Fleischtomaten - der große Sorten-Test

eindrucksvolle Fleischtomaten-Vielfalt

Nicht einfach nur rot und groß: So vielfältig und farbenfroh sind Fleischtomaten.

Eine echte Herausforderung für den Gaumen: 35 Fleischtomatensorten unterschiedlichster Herkunft haben wir getestet. Darunter Samenvermehrbare, F1-Hybriden und Sammlersorten aus aller Welt.

Fleischtomaten - viel aromatischer als mancher denkt

Insgesamt 15 Punkte konnte eine Sorte maximal erreichen, zwölf für Fruchteigenschaften wie Würze, Saftigkeit, Süße und weitere drei für Ertrag, Wuchs und Gesundheit der Pflanzen.

Der erste, der optische Eindruck von dieser farbenfrohen und teils exotisch geformten Schar war überwältigend und machte Lust, die glänzenden Früchte in Gelb, Rot, Braun oder Grün, ja sogar Cremeweiß zu kosten. Allerdings genießen Fleischtomaten nicht den allerbesten Ruf, was ihr Aroma anbelangt. Sie gelten gemeinhin als eher geschmacksarmes Gemüse zum Kochen oder, gut gewürzt, als Salatfrucht. Stimmt ganz und gar nicht!

Zugegeben, unter den Probanden fielen tatsächlich einige als eher zucker- und aromaarm auf. Dafür überzeugten uns andere umso mehr: Guter bis sehr guter Ertrag, Gesundheit und darüber hinaus noch Früchte, deren Aroma sie zu exzellenten Naschfrüchten machte, waren gar nicht mal so selten. Mehr noch, die Aromen konnten kaum unterschiedlicher sein.

» Tomaten: Aroma inklusive

Fleischtomaten mit überraschendem Geschmack

Erstaunlich, dass selbst leicht mehlige Sorten wie ‘Maestria F1’ oder die dunkel schwarzrote ‘Brad’s Black Heart’ Prädikate wie angenehm fruchtig-süß oder aromatisch würzig-säuerlich erhielten. Selbst der nach Kopfsalat schmeckende Prüfling ‘Ozark Sunrise’ schaffte es aufgrund seines ansonsten komplex-fruchtigen Aromas unter die ersten drei. Auch nussig (‘Elfie’), melonig (‘Hugh’s Green’) oder herb-süß (‘Aurea’) erweiterten das bekannte Aromenspektrum auf unerwartete Weise.

Sorten wie unsere drei Sieger und einige weitere mit hoher Punktezahl empfehlen wir daher mit ruhigem Gewissen als Universalsorten zum Naschen und gleichzeitig zum Kochen für Suppe, Sugo, Ketchup oder Chutney. Eine kleine Einschränkung sei erwähnt. Fleischtomaten reifen meist später als gewöhnliche Sorten. Wählen Sie daher für die Kultur im Freien besser frühe Züchtungen wie ‘Matias F1’, ‘Belriccio F1’ oder ‘Aurea’.

Und: Bauen Sie spätreifende wie  ‘Maestria F1’, ‘Lucky Cross’ oder ‘Berkeley Tie Dye’ oder braunfäuleanfällige Sorten lieber im Gewächshaus an. Auch wichtig: Fleischtomatenpflanzen wachsen meist etwas langsamer als ihre kleinfrüchtigen Pendants, erreichen im Freien selten mehr als 1,80 m Höhe und stoßen unter Glas später an die Gewächshausdecke.

Wissenswertes zum Anbau von Fleischtomaten

Einige sehr wüchsige Sorten wie ‘Buffalo Steak F1’, ‘Ananas Noir’ oder ‘Corazon F1’ dagegen werden unter Glas besser zweitriebig erzogen. Die Pflanzen bleiben dann kompakter, sollten aber in größerem Abstand als den üblichen 50 Zentimetern gepflanzt werden.

Übrigens waren samenvermehrbare Sorten nicht grundsätzlich gesünder oder wüchsiger als konventionelle Züchtungen oder F1-Hybriden. Sie konnten jedoch etwas häufiger beim Aroma punkten. Die Neigung zu Grünkrägen, also zu Früchten mit grüner, harter Schulter, oder zu Braunfäule kam in allen Sortengruppen gleichermaßen vor.

Allerdings finden sich bei historischen Sorten häufiger ausgefallenere Farb- und Aromakombinationen. Hybriden erwiesen sich dagegen tendenziell als gleichförmiger, waren häufiger rot gefärbt und zauberten eher das altbekannte Tomatenaroma auf die Zunge. Ganz sicher jedoch findet sich für jeden die geeignete Sorte – oder gleich mehrere.

