Eine Quitte bitte!

Quittenspalier

Quitten vertragen auch die strenge Erziehung zum Spalier. So formiert, kommen die Gehölze mit deutlich weniger Platz aus als frei wachsende Bäume.

Kaum ein Obstgehölz ist weniger kompliziert als die Quitte. Krankheiten treten selten auf, nur gelegentlich faulen einzelne Früchte. Mein Bäumchen unbekannter Sorte trägt weit mehr als ich brauche. Zum Glück ist die Quitte gerade wieder in Mode – ich finde also leicht Abnehmer für die goldgelbe Ernte.

Unterschiedliche Fruchtformen

Birne oder Apfel? Quitten werden nach der Fruchtform eingeteilt. Das ist jedoch nur ein grober Anhalt. Denn mitunter hängen völlig unterschiedliche Früchte am selben Baum. Die viel kleineren Japanischen Scheinquitten sind keine echten Quitten, werden aber genauso verarbeitet.

Ein Grund für den Boom der Quitte sind vielleicht die etwas milderen und weniger harten türkischen Sorten wie ‘Limon Ayvasi’, die man aus dem Urlaub oder vom Gemüsehändler kennt. Quittenexpertin Monika Schirmer beobachtet eine ganze Reihe dieser Sorten, die sich in ihrer Heimat Regensburg seit Jahren gut machen und ebenso regelmäßig tragen wie altbekannte Sorten.

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So klappt es mit den Quittenbäumchen

Ob nun türkischer Herkunft, ob apfelförmige ‘Cydopom’ oder Birnentyp ‘Beretzky’ – die Quitten haben alle ähnliche Ansprüche an den Standort. Der Boden darf gern lehmig sein, sofern er nicht zu Staunässe neigt oder zu kalkhaltig ist.

Die Faustregel: Liegt der Boden-pH-Wert über 7, drohen Eisenmangel und damit chlorotische, also vergilbte Blätter.

Magere Böden nimmt die Quitte klaglos hin, benötigt dort jedoch gelegentlich einen Extraschluck Wasser aus dem Gartenschlauch, vor allem in den ersten Standjahren.

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Selbstfruchtbar und ertragreich

Quitten sind zudem frosthart. Sehr tiefe Wintertemperaturen können jedoch zu Holzfrost führen. Wer ein Bäumchen pflanzen möchte, wählt daher besser einen geschützten, sonnigen und mindestens 3 mal 3 m großen Standplatz.

Ein weiteres Plus dieser selbstfruchtbaren Obstart: Nach dem Pflanzschnitt, den Ihr Baumschuler gern für Sie ausführt, muss die Krone nur alle paar Jahre etwas ausgedünnt werden. Sie trägt allerdings auch völlig ohne Ertragsschnitt reich und regelmäßig.

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Sortenempfehlungen

Drei Fragen an Monika Schirmer. Sie befasst sich privat seit über 40 Jahren mit der Quitte:

Warum türkische Sorten?
Die Türkei ist das Hauptanbauland für diese Obstart. Dort werden interessante Sorten kultiviert.

Sind die bei uns überhaupt winterhart?
Kahlfrost kann an allen Sorten Schäden anrichten. Aber an mehreren Standorten in Bayern sind einige türkische Sorten im Versuchsanbau. Bisher gab es keine größeren Probleme, sodass man die Kultur im Garten durchaus wagen könnte.

Der Unterschied zu bekannten Sorten?
Das mag ich so pauschal nicht sagen, denn auch die türkischen Züchtungen unterscheiden sich teils stark voneinander, und nicht alle getesteten Sorten sind lieferbar. Aber die birnenförmigen Früchte von ‘Limon Ayvasi’ bestechen zum Beispiel durch ein feines Zitronenaroma und feinzelliges Fleisch. ‘Ekmak Ayvasi’ bedeutet „Laib“ oder „Brot“. Das deutet darauf hin, dass sich die Früchte bei optimalen Bedingungen zum Frischverzehr eignen.


Achim Werner
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