Der Nutzgarten im September

Saatgut aus dem eigenen Garten

Saatgut für das nächste Jahr lässt sich auch im eigenen Garten sammeln.

Saatgut aus dem Küchengarten

Ab Spätsommer bilden zahlreiche Gemüsearten und Bauerngartenblumen Blüten und Samen. Ausgereift sind die meisten Körner keimfähig. Aber nicht alle Arten sind zur Anzucht neuer Gemüsepflanzen geeignet.

Denn: Fremdbefruchter wie Feuerbohnen, Gurken, Kürbisse, Kohl und Rettiche verkreuzen sich leicht mit anderen Sorten. Ihre Nachkommen „spalten auf“, d. h. sie unterscheiden sich teils deutlich von ihren Eltern. Bei Kopfkohl kann das dazu führen, dass die Nachkommen keine Köpfe bilden. Essbar sind sie trotzdem und manchmal sogar sehr dekorativ.

Auch das Saatgut von F1-Hybriden kann aus der Art schlagen und dabei wertvolle Eigenschaften, etwa Resistenzen, verlieren. Weiterhin lässt die für Hybriden typische Vitalität nach.

Ungeeignet sind die Samen von vorzeitig geschossten Pflanzen. Sie vererben ihre Neigung zum frühen Blühen. Dann würde ein hoher Anteil von Rettichen und Möhren der folgenden Generationen blühen und absterben, noch ehe sich Rübenwurzeln gebildet hätten. Salat würde keine Köpfe mehr bilden.

Tipp: Nehmen Sie Saatgut immer von den besten Pflanzen. Das muss nicht die ertragreichste Tomate sein, sondern vielleicht die mit den süßesten Früchten oder eine besonders früh tragende.

• Petersilie, Rettich, Möhre, Spinat, Zwiebeln oder andere Gemüse, die vorzeitig in Blüte gehen, sind als Samenträger nicht geeignet. Lassen Sie die besten Pflanzen weiterwachsen, bis sie zur richtigen Zeit Samen bilden. Meist erst im Folgejahr.

• Feuerbohnen sind Fremdbefruchter. Stehen unterschiedliche Sorten nahe beieinander, entwickelt sich im Laufe der Jahre ein ganz bunte Bohnengesellschaft. Dem Bohneneintopf steht diese Mischung gut.

• Die „normalen“ Gartenbohnen, also Busch- und Stangenbohnen sind Selbstfruchter. Maximal 3 % der Nachkommen schlagen aus der Art.

• Gurkensaatgut ist reif, sobald die Früchte gelb werden. Rein weiblich blühende Sorten bilden meist keine keimfähigen Samen.

» Praxis-Tipps: Pflanzenschutz im September

Düngen im Gemüsegarten

Gemüsearten, die bis zur Ernte im Herbst noch zulegen, wie Winderendivie, Knollensellerie, Porree, späte Mangoldaussaaten und Kohlrüben, vertragen noch einen guten Schluck Düngerlösung. Flüssigdünger für den Küchengarten gibt es im Handel sowohl in organischer als auch mineralischer Form.

Der mineralische wirkt etwas schneller. Düngen Sie bis Mitte September. Dann können Rübe und Co. die Nährstoffe noch nutzen. Wichtig: Halten Sie den Boden feucht, denn trockene Erde erschwert Pflanzenwurzeln die Nährstoffaufnahme.

Nützlinge im Einsatz

Jetzt ist es wieder Zeit, nützliche Nematoden zu bestellen. SC- und HM-Nematoden helfen, wenn der Rasen gelbe Stellen hat. Oft fressen dann die Larven von Gartenlaubkäfer und Wiesenschnake an den Graswurzeln.

Die HM-Nematoden wirken auch gegen die Larven des Dickmaulrüsslers, die an den Wurzeln von Bäumen und Sträuchern nagen. Die winzigen Fadenwürmer werden auf einem Trägermaterial geliefert, in Wasser aufgelöst und auf die betroffenen Stellen gegossen.

Tomaten ausputzen

Freilandtomaten weiter täglich auf Kraut- und Braunfäule kontrollieren. Kranke Blätter und Früchte entfernen. Überwiegend kranke Pflanzen vollständig aus dem Bestand nehmen.

Gesunde Pflanzen vorbeugend behandeln, z. B. mit Compo Ortiva Universal Pilz-frei, Atempo Kupfer-Pilzfrei. Dabei die Wartezeiten beachten!

» Praxis-Tipps: Der Ziergarten im September

Und außerdem im September

• Fallobst aufsammeln. Es ist meist faulig oder von Obstmaden angefressen, den Larven von Pflaumen- oder Apfelwickler. Verwerten Sie es zügig oder entsorgen Sie es über den Hausmüll, da von den befallenen Früchten die Infektion für das kommende Jahr ausgeht.
• Knoblauch und Wintersteckzwiebeln bis spätestens Monatsende stecken, damit sie noch vor dem Frost anwurzeln. Sie überstehen dann den Winter besser und wachsen im Folgejahr schneller weiter.
• Gehölzschnitt ist im September tabu, denn das könnte die Bäume zu erneutem Austrieb anregen. Die Gehölze würden nicht ausreifen und weniger frosthart in den Winter gehen. Weinreben können Sie dagegen einkürzen, damit die Trauben mehr Licht erhalten.
• Erdbeeren bilden ab August Blütenknospen und sammeln Nährstoffvorräte für das kommende Jahr. Wässern Sie daher vor allem neu gepflanzte Erdbeeren, falls der Regen für längere Zeit ausbleibt. Aus feuchtem Boden können ihre Wurzeln leichter Nährstoffe aufnehmen.
• Dahlienblüten sind bei langanhaltendem Regen anfällig für Grauschimmel. Abgeblühtes und Welkes abschneiden.
• Wellpappegürtel kontrollieren und austauschen, wenn er mit Apfel- und Pflaumenwicklerlarven besetzt ist.
• Braunfaules Kartoffellaub entfernen, um eine Infektion der Knollen zu verhindern.
• Weiße Fliege am Winterkohl schon bei den ersten Anzeichen mit einem Präparat auf Rapsöl- oder Kaliseifenbasis bekämpfen, z.B. Naturen Schädlingsfrei Obst und Gemüse oder Neudosan Neu.

» Gartenpraxis: So bleibt Ihr Apfelbaum in Form
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