Brokkoli - feinste Blütenknospen bis weit in den Herbst hinein

Brokkoli im Beet

Der Brokkoli braucht viel Platz und Dünger, damit er gut wächst und eine große Hauptblume ausbildet. Stehen die Pflanzen dichter als 50 cm, bleiben die Blumen deutlich kleiner.

Meine Brokkolipflanzen habe ich fest im Blick und beobachte genau, wie sich ihre grünen Blumen entwickeln. Wenn sie schon recht groß und dicht sind, können sie bald geerntet werden. Wenn ich nicht den optimalen Zeitpunkt verpasse. Denn bei Brokkoli – ähnlich wie bei Blumenkohl – erntet man den knospigen Blütenstand. Der kann sich an heißen Tagen schneller öffnen als erwartet und ist dann gelb blühend anstatt grün knospig.

Der richtige Erntezeitpunkt

Geerntet wird, sobald die kleinen, grünen Knöspchen deutlich angeschwollen sind, aber die gelben Blütenblätter noch nicht durchschimmern. Dann hat Brokkoli ein sehr feines Aroma, fast ohne Kohlgeschmack. Blühend schmeckt er zwar auch noch, aber deutlich „kohliger“.

Die Brokkoli-Blume schneide ich unterhalb der untersten Röschen ab und lasse den Strunk stehen. In den kommenden Wochen werden sich neue Blütensprosse aus den Seitenknospen herausschieben, und ich kann ein zweites Mal ernten. Das kann bis in den späten Herbst so weitergehen.

Auch dann ist erst bei strengeren Frösten und Wintereinbruch Schluss, denn die Pflanzen vertragen bis zu -7 °C. Je eher der Brokkoli gesät und gepflanzt wird, desto öfter kann von einer Pflanze geerntet werden.

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"Brokkoli-Schwemme" vermeiden

Neuere Sorten sind so gezüchtet, dass alle Pflanzen etwa gleichzeitig reif werden. Das ist im Produktionsgartenbau gut, wo ganze Felder an einem Tag abgeerntet werden. Doch im Hausgarten kann das schnell zu einer Brokkoli-Schwemme führen. Darum mag ich lieber die alten Sorten wie ‘Calabrese’, die selten auf einmal reif werden und bei denen ich über einen längeren Zeitraum immer mal wieder etwas ernten kann. Oder man sät den Brokkoli in mehreren Sätzen aus.

Im Frühbeet stehen meine Setzlinge für die Herbsternte bereit, die auf ein Beet umziehen, wo bis vor kurzem Dicke Bohnen standen. Zusätzlich zum klassischen grünen Brokkoli habe ich auch meinen neuen Liebling vorgezogen: lilafarbenen Sprossen-Brokkoli, z.B. ‘Early Purple Sprouting’. Der bildet statt einer großen Blume mehrere kleine, lilafarbene Röschen auf langen Stängeln. Nach jeder Ernte entwickeln sich neue kleine Seitensprosse.

Brokkoli überwintern

Bei der späten Juli-Aussaat ist wohl nur mit einem Erntedurchgang zu rechnen, denn der Brokkoli braucht etwa sieben bis zehn Wochen. Ein, zwei Sprossen-Brokkoli-Pflänzchen werde ich wohl im Frühbeet überwintern. In Italien, wo der Brokkoli herkommt, ist das gang und gäbe.

Mal schauen, wie sie mit dem Berliner Winter zurechtkommen. Wenn alles klappt, kann ich im April schon die ersten Röschen ernten. Das nenne ich mal eine Wintergemüse-Entdeckung!

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So entwickelt sich der Brokkoli am besten

Brokkoli ist wie andere großblättrige Kohlarten ein Starkzehrer, der den Stickstoff in Blattmasse umsetzt. Er ist aber auch versessen auf ein Quäntchen Kalzium, das er in Form von Algenkalk bekommt. Damit die Pflanzen zügig wachsen, gieße ich sie an trockenen Tagen durchdringend.

Ein paar Wochen nach dem Pflanzen und wenn sich der Blütenstand bildet, gebe ich noch einmal Flüssigdünger. Die Pflanzen, die überwintert werden, dünge ich verhaltener, denn sie sollen langsam wachsen und erst im Frühling in den Endspurt gehen.

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Warum Brokkoli auch Spargelkohl heißt

Übrigens sind nicht nur die Röschen schmackhaft, auch der Stängel, der sonst auf dem Kompost landet, ist zart und essbar. Er wird geschält und dann gedünstet oder scharf angebraten. Besonders einfach lassen sich die langen Stiele des Sprossen-Brokkolis verarbeiten.

Dass man auch die Stängel essen kann, ist keine Neuentdeckung. Schon früher hat man sie wie Spargel zubereitet und gegessen. Darum nennt man den Brokkoli auch Spargelkohl.

Und wo bleibt der Blumenkohl? Den überlasse ich den Gärtnern mit reichhaltigerem Boden und einem guten Händchen für die Diva unter den Kohlgemüsen. Auf meinem sandig-leichten Boden kann und will er einfach nicht gelingen. Denn der Blumenkohl hat höchste Ansprüche an Boden, Klima und Pflege, damit er schöne helle und gleichmäßige Blumen bildet.

