Frühling im Gemüsebeet

Gemüsebeet im Frühling

Raschwüchsige Pflück- und Schnittsalate füllen die Beete, bis Kohl, Erbsen und all die anderen Gemüsearten nachziehen.

Hellblaue Vergissmeinnicht-Teppiche liegen auf Beeten und Wegen. Mittendrin sprießen Salatpflänzchen in hellem Grün. Was für ein Anblick! Der April ist mein liebster Monat im Garten, denn jetzt beginnt das Gemüsejahr so richtig. Auch im März gab es schon einiges zu tun: Dicke Bohnen und Pastinaken kamen rechtzeitig in die Erde, auch einige Radieschen und Frühjahrssalate wie ‘Maikönig’, ‘Attraktion’ und ‘Forellenschluß’ habe ich schon gesät.

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Jetzt werden Pläne in die Realität umgesetzt

Doch im April füllen sich die Reihen mit Mangold und Roter Bete, Kohlrabi und Möhren, Erbsen und Kartoffeln, Zwiebeln und vielem mehr. Jetzt kann ich den Plan in meinem Kopf in die Realität umsetzen und die Beete bestellen. Mit der Kombination aus Aussaaten und Setzlingen aus der Gärtnerei sorge ich im Handumdrehen dafür, dass die Beete nicht mehr leer aussehen.

Da ich möglichst jederzeit etwas ernten möchte, säe ich Möhren, Radieschen und Salat nicht auf einmal, sondern im zwei- bis dreiwöchigem Rhythmus. Immer so viel, wie ich mit einem Mal ernten möchte. Für die Sommermonate habe ich mir schossfeste Sorten ausgesucht, wie Radieschen ‘Sora’, ‘Riesenbutter’ und ‘Flamboyant 2’ und die Salate ‘Till’, ‘Valmaine’ und ‘Counter’.

Clevere Raumnutzung

Der April ist die Zeit von Anfang und Ende, von Neu und Alt, von Pflanzen und Ernten. Die Winterveteranen Grünkohl, Rosenkohl und Porree räumen nun endgültig das Beet. Zu ihren Füßen hatte ich im März schon Asia- und Pflücksalate gesät. Mit Bedacht, denn so habe ich den Raum bis zur weiteren Bearbeitung noch gut genutzt.

Heute ziehe ich zwischen den Salatpflanzen neue Reihen fürs Wurzelgemüse. Die Mittelstarkzehrer rücken laut meiner Fruchtfolge an diesen Platz. Sie erhalten eine Startdüngung mit Kompost, später reichen ihnen die Nährstoffe, die von den Starkzehrern übriggelassen wurden. Dieses Jahr sollen es drei Reihen Rote Bete sein: ‘Rote Kugel’ und ‘Robuschka’ sind meine Favoriten, dazu die gelbe Bete ‘Golden’. Die Beten säe ich in drei Sätzen, einen jetzt im April und dann je drei Wochen später die beiden anderen Reihen.

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Neues ausprobieren - immer ein besonderes Vergnügen

Jedes Jahr probiere ich neue Sorten aus. Anstelle einer Reihe klassischer, langer Möhren sollen es je eine halbe Reihe runde ‘Pariser Markt 4’ und violette Möhren ‘Purple Haze’ sein. Auch die gelben Möhren hatten mich gereizt, doch habe ich ihren Anbau aus Platzgründen aufs kommende Jahr verschoben. Dazu noch Chinesischen Spargelsalat und wieder einmal Auberginen. Letztere warten schon geduldig auf der Fensterbank neben Tomaten, Paprika und Chili auf einen warmen Tag Anfang Juni, an dem sie gepflanzt werden. Bis dahin wachsen Salate, Radieschen und Kohlrabi in den Auberginen-Reihen.

Damit mein Aussaat-Marathon von Erfolg gekrönt ist, achte ich darauf, dass der  Boden gleichmäßig feucht ist. Vor der Aussaat wässere ich trockenen Boden nach dem Glattrechen der Erde noch einmal tiefgründig. Sobald das Wasser versickert ist, ziehe ich die Reihen. Nach der Aussaat und dem Pflanzen wird vorsichtig angegossen, damit sich die Erde an Samen und Wurzeln anschmiegt und ihnen Halt gibt. In den kommenden 14 Tagen bewässere ich, falls das Wetter sonnig und trocken bleibt. Nichts ist tödlicher für keimende  Samen und frisch gepflanzte Setzlinge als Trockenheit!

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Unkraut jägen und Salat-Zutaten sammeln

Auch Unkräuter können mein junges Gemüse noch in Bedrängnis bringen. Also auch hier regelmäßig nach dem Rechten schauen und die hartnäckigen wilden Gräser und Kräuter wie Quecke, Löwenzahn und Giersch rausrupfen. Schildchen rein und schon wieder ist eine Reihe fertig. Der Rücken schmerzt von der ungewohnten Anstrengung, aber es ist ein befriedigendes Gefühl: Endlich geht’s wieder los. Das wurde aber auch Zeit!

Zur Belohnung – und zur Entlastung der Muskulatur – streife ich durch die Reihen und pflücke alles Grüne und Würzige, das sich jetzt im Garten findet. Neben Pflücksalat und Asia-Salat sind das die Lauchröhren von Frühlings- und Winterheckzwiebeln, Feldsalat und Spinat, Wildkräuter wie Giersch, Vogelmiere und Gundelrebe, zartes Brennnesselgrün und Gänseblümchenblüten. Und aus purer Neugier ziehe ich auch schon mal die ersten Radieschen aus der Erde. Aus den kleinen Knollen mit den scharfen Blättchen und den anderen Zutaten werde ich mir einen leckeren Frühlings-Wildkräutersalat zubereiten.

Natalie Faßmann


Tipps:

Mit Setzlingen die Wartezeit verkürzen
In Gartencentern und Gärtnereien gibt es ab April eine große Auswahl an Gemüsejungpflanzen wie Salat, Kopfkohl, Kohlrabi oder Lauchzwiebeln. Greifen Sie zu und verkürzen Sie so die Zeit bis zur Ernte.

Dem Rhabarber auf die Sprünge helfen

Unter einem tönernen sogenannten „Forcer“ oder einem großen Eimer werden die Rhabarberstauden zu schnellerem Wachstum angeregt. So können die milden Stangen viel eher geerntet werden.

Pflanzhöhe

Vorgezogene Salate wie zum Beispiel roten Eichblattsalat immer etwas höher pflanzen, als sie im Topf standen.

Vom Beet auf den Tisch

Die Blättchen von Pflücksalat, Asia-Salaten, jungem Mangold und roter Bete sind nur im Frühling so angenehm zart und so mild im Geschmack. Genau das Richtige für einen Frühlingssalat mit Frühlingszwiebellauch, Radieschen und Wildkräutern. Dazu gibt’s eine leichte Vinaigrette aus Salz, Pfeffer, Zucker, weißem Balsamicoessig und Rapsöl. Frischer kann die erste Ernte im Garten nicht verarbeitet werden.

Würzig-scharfe Asia-Salate

Das sind die rechten Frühlingssalate, denn ihnen machen noch kühle Temperaturen nichts aus. Die Kohlverwandten kommen in einer großen Vielfalt daher: es gibt milden Tatsoi mit löffelartigen grünen oder lilafarbenen Blättern, gezackten Mizuna und fein gefiederten, mittelscharfen Blattsenf. Ab März kann gesät werden und nach 6 bis 8 Wochen werden die ersten Blättchen geerntet.



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