Heidelbeeren, Bickbeeren, Blaubeeren

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Heidelbeeren

Viele halten Heidelbeeren für divenhaft, nur weil sie etwas spezielle Bodenansprüche haben. Dabei ist die Kultur ganz einfach.

Heidelbeeren sind so genügsam: Sie mögen es sonnig oder halbschattig. Gewachsener Boden? Nicht nötig – ein Kübel tut’s auch!

Rückschnitt? Einfach! Wir kommen darauf zurück. Nur in einem Punkt verstehen Heidelbeeren keinen Spaß! Der Boden muss einen niedrigen pH-Wert von 3,5 bis 4,5 haben. Sonst kommt es leicht zu Nährstoffmangel. Die Sträucher wachsen tragen dann kaum noch. Das wäre schade, denn direkt vom Strauch gepflückte, vollreife Heidelbeeren sind unglaublich süß und aromatisch, fast wie Wald-Heidelbeeren. Aber viel größer!

Tipp für das richtige Substrat

Denken Sie also beim Pflanzenkauf auch gleich an das geeignete Substrat. Egal, ob die Beerensträucher im Garten ausgepflanzt oder in Gefäßen kultiviert werden sollen: Rechnen Sie pro Pflanze mit mindestens 50 l Moorbeeterde, die es auch als Rhododendronerde im Handel gibt.

Soll ein ganzes Beet für mehrere Sträucher angelegt werden, wird der Boden dort auf 40 cm Tiefe ausgetauscht. Da kommen für einen Quadratmeter gut fünf große Säcke Substrat zusammen. Ist Ihr Boden nicht allzu kalkhaltig, lässt sich das saure Substrat auch mit 10 bis 15 Prozent Gartenerde mischen.

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Tipps zur Pflanzung

Heidelbeer-Beet_anlegenZunächst jedoch muss an der vorgesehen Stelle der Boden ausgehoben werden. Achten Sie darauf, dass die Grubenränder möglichst senkrecht abgestochen werden. Denn hier wird eine Bahn aus stabiler Kunststofffolie eingelassen, die das Substrat später vom Nachbarboden trennt.

So sickert weder kalkhaltiges Wasser von der Seite ins Beet, noch strecken die Heidelbeerwurzeln ihre Spitzen vorwitzig in den benachbarten Boden. Nach unten bleibt das Beet offen, damit das Wasser gut abziehen kann.

Apropos Wasser: Gießen Sie möglichst mit Regen- oder weichem Leitungswasser, als Dünger sollte ausschließlich Rhododendrondünger verabreicht werden. Dann bleibt der Boden über viele Jahre heidelbeertauglich.

Ideal auch für große Kübel

So versorgt, tragen Kultur-Heidelbeeren Jahr für Jahr mehr Beeren und erreichen gut 1,50 m Höhe und mehr. Spendieren Sie ihnen daher gut einen Meter Abstand zum nächsten Strauch!

Die Sträucher gedeihen übrigens auch sehr gut in großen Kübeln, brauchen dann jedoch öfter einen kräftigen Schluck aus der Gießkanne. Eingetopfte Pflanzen bringen beinahe so viele Früchte wie jene, die ausgepflanzt sind. Wenn sie in der Sonne stehen. Und auch nur dann, wenn sie vor Vogelfraß geschützt sind. Denn von kaum einem anderen Obst naschen die Gefiederten so gern. Also schnell ein feinmaschiges Netz straff über die Sträucher gespannt, solange die Früchte noch grün sind. Andere Schädlinge oder Krankheiten sollten keine Sorgen bereiten.

Verjüngung für ein langes Pflanzenleben

HeidelbeerenHeidelbeeren kommen in den ersten drei, vier Standjahren ohne Schnitt aus. Sollen auch ältere Pflanzen noch große und süße Früchte tragen, möchten die Sträucher jährlich etwas ausgelichtet werden.

Dabei werden ein bis zwei der ältesten Äste ganz herausgenommen. Junge Triebe aus der Basis ersetzen dann die alten.

Regelmäßig so verjüngt, trägt ein Heidelbeerbusch rund 30 Jahre lang jeden Sommer aufs Neue. Tolle Perspektive, oder? Und wann machen Sie blau?

Achim Werner

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Ganz viel Blau – und einmal Rosa

Kultur-Heidelbeeren gehören mittlerweile zum Standardsortiment für den Garten, und es kommen ständig neue gute Züchtungen dazu. Die unterschiedlichen Reifezeiten ermöglichen eine Ernte von Anfang Juli bis Anfang September. Zudem bestäuben sich unterschiedliche Sorten besser.

SorteReifezeitEigenschaften, Besonderheiten
EarlyblueAb Anfang Juli150 cm, Früchte mittel bis groß, für warme Standorte
DukeAb Mitte Juli180 cm, Früchte sehr groß, wg. starkem Behang kräftiger auslichten
SpartanAb Mitte Juli180 cm, Früchte sehr groß, Blüte nicht spätfrostgefährdet
BluerayAb Ende Juli150 cm, Früchte sehr groß, platzfest
PatriotAb Ende Juli150 cm, Früchte groß bis sehr groß, frosthart
GoldtraubeAb Anfang August150 cm, Früchte mittelgroß, allgemein robust
BluecropAb Anfang August200 cm, Früchte groß, frosthart, allgemein robust,
Brigitta BlueAb Anfang August100 cm, Frücht groß bis sehr groß, lange haltbar
Pink LemonadeAb Mitte August150 cm, Früchte rosafarben, mittelgroß bis groß
DarrowAb Mitte August150 cm, Früchte sehr groß, allgemein robust
ElliottAb Mitte August200 cm, Früchte mittelgroß, robust


Extra-Wissen: Die drei Schwestern

Kultur-Heidelbeeren gehören zur Familie der Erikengewächse, zu deutsch: Heidegewächse. Weitere Mitglieder dieser Pflanzengruppe sind die abgebildeten drei Wildobstarten Preiselbeere, Cranberry und Wald-Heidelbeere. Sie alle brauchen zum Gedeihen saure Erde. Keins der Sträuchlein wird höher als 30 cm. Sie sind daher ideale Bodendecker im Moorbeet.

Übrigens zählen auch Rhododendren, Azaleen und die Lavendelheide (Pieris) zu den Heidegewächsen. Sie haben ähnliche Ansprüche und lassen sich mit den verwandten Beerensträuchern kombinieren.




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