Der Nutzgarten im Dezember

Stachelbeeren schneiden

Wenn die Blätter gefallen sind, ist es an der Zeit, Stachelbeeren kräftig auszulichten.

Licht in alte Stachelbeerkronen

In dichten Stachelbeersträuchern mit vielen, stark verzweigten Fruchtästen bilden sich zwar meist zahlreiche Früchte. Doch lassen sie sich im dichten, stacheligen Gestrüpp nur schwer pflücken. Zudem sind sie klein und wenig aromatisch.

Sobald die Blätter gefallen sind, ist es an der Zeit, zu dichte Büsche oder Stämmchen kräftig auszulichten. Die Krone eines Stämmchens kommt gut mit fünf bis sieben Fruchtästen aus, bei Büschen sind maximal acht ausreichend.

Beginnen Sie mit den ältesten Fruchtästen: Sie werden an der Basis abgeschnitten. Finden sich jetzt noch Äste, die sich kreuzen oder stark hängen? Weg damit! In der Regel reicht dieses erste Auslichten für mehr Durchblick.

Nun noch die Feinarbeit: Auch wenn die gewünschte Anzahl der Fruchtäste stimmt, werden alle Seitentriebe aus dem laufenden Jahr auf etwa drei Augen eingekürzt. Mit einer Ausnahme: Der Gipfeltrieb jedes Fruchtastes wird nur um 40 % seiner Länge gekürzt. Sind aus der Kronen- oder Strauchbasis kräftige, junge Triebe gewachsen, bleiben davon ein bis zwei stehen. Sie ersetzen dann die beiden ältesten Fruchtäste.

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Fruchtmumien entfernen

Nachdem alle Blätter gefallen sind, lassen sich Fruchtmumien an Obstbäumen sehr gut erkennen. Diese vertrockneten Früchte waren im Sommer von der Monilia-Fruchtfäule befallen.

Die Sporen der Pilzfäule überdauern den Winter an den Früchten. Im Frühjahr, sobald feuchte und wärmere Tage folgen, machen sie sich auf den Weg zu den Blüten fast aller unserer Baumobstarten. Dort verursachen sie die Zweigmonilia. Die Blüten und häufig auch die Zweige welken dann sehr schnell und die Blüten bleiben verdorrt an den Zweigen hängen.

Die Zweigmonilia kann ganze Astpartien absterben lassen. Der Ertrag ist dann stark eingeschränkt. Bei wiederholtem Befall können die Bäume sogar eingehen.

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Edelreiser schneiden

Wer im Frühjahr seine Obstbäume umpfropfen oder die Sortenvielfalt innerhalb einer Krone erweitern möchte, sollte schon jetzt die Edelreiser gewinnen. Diese einjährigen Holz- oder Langtriebe sind idealerweise etwa bleistiftdick, bei den starkwachsenden Süßkirschen auch etwas dicker. Und sie dürfen keinerlei Anzeichen von Schädlings- oder Krankheitsbefall aufweisen.

Die besten finden sich auf der Südseite der Obstbaumkronen. Wichtig fürs zuverlässige Anwachsen der Edelreiser: Sie müssen in der absoluten Wachstumsruhe geschnitten werden. Das ist vor allem beim Steinobst wichtig. Damit die Reiser den Ruhezustand möglichst lange behalten, lagert man sie bis zum Veredelungstermin kalt und frostfrei, bei etwa +2 °C. Sie verbrauchen dann nur wenige Reservestoffe.

Bündeln Sie die Triebe nach Sorten getrennt und stellen Sie deren unteres Ende in feuchten Sand, zum Beispiel in einen Eimer. An einer schattigen, windgeschützten Stelle im Freien aufstellen. Tannengrün hält den austrocknenden Wind von den Edelreisern fern. Leichter Frost schadet nicht.

Bei Temperaturen unter –5 °C in eine ungeheizte Garage oder in die Laube stellen. Auch möglich: im Kühlschrank oder in einer frostfreien Miete einlagern, wie beim Wurzelgemüse üblich, aber niemals zusammen mit Gemüse oder gar Obst. Sie geben Reifegase ab, und die Reiser könnten vorzeitig aus der Ruhe erwachen.

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Artischocke und Co. einwintern

Winterschutz ArtischockenViele zwei- und mehrjährige Gemüsearten vertragen zwar Frost, sind aber nicht völlig winterhart. Geschützt vor Wintersonne und bitterkaltem Wind kommen sie jedoch unbeschadet ins kommende Frühjahr.

Meist hilft schon eine Decke aus trockenem Herbstlaub. Ein Zäunchen aus Kaninchendraht hält die Blätter an Ort und Stelle. Im Frühjahr, kurz vor dem Austrieb wird es wieder entfernt. Oder Sie häufeln Ihre Artischocke oder Ihren Mangold mit Boden an und legen zusätzlich eine isolierende Schicht Laub darüber.

Frostgefährdete Obstgehölze wie Brombeere, empfindliche Rebensorten oder in Kübeln kultivierte Sträucher wickeln Sie am besten in Vlies oder Jutegewebe ein. Stellen Sie Kübelpflanzen über Winter vor Sonne und Wind geschützt auf.

» Zimmergarten im Dezember

Erdbeeren vor Wind schützen

Erdbeeren sind zwar recht frosthart. An windigen Stellen ist jedoch ein Windschutz, z. B. aus Koniferenreisig, sinnvoll, damit die oberirdischen Teile bei gefrorenem Boden nicht austrocknen. Die Erdbeerwurzeln wären bei Frost nicht in der Lage, das verdunstete Wasser zu ersetzen.

Auch eine dicke Schicht aus grobem Herbstlaub ist ein guter Windbrecher. Ein darüber gespanntes Netz verhindert, dass die Blätter davonwehen. Oder Sie übertunneln.

Weitere Pflanzen, die Winterschutz wünschen

Petersilie, Winterkopfsalat, Winterblumenkohl, Erdbeeren, Immergrüne wie Preiselbeere, Heidelbeere, Thymian, Salbei und Lavendel sowie frisch gepflanzte Obstgehölze überstehen den Winter mit einem Schutz aus Vlies, Laub oder unter einer lockeren Überdachung besser.

» Gartenpraxis: Gärtnern nach dem Mond

Und außerdem im Dezember

• Ernterückstände ohne Anzeichen von bodenbürtigen Schaderregern dürfen auf den Kompost. Gut abgedeckt kann auch mit Blattkrankheiten befallenes Laub kompostiert werden.
• Umgraben Beim Umstechen der Gemüsebeete die Bodenschichtung erhalten: besonders wichtig beim zwei- oder dreispatentiefen Lockern.
• Obstbäume schneiden an frostfreien Tagen ist der Schnitt bis Monatsende möglich.
• Gründüngerpflanzen untergraben, solange sie noch grün sind. Soll der Gründünger kompostiert werden, ebenfalls noch grün abmähen. Die Wurzeln können im Boden bleiben.

» Gartenpraxis: So bleibt Ihr Apfelbaum in Form
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