» Gemüse aus dem Gewächshaus

Was Fleischtomaten ausmacht

Selbst die Fachwelt ist sich nicht völlig einig darüber, ab wann sich eine Sorte Fleischtomate nennen darf. Ein wichtiges Merkmal ist das Gewicht. 150 bis 200 Gramm gelten als Untergrenze, es darf aber gern deutlich mehr sein. Zudem sind die Früchte meist „mehrkämmrig“ wie die stark gefurchten Tomaten im nebenstehenden Bild (‘Costoluto Fiorentino’ ).

Aufgeschnitten sieht man’s noch besser. Zum Vergleich einfach mal eine gewöhnliche Tomate quer halbieren. Nicht zuletzt soll der Fleischanteil höher sein als der Gehalt an Saft und Gallerte. Allerdings gibt es Ausnahmen wie die saftreichen Sorten vom beutel- oder herzförmigen Typ Ochsenherz wie zum Beispiel ‘Brad’s Black Heart’ mit weniger Fruchtkammern und mehr Saft.

Es ist noch Suppe da

Wer gern Suppe kocht oder den Tomatensommer in Sugo und Ketchup einfängt, hält sich besser an ertragreiche Sorten mit gleichmäßiger Reife. So stehen immer mal größere Mengen für die Küche zur Vefügung. Das Aroma der rohen Früchte ist hier zweitrangig.

Auch als weniger süß, schwach aromatisch oder sogar als mehlig eingestufte Tomatensorten wie die überreich tragende ‘Montfavet F1’ oder die gelbe ‘Ananas Riesentomate’ kommen als Suppe groß raus. Im gekochten Zustand war der Unterschied zu den aromastärksten Sorten aus der Siegerriege kaum zu erschmecken.


Tipps zur Sortenwahl und zum Anbau von Fleischtomaten

1 Die Siegerin ‘Tomimaru Muchoo F1’ (im Foto links ganz oben) fällt durch zahlreiche platzfeste Früchte einheitlicher Größe auf. Zudem brauchen die wüchsigen Pflanzen viel Platz. ‘Tomimaru Muchoo F1’ hat sich beim Kochen und als Naschtomate bestens bewährt. Eine saftige Universalsorte vor allem fürs Gewächshaus.

2 Typisch gerippt ist ‘Buffalo Steak F1’ (auf dem Foto in der Mitte). Bei solch großfrüchtigen Sorten besser nur drei Früchte pro Fruchtstand wachsen lassen. Sie entwickeln sich besser und reifen etwas früher. ‘Buffalo Steak F1’ bringt richtig Masse für die Küche. Aber keine Angst: Sie schmeckt deutlich würziger als so manche Naschtomate.

3 Samenvermehrbar sind Traditionssorten wie ‘Ozark Sunrise’ (auf dem Foto die unterste Tomate). Einfach ein paar Korn fürs nächste Jahr aufheben. Auch konventionelle Anbieter haben samenechte Züchtungen im Programm. Findet sich dagegen der Namenszusatz  „F1“ auf der Saatguttüte, lohnt die Aussaat nicht. ‘Ozark Sunrise’,  eine samenechte Sammlersorte, besticht durch außergewöhnlich gefärbte Früchte und ihr fruchtig herzhaftes Aroma mit exotisch „grüner“ Salatnote.

» Der Intensiv-Garten

Leckere Fleischtomaten müssen nicht immer rot sein

Die typische Tomatenfarbe ist zwar Rot, doch auch die anderen Farben sind attraktiv, wie das Foto rechts beweist. Eine Empfehlung: Wer nur rot gefärbte Tomaten „für voll nimmt“, sollte gelegentlich mal ‘Aunt Ruby’s German Green’ oder ‘Lucky Cross ’ probieren.

Sie können in Sachen Aroma locker mit den rot gefärten Tomaten mithalten und machen auch optisch etwas her.


Schwergewichte: So klappt es mit den Riesentomaten

Kindskopfgroße Früchte reifen meist spät, und wer auf Rekorde aus ist, lässt immer nur die älteste Frucht an der Rispe stehen. Die jüngeren, und meist kleineren, beizeiten auskneifen.

Knapp 800 Gramm wog die größte Frucht der Züchtung ‘Country Taste F1’.  Bei Sorten wie ‘Bulgarische Riesen’ oder  ‘Ananas Riesentomate’ werden auch häufig Gewichte von weit über einem Kilogramm gemessen.


Farbenfrohe Fleischtomaten - die bunte Vielfalt einfach mal ausprobieren

Nicht täuschen lassen: Auch augenscheinlich blasse Tomaten schmecken mitunter recht intensiv. Meist sind Fleischtomaten eher mild-würzig und säuerlich. Viele bringen auch Süße auf die Zunge, enthalten jedoch selten so viel Zucker wie Kirschtomaten.

Scherenschnitt

Wichtig bei der Ernte: Fleischtomaten nicht abreißen. Sie sind meist fest mit dem Stiel verwachsen. Beim Pflücken nehmen entweder Frucht oder Pflanze Schaden.



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