Grünkohl – Lieblingsgemüse im Winter

Grünkohl vor dem Frost ernten oder stehen lassen?

Keine Frage! Natürlich wird der Grünkohl geerntet. Aber eben nicht mit Stumpf und Stiel, sondern Blatt für Blatt, immer schön von unten nach oben abgezupft. Dann zieren die geschonten Grünkohl-Palmen meine Beete bis ins zeitige Frühjahr. Und ich kann beides haben: Gemüse und Zierde.

Ich „stehle“ einer Pflanze nie mehr als vier, fünf Blätter. Wenn ich das bei sieben Pflanzen mache, habe ich genügend Grünkohl zusammen, um für vier Personen kochen zu können. Und dieses blattweise Ernten entspricht ganz der Tradition.

In alten Zeiten fing man im September mit den untersten Blättern an und verfütterte sie ans liebe Vieh. Ich lege diese ersten Blätter stattdessen als Mulch unter die Kohlpflanzen. Das hält den Boden feucht und gar.

Ab November erntete man die mittleren und oberen Blätter. Denn dann ist die in den Blättern enthaltene Stärke nach und nach zu Zucker abgebaut und die herben Blätter schmecken deutlich milder.

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Was den Grünkohl mild und süß macht

Aber halt! Soll man den Grünkohl nicht erst nach dem Frost ernten? Nicht unbedingt. Frost ist gut, aber nicht  notwendig. Auch kühle Temperaturen machen den Grünkohl mild und süß, wenn sie über längere Zeit einwirken. Frost ist nur eine nette Dreingabe. Eine einzige Frostnacht macht den Kohl nicht süß, die Tiefkühltruhe übrigens auch nicht.

Grünkohl kann man getrost draußen stehen lassen. Er verträgt Frost bis zu minus 15 °C, der Toskanische Palmkohl nur bis etwa minus 5 °C. Unter Vlies oder einer geschlossenen Schneedecke halten die Pflanzen auch bei tieferen Temperaturen durch.


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Damit hohe Sorten wie die ‘Ostfriesische Palme’ nicht unter der Schneelast knicken, gibt man ihnen eine Stütze. In schneereichen Gebieten sind niedrige Sorten wie ‘Lage Fijngekrulde’ besser geeignet. Am bekanntesten ist wohl der Grünkohl mit den grün gekrausten Blättern, etwa ‘Halbhoher grüner Krauser’ und ‘Lerchenzungen’.

Grünkohl - vielfältig und auch dekorativ

In den letzten Jahren hat auch der sogenannte Braunkohl die Hausgärten erobert. Keine neue Erfindung, sondern eine traditionelle Kohlform aus Nordostdeutschland. Der Kohl mit den dunkelrot-violetten Krausblättern, zum Beispiel die Sorte ‘Redbor’, ist so hübsch anzusehen, dass er oft herbstliche Staudenbeete ziert. Im Nordwesten kennt man dagegen die ‘Ostfriesischen Palmen’, die bis zu zwei Meter hoch werden können.

Es gibt auch Grünkohlsorten, die kann man schon im Sommer ernten, wie den Toskanischen Palmkohl und die Sorte ‘Red Russian’. Der Toskanische Palmkohl hat keine krausen, sondern blasig aufgeworfene Blätter, ähnlich dem Wirsingkohl.

Und der Toskanische Palmkohl hat noch eine besondere Eigenschaft: Er verträgt, anders als andere Kohlarten, Hitze sehr gut. Damit ist er auch ein Kohl, der gut auf sonnigen Terrassen und Balkonen wächst.

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Grünkohl wächst langsam

Gesät wird der Grünkohl im Mai und Juni, direkt ins Beet oder in Töpfchen. Hohe Sorten brauchen etwas länger, sie werden bereits Mitte April gesät. Die vorgezogenen Jungpflanzen werden im Juni und Juli als Nachrücker in die Beete gesetzt. Sie folgen frühräumenden Kulturen wie Frühkartoffeln oder Ackerbohnen.

Der Grünkohl ist ein Starkzehrer. Geben Sie beim Pflanzen gleich ein wenig reifen Kompost ins Pflanzloch. Und setzen Sie die Kohlpflänzchen schon im richtigen Abstand: niedrige und halbhohe Sorten auf 50 x 50 cm, hohe Sorten auf 75 x 50 cm.

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Grünkohl als Vorkultur

Die Lücken zwischen den Pflanzen können Sie mit Salatsetzlingen füllen, denn der Kohl wächst anfangs recht langsam. Grünkohl hinterlässt wie andere Kohlarten einen gut durchwurzelten Boden, er ist darum eine gute Vorkultur für alle Gemüse.

Nur die Kohlverwandten sollten ihm nicht folgen. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich Kohlfliegen und Krankheiten wie die Kohlhernie im Boden anreichern. Darum dürfen Kohl und Co. erst nach vier bis sechs Jahren wieder auf dasselbe Beet.

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Praxis-Tipp

Grünkohl mulchen

Grünkohl ist ein Schluckspecht. Er braucht viel Wasser, besonders während seiner Jugendphase. Nur dann wächst er zu einem stattlichen Exemplar heran. Gießen Sie in Trockenperioden durchdringend. Lockern Sie die Beete regelmäßig. Damit sorgen Sie dafür, dass weniger Wasser verdunstet, und es bringt Luft in den Boden. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht. Als Mulch eignet sich angetrockneter Rasenschnitt, Laub, die unteren Blätter des Grünkohls und unreifer Kompost.



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Steckbrief Grünkohl

Gemüsefamilie: Kreuzblütengewächse, verwandt mit anderen Kohlarten, Radieschen, Rettich, Asia-Salaten und Rucola
Aussäen: von Mitte April bis Juni
Ernten: ab November, Palmkohl auch im Sommer, Grünkohl ist frosthart und hält sich am besten auf dem Beet frisch
Fruchtfolge: im Vorjahr Gründüngung oder Hülsenfrüchte, im Folgejahr Mittelstarkzehrer wie Möhren; nicht nach Kreuzblütlern, Anbaupause von vier bis sechs Jahren zwischen Kohlgewächsen
Düngen: Starkzehrer; Beet vor der Aussaat oder dem Pflanzen mit reifem Kompost oder kompostiertem Mist versorgen, einige Wochen später nochmal Pflanzenjauche geben
Pflanzenschutz: gegen Kohlweißling, Kohleule, Kohlfliege, Mottenschildlaus mit Insektenschutznetz abdecken; Kohlhernie
Sorten: ‘Halbhoher grüner Krauser’, ‘Lerchenzungen, ‘Redbor’, ‘Vitessa’, ‘Ostfriesische Palme’, ‘Lage Fijngekrulde’, ‘Rote Palme’ 

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