Natalie Faßmann

Brokkoli - der Steckbrief

■ Gemüsefamilie: Kreuzblütengewächs, u. a. verwandt mit Kopfkohl, Radieschen und Rauke, gesund durch Vitamin A, B und viele Mineralstoffe

■  Aussäen: Vorkultur ab Mitte März, Direktsaat Mitte April bis Anfang August

■  Ernten: ab Mitte Juni

■  Fruchtfolge: gute Vorfrüchte sind Leguminosen; Anbaupause von 3 Jahren

■  Düngen: Starkzehrer; Kompost und Algenkalk bei der Beetvorbereitung einarbeiten, 1–2 Gaben Flüssigdünger ein paar Wochen nach dem Setzen und zur Kopfbildung

■  Pflanzenschutz: Kohlweißling, Kohleulen, Kohlmotte und Kohldrehherzmücke

■  Sorten: ‘Calabrese natalino’, ‘Ramoso calabrese’, ‘Early Purple Sprouting’, ‘Summer Purple’, ‘Calinaro’, ‘Santee’, ‘Belstar’, ‘Marathon’, ‘Nutribud’


Extra-Tipps zum Brokkoli

Sollte der Brokkoli doch blühen - die gelben Blütchen des Brokkolis überraschen mit Nektarsüße und dezentem Kohlaroma. Probieren Sie mal! 

Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Brennnesseln oder Beinwell hat aus Brokkoli-Sicht ein großes Plus: Sie hält nicht nur den Boden länger feucht, sondern gibt auch Nährstoffe ab, die den Pflanzen zur Verfügung stehen. Das spart mindestens eine Ration Flüssigdünger im Laufe der Saison.

Mindestens zweimal können Sie vom Kopf-Brokkoli ernten. Erst die Hauptblume und ein paar Wochen später viele kleine Nebenblumen, die aus den Blattachseln wachsen.

Neu angelegte Hochbeete strotzen vor Stickstoff und anderen Nährstoffen. Genau richtig für Starkzehrer wie den Brokkoli. Hier lohnt auch ein Versuch mit dem noch anspruchsvolleren Bruder Blumenkohl.

Vier Laubblätter sollten die Jungpflanzen haben, wenn sie ins Beet gesetzt werden. Überständige Pflanzen gehen zu früh in Blüte.

Kopf oder Stange? Der Kopf- oder Calabrese-Brokkoli bildet eine größere Hauptblume und nach deren Ernte noch mehrere kleine Blumen. Der Sprossen- oder Sprouting-Brokkoli entwickelt dagegen über längere Zeit mehrere kleine Röschen an langen, kräftigen Stängeln.

Immer wieder ernten: Der Sprossen-Brokkoli wartet bis in den Herbst mit kompakten, kleinen Röschen auf. Leider werden die lila Sorten beim Garen grün.

Setzen Sie Salat als Untermieter zu den noch kleinen Kohlsetzlingen. Sie nutzen den Raum gut aus, während der Brokkoli mit seinen großen Blättern langsam die Reihen schließt. Bis dahin sollten die Salatköpfe geerntet sein, sonst wird es ihnen doch zu eng. Ebenso als Untermieter eignen sich Radieschen, Asia-Salat und Mini-Pak-Choi.


Stängelkohl ist unkompliziert - ab Mitte August säen

Der Stängelkohl oder, wie er in Italien genannt wird, Cima di Rapa (Brassica rapa var. cymosa) wächst rasch und kann schon etwa acht Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Er bildet kräftige, an Brokkoli erinnernde Stängel. Säen Sie ihn erst ab Mitte August.

Der Kohl kann auch im Frühbeet überwintern und im Frühling geerntet werden. Der Cima di Rapa wird mit Stiel, Blatt und Blütenknospen geerntet und kurz angedünstet.

In Apulien isst man ihn gern mit Orecchiette-Pasta. Die asiatische Variante des Stängelkohls heißt Kai-lan (Brassica oleracea var. alboglabra) und wird vor allem in Wokgerichte gegeben.


Blumenkohl - der Anspruchsvolle

Dieses besonders begehrte Kohlgewächs bringt nur auf sehr guten Lößlehm- und Schwarzerdeböden eine reiche Ernte. Und es braucht einen aufmerksamen Gärtner, der anfangs öfter jätet, den Boden lockert und regelmäßig wässert, sobald sich die Blume entwickelt. Sonst reagiert der Blumenkohl mäkelig mit kleinen Köpfen oder blüht sogar vorzeitig.

Empfehlenswert sind der frühe ‘Erfurter Zwerg’ und der mehrblumige ‘Multi-Head’, die auch unter weniger idealen Bedingungen Köpfe bilden. Farbe bringen der violette ‘Grafitti’ und der orangefarbene ‘Sunset’.

» Blumenkohl - kopflos bei Hitze


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