Dicke Bohnen

Themen: Bohnen
Dicke Bohnen aussäen

Je früher die Dicken Bohnen in die Erde kommen, desto widerstandsfähiger und standfester sind die Pflanzen.

Für ungeduldige Gärtner wie mich, die es kaum erwarten können, den Gemüsegarten zu bestellen, ist die Dicke Bohne ein wichtiges Gemüse. Denn ich darf sie schon Ende Februar aussäen, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist. Ihre Samen keimen bei kühlen drei bis vier Grad. Und den jungen Pflänzchen macht es auch wenig aus, wenn die anfänglich warmen Frühlingstage noch einmal winterlich werden. Selbst Temperaturen bis Minus sechs Grad überstehen sie schadlos. Darunter wird’s kritisch, dann decke ich die Pflanzen mit doppeltem Vlies ab.

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Und auch der Dicken Bohne tut es gut, so früh gesät zu werden. Natürlich mit großem Plus für die Gärtnerin… Denn je eher die Samen in den Boden kommen, desto eher kann ich ernten und desto höher ist auch der Ertrag. Die Puffbohnen, wie sie auch genannt werden, mögen die kühle, feuchte Witterung im Frühjahr. Sommerliche Hitze und Trockenheit vertragen sie dagegen nur schlecht. Sie werfen dann ihre Blüten ab und der Ertrag sinkt. Zudem steigt bei hohen Temperaturen die Anfälligkeit gegenüber der Schwarzen Bohnenlaus.

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Die Beete werden vor der Aussaat mit etwas Kompost vorbereitet. Diese Startdüngung brauchen die Dicken Bohnen, auch wenn sie durch eine Symbiose mit Luftstickstoff fixierenden Knöllchenbakterien eine Stickstoffquelle haben. Denn dieser Stickstoff steht den Pflanzen erst später zur Verfügung. Die großen, kantigen Samen werden etwa acht bis zehn Zentimeter tief in einem Abstand von zehn bis 15 Zentimeter gesät. Ein Reihenabstand von 50 Zentimeter lässt ausreichend Raum für die Entwicklung. Platzsparender ist es, pro Beet jeweils eine Reihe Dicke Bohnen zu säen und sie mit anderen Gemüsekulturen zu kombinieren. Ab März könnten sich zum Beispiel Spinat und frühe Möhren dazu gesellen, ab Mai dann Frühkartoffeln. Bis der Bestand geschlossen ist, werden die Dicken Bohnen regelmäßig gehackt: Das belüftet den Boden und hält das Unkraut zurück. Vor und während der Blüte wird bei Trockenheit gegossen, vor allem auf leichten Böden. Dicke Bohnen hinterlassen das Beet im Juli nahezu unkrautfrei und mit Stickstoff angereichert. Die Wurzeln lasse ich im Boden. Das macht die Schmetterlingsblütler zu einer guten Vorkultur für Winterkohl und Endivien. Ein paar Pflanzen bleiben am Ende der Reihe für die Samenernte stehen. Hier stören sie nicht. Puffbohnen sind jedoch teilweise Fremdbestäuber. Damit die Sorteneigenschaften erhalten bleiben, sollte nur eine Sorte angebaut werden.

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Begehrtes Erntegut sind die unreifen, grünlich-weißen Bohnenkerne. Ab Ende Mai können sie mit den allerersten Frühkartoffeln geerntet werden. Roh sind die Samen nur schwer verdaulich. Sie werden daher kurz in Salzwasser blanchiert. Die trockenen, ausgereiften Samen sind energiereicher und enthalten viel Kalium und Eisen. Nicht für jeden sind Dicke Bohnen ein Genuss. In Mitteleuropa leiden etwa 0,14 bis 0,37 Prozent der Bevölkerung unter Favismus. Das ist ein erblich bedingter Enzymmangel, der zu chronischer Blutarmut führt, wenn Dicke Bohnen, Erbsen oder Johannisbeeren gegessen werden.
Natalie Faßmann

Dicke Bohnen vorziehen

Dicke Bohnen vorziehenIn Regionen, wo der Winter lange andauert, oder wenn es partout nicht tauen will, können die Puffbohnen im kalten, frostfreien Gewächshaus oder Frühbeet vorgezogen werden. Größere Mengen lohnen jedoch selten, da das Verpflanzen aufwändig ist. Ab Ende Februar legt man die Samen in Töpfe mit Aussaaterde. Vier Wochen später werden die Pflanzen dann abgehärtet und ins Beet gesetzt. Die Vorkultur lohnt in milderen Regionen auch schon ab Ende Januar. Die gut abgehärteten Pflanzen werden dann Ende Februar mit der ersten Freilandaussaat gesetzt. Sie wachsen auch bei vier bis fünf Grad weiter. Das verfrüht nicht nur die Ernte, die Bohnen haben auch einen Wachstumsvorsprung vor der Schwarzen Bohnenlaus, die erst im April erscheint.

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Steckbrief: Dicke Bohnen

• Gemüsefamilie: Schmetterlingsblütler, verwandt mit Gartenbohnen, Erbsen, Soja
• Boden: mittelschwer bis schwer, nährstoffreich, tiefgründig, pH 6,5–7
• Aussäen: von Ende Februar bis Mai
• Ernten: ab Ende Mai
• Lagern: frische Hülsen halten sich einige Tage im Kühlschrank
• Fruchtfolge: Anbaupause von vier Jahren nach Schmetterlingsblütlern, gute Vor frucht für Starkzehrer, räumt früh das Beet für Wintergemüse
• Düngen: Schwachzehrer, Startdüngung mit 1–2 l Kompost/m² zur Aussaat
• Pflanzenschutz: Schwarze Bohnenlaus, Schnecken
• Sorten: ‘Dreifach Weiße’, ‘Hangdown Grün’, ‘Piccola’, ‘Karmesin’, ‘Frühe Weißkeimige’, ‘Perla’

Was die Blütenfarbe verrät

Blüte Dicke BohnenDie unreifen Kerne vieler Puffbohnen-Sorten färben sich nach dem Garen braun, während andere appetitlich weiß bzw. grün bleiben. Diese Eigenschaft hängt eng mit der Blütenfarbe zusammen. Puffbohnen mit weißen Blüten und einem schwarzen Schlund (1) produzieren Samen, die sich braun verfärben. Sie sind dafür jedoch zarter und intensiver im Geschmack, wie ‘Frühe Weißkeimige’, ‘Piccola’ und ‘Aguadulce’. Sorten mit reinweißen Blüten (2) bleiben dagegen auch nach dem Garen weiß oder grün. Dazu gehört zum Beispiel ‘Dreifach Weiße’. Seltener sind Sorten mit violetten oder roten Blüten (3), wie ‘Karmesin’. Sie haben meist grüne Kerne. Ein leicht violetter Hauch auf weißen Blüten deutet auf eine Sorte hin, die vollreif rot-violett ist, z. B. ‘Rotsamige’. Die trockenen Puffbohnensamen sind meist braun, seltener grün (‘Haba Verde’), rot-violett oder fast schwarz (‘Schwarzsamige’).

» GartenFlora Shop: Bestellangebot Dicke Bohnen (zeitlich begrenzt)
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