Frühlingsgemüse

Die ersten Radieschen warten schon darauf, aus der Erde gezogen zu werden. Es sind die rot-weißen ‘French Breakfast’ und die roten ‘Saxa’. Beides sind Sorten, die besonders für den Anbau im Frühjahr geeignet sind. Eine Beetreihe weiter ist schon die nächste Radieschensaat aufgegangen: ‘Albena’. Doch die winzigen Sämlinge stehen noch viel zu dicht nebeneinander. Sie müssen dringend vereinzelt werden, sonst entwickeln sich keine schönen schneeweißen, runden Knollen. Radieschen wachsen so rasant, dass sie schon sechs Wochen nach der Aussaat erntereif sind. Wird alle ein bis zwei Wochen eine neue Reihe gesät, gibt es bis in den Herbst hinein frische Radieschen. In den Sommermonaten sind die schossfesten Ganzjahressorten gefragt, wie ‘Sora’ und die gelbe Sorte ‘Zlata’.

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Auch der Anbau anderer Gemüse kann ähnlich gestaffelt werden. Zum Beispiel Salat: Für eine zeitige Ernte werden ab Mitte März Jungpflanzen aus der Gärtnerei ins Beet gesetzt, beispielsweise eine bunte Mischung aus Eichblattsalat und Lollo Rosso. Die ersten Salatblätter können schon nach ein bis zwei Wochen gepflückt werden. Dann wird gleich noch eine Reihe Pflücksalat gesät, etwa ‘Amerikanischer Brauner’, oder der hellgrüne Schnittsalat ‘Witte Dunsel’. Für den Salatnachschub im Sommer gibt’s schossfeste Sommersalate: z. B. die Kopfsalate ‘Merveille des quatre saisons’, ‘Pirat’, den Bindesalat ‘Counter’ und Bataviasalat ‘Leny‘. Die schnellwüchsigen Kohlrabisorten ‘Lanro’ und ‘Blaro’ können alle zwei bis drei Wochen nachgesät werden. Der langsamere ‘Superschmelz’ braucht dagegen Zeit, um zu seiner stattlichen Kindskopfgröße heranzuwachsen. Mangoldliebhaber säen das Blattgemüse in zwei Sätzen im Abstand von etwa zwei bis drei Wochen. Der weißstielige ‘Lucullus’ wächst rasch. ‘Grüner Schnitt’ hat gelbgrüne Blätter und er ist schossfest.

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Nicht nur über gestaffelte Aussaaten, auch über die Kulturdauer können Sie die Erntezeit vom Frühsommer bis in den späten Herbst hinein strecken. Bei manchen Gemüsearten gibt es Frühjahrs-, Sommer- und Herbstsorten. Raschwüchsiger Sommerkohl wird ab April neben langsamere Herbst- und Lagersorten gesät. So kann alles schön nacheinander geerntet werden. Nach etwa acht bis zehn Wochen sind der frühe flachrunde Weißkohl ‘Matsumo’, der rote Spitzkohl ‘Kalibos’ oder der Wirsing ‘Vorbote 3’ reif. Ebenso schnell sind die Blumenkohlsorten ‘Frühernte’ und ‘Erfurter Zwerg’. Späte Kopfkohlsorten brauchen etwa doppelt so lang, bis sie stattliche Köpfe gebildet haben, wie Weißkohl ‘Kilaton’.

Die kleine, runde, frühe Möhre ‘Pariser Markt’ kann bereits ab März gesät werden. Sie wächst schnell und ist schon im Juni erntereif. Ähnlich raschwüchsig sind ‘Adelaide’, ‘Amsterdamer’ und ‘Parmex’. Säen Sie die Möhren ruhig ein bisschen dichter, etwa in einem Abstand von vier Zentimeter. Dann können Sie beim Vereinzeln im Juni jede zweite Möhre aus dem Boden ziehen und das zarte Mini-Gemüse vernaschen. Die mittelfrühen Sorten ‘Nantaise’ und ‘Touchon’ werden ab April in mehreren Sätzen gesät und ab Juli geerntet. Ebenfalls im April kommen die späten Möhrensorten in den Boden, Herbst- und Lagermöhren wie die ertragreichen ‘Roten Riesen’ und die rot-violette ‘Purple Haze’. Diese Möhren brauchen richtig viel Zeit, um groß und aromatisch zu werden. Erntebeginn für ‘Rote Riesen’ ist darum erst ab September. Aber auch hier kann man zwischendurch immer mal wieder ein junges Möhrchen naschen.

Natalie Fassmann

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Zartes Möhrengrün

Wer Möhren aussät, braucht Geduld. Die Samen keimen nur sehr langsam, nach etwa drei bis vier Wochen. Saatbänder und pilliertes Saatgut vereinfachen die Aussaat. Bewährt hat sich eine Markiersaat mit Radieschen. So sind die Möhrenreihen gut zu sehen und der Raum dazwischen kann leicht von Unkraut freigehalten werden. Zu dicht gesäte Möhren werden vereinzelt, spätestens dann, wenn sie sich gegenseitig Platz wegnehmen.

Vorziehen

Sommerlauch (z.B. ‘Bavaria’), Knollen- und Stangensellerie werden schon ab Februar im warmen Gewächshaus bei etwa 20 °C ausgesät. Nach dem Auflaufen wird bei 15–20 °C weiterkultiviert. Die warme Anzucht verhindert, dass Lauch und Sellerie zu früh schossen. Herbstlauch (z.B. ‘D’Elbeuf’, ‘Elefant’) ist nicht so empfindlich, er wird ab Mitte März geschützt im Freien ausgesät. Im April kommen die abgehärteten Jungpflanzen ins Beet. Einfacher ist es, Setzlinge ab April in Gärtnereien zu kaufen.

Jedes Jahr was Neues entdecken

Planen Sie auch diese Jahr neue Gemüsearten oder -sorten ein. Wie wäre es denn mal mit Rote Gartenmelde, Knollenziest, historischen Tomatensorten oder den violetten Erbsensorten ‘Blauwschokker’ und ‘Shiraz’? Die rotvioletten Blätter der Gartenmelde werden den Sommer über geerntet und wie Spinat zubereitet. Ungewöhnliche Fruchtformen und intensiven Geschmack bieten historische Tomatensorten wie die Fleischtomate ‘Zackentomate’, die es jetzt als Jungpflanzen zu kaufen gibt. Die beige-weißen Knöllchen des mehrjährigen Knollenziests schmecken zart nussig. Bis Ende April ist noch Pflanzzeit, ab September ist Ernte.

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