Aus Apfelsaft Wein machen

Themen: Ernte, Apfel, Apfelwein

Apfelwein herstellen

„Schon die Großeltern haben Apfelwein hergestellt. Im Keller haben wir ihre Gärballons gefunden.“ erzählen Barbara und Peter Reichelt.

Hygiene vor und während der Zubereitung ist wichtig: Damit es später keinen Besatz mit den „falschen“ Mikroorganismen gibt, muss penibel sauber gearbeitet werden. Entsafter und Messer werden heiß abgespült, die Tücher ausgekocht. Den Gärballons rücken wir ebenfalls mit heißem Wasser und einer Flaschenