Die Wurzelkonkurrenz und den tiefen Schatten benachbarter Obstbäume quittieren die Sträucher mit kleinen, wenig aromatischen Beerchen.

Himbeeren abstechen• Himbeeren vermehren sich durch Ausläufer und machen sich mitunter ganz schön breit. Stechen Sie vorwitzige Triebe einfach ab, so tief wie möglich.

• Am besten lassen sich Himbeeren im Herbst oder im zeitigen Frühjahr verpflanzen. Wählen Sie kräftige, gesunde Ruten aus der vergangenen Saison, kürzen die Wurzeln nach dem Ausgraben etwas und schneiden die Triebe auf 30 cm zurück. Im Abstand von 50 bis 80 cm wieder einpflanzen. Herbsthimbeeren tragen dann noch im ersten Jahr, Sommerhimbeeren machen eine Saison Pause. Wichtig: Himbeeren nie direkt nach Himbeeren kultivieren. Sie würden kümmern.

• Abgetragene Ruten werden immer gleich nach der Ernte bodeneben abgeschnitten. Dann können sich kaum Krankheiten einnisten.

• Halten Sie Ihr Himbeerspalier luftig. Alle 10 bis 15 cm eine Rute reicht völlig. Zu viele Triebe bringen nicht mehr Ertrag, sondern kleine Früchte. Zudem trocknen nasse Früchte im dichten Bestand langsam ab und faulen leicht.

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