Gartenpraxis-Spezial: Gartenboden

Bodenarten

Die meisten Gartenböden gehören zu Mischformen der drei, die hier im folgenden beschrieben sind. Ihre Eigenschaften liegen zwischen denen von Ton-, Sand- oder Moorboden. Ist mehr Sand enthalten, ist der Boden durchlässiger. Ton macht den Boden bindiger. Die Bezeichnungen „leicht“ und „schwer“ beziehen sich nicht auf das Gewicht. Sie geben an, wie gut sich ein Boden bearbeiten lässt.

• Leichte Böden (Sandboden) sind gut durchlüftet, leicht zu bearbeiten, speichern Nährstoffe und Wasser jedoch schlecht. Merkmale: rieselfähig, nicht formbar.
• Schwere Böden (Lehm- und Tonboden) sind schwer zu bearbeiten, neigen zum Vernässen, Verdichten und Verschmieren. Sie können jedoch gut Wasser und Nährstoffe speichern. Merkmale: im feuchten Zustand formbar, schmierend, im trockenen Zustand hart und rissig.
• Moorböden sind aus zersetzten Pflanzen entstanden, bestehen zum Großteil aus Humus und speichern Wasser gut, können vernässen. Nährstoffe wie Eisen oder Magnesium werden bei niedrigem pH-Wert (Torf ) leicht „festgelegt“. Die Wurzeln können sie dann nicht aufnehmen. Der neutrale Niedermoorboden dagegen ist sehr fruchtbar. Merkmale: dunkle Farbe, kann wie ein Schwamm ausgepresst werden.

Was wächst gut auf welchem Boden?

Ein sehr guter Gartenboden ist mittelschwerer Lehm. Wegen seines ausgeglichenen Sand- und Tonanteils ordnen wir ihn ein zwischen schwere und leichte Böden. Sein pH-Wert liegt im neutralen Bereich bei etwa 6,5. Auf ihm gedeihen fast alle Gartenkulturen. Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren, Cranberrys oder Preiselbeeren brauchen einen niedrigen pH-Wert um 4,5. Auch Kiwis schätzen eher sauren Boden. Anspruchsvolle Starkzehrer wie Kopfkohl oder Rhabarber mögen mittelschwere bis schwere Böden. Sie bringen auf leichtem Sandboden mitunter weniger Ertrag. Kartoffeln, Salat, Leguminosen wie Bohnen oder Erbsen kommen auch mit leichten Böden gut zurecht. Wärmeliebende Kulturen wie Gurken oder Tomaten mögen zwar den gut erwärmbaren Sandboden, müssen dort jedoch häufiger gegossen und gedüngt werden, da Sand nur wenig Nährstoffe und Wasser speichert.

Kompost

Pflanzen- und Küchenabfälle, verrotten auf dem Kompost in sechs bis zwölf Monaten. Der entstandene Kompost gibt die enthaltenen Nährstoffe innerhalb einer Saison fast vollständig an Boden und Pflanzenwurzeln ab (Nährhumus). Verrottet Kompost länger als ein Jahr, bilden sich schwer abbaubare Huminsäuren. Sie bleiben später lange im Boden und erhöhen dessen Humusgehalt. Die Bodenqualität verbessert sich nachhaltiger (Dauerhumus). Grobkompost, also teilweise verrotteter und ungesiebter Kompost eignet sich vor allem zum Mulchen.

» Kompost: Das Gold des Gärtners

Bodenanalyse

Jährliches Düngen mit Volldünger nach Packungsanweisung stellt zwar die ausreichende Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen sicher. Jedoch kommt es leicht zur Überdüngung mit Kalium und Phosphor, die gut gespeichert werden. Stickstoff, mitunter auch Schwefel, werden dagegen schnell verbraucht. Überschüsse gehen ins Grundwasser verloren. Bei Kalium- und Phosphorüberschuss geben Sie also besser nur stickstoffhaltige Dünger (z. B. Harnstoff, Hornspäne, Kalkstickstoff oder Kalkammonsalpeter). Fehlt zusätzlich Schwefel, empfiehlt es sich, mit Schwefelsaurem Ammoniak zu düngen. Die genauen Nährstoffgehalte Ihres Bodens und eine Düngeempfehlung erhalten Sie von einem Bodenkundelabor, das Ihren Boden für Sie analysiert. Den Boden-pH-Wert können Sie leicht selbst bestimmen. Auf dem Beipackzettel des pH-Prüfsets ist angegeben, ob und wie viel Kalk Sie geben müssen, um den Boden-pH-Wert zu erhöhen.

Bodenbearbeitung

Schwere Böden zerfallen über Winter in stabile Krümel, wenn sie im Herbst mit dem Spaten umgestochen werden. Sie lassen sich im Frühjahr besser bearbeiten als nicht umgegrabene. Sandböden können dagegen auch noch im Frühjahr bearbeitet werden. Grundsätzlich soll die Bodenschichtung beim Umgraben erhalten bleiben. Wenden Sie also die Schollen möglichst nicht. Ebenfalls zur tiefen Bodenbearbeitung geeignet ist der Sauzahn, vor allem auf Sandböden. Er lockert, ohne den Boden zu wenden.

Bodenmüdigkeit

Bodenmüdigkeit entsteht, wenn auf derselben Fläche immer wieder die gleichen Pflanzenarten oder sehr nahe Verwandte angebaut werden. Dann wird der Boden einseitig ausgelaugt, oder es reichern sich Schaderreger an. Zudem spielen Stoffe, die Pflanzenwurzeln abgeben, eine Rolle. Die Folge ist, dass der Ertrag und die Vitalität der meisten Gemüsearten spürbar nachlassen. Dagegen hilft zum Beispiel die Fruchtfolge, bei der sich Pflanzenarten aus verschiedenen Pflanzenfamilien abwechseln. Arten aus derselben Familie sollten dabei nur alle drei bis vier Jahre angebaut werden. Auf nematodenverseuchten Flächen haben sich Tagetes (Studentenblume) und Ölrettich als Bodenkur bewährt. Beide helfen dabei, den Boden wieder nematodenfrei zu machen. Vorsicht: Auch Gründüngerpflanzen können Bodenmüdigkeit fördern. Denn einige sind mit wichtigen Kulturpflanzen verwandt. So darf z. B. Senf nicht nach oder vor Kohl wachsen. Welche Gemüsearten mit Gründüngerpflanzen verwandt sind, zeigt unsere Übersicht auf der nächsten Seite.

pH-Wert

Volldüngermischung verändern den Boden-pH-Wert in aller Regel nicht oder nur wenig. Die Ausnahme sind Moorbeet- oder Rhododendrondünger, die den pH-Wert eines Bodens senken, bzw. erhalten. Einige Einzel- und Zwei-Nährelementdünger können den Boden-pH ebenfalls beeinflussen. Physiologisch saure Dünger senken den pH-Wert. Beispiele sind Schwefelsaures Ammoniak (Stickstoff und Schwefel), Kalkammonsalpeter (Stickstoff und Kalzium) oder Ammonsulfatsalpeter (Stickstoff und Schwefel). Kalk (Kalzium und Magnesium) sowie Kalkstickstoff (Stickstoff und Kalzium) erhöhen den Boden-pH-Wert.
 
» Ratgeber: Biologisch düngen

Keimen auf schweren Böden

Schwerer Boden erwärmt sich im Frühjahr nur langsam und bleibt lange nass. Im kalten Boden keimt Saatgut langsam und fault häufiger. Füllen Sie daher die Saatrillen nach dem Säen nicht mit Boden, sondern mit Sand oder Anzuchterde auf. Auch Kompost eignet sich, kann aber Unkrautsamen enthalten. Dann ist es schwer, Unkrautsämlinge von Gemüsesämlingen zu unterscheiden. Auf noch nassem Boden ist es auch sinnvoll, flache Dämme zu formen, die zügig abtrocknen und sich schneller erwärmen. Bei Sandböden, die leicht austrocknen, säen Sie besser in drei bis fünf Zentimeter tiefe Furchen, in den sich Regen oder Gießwasser sammelt und gezielt zu den Wurzeln geleitet wird. Tipp: Keimen Bohnen, Gurken oder andere Freilandkulturen schlecht, dann empfiehlt sich die Voranzucht in kleinen Töpfchen. Die Pflanzen kommen dann schon etwas größer in den Boden.
Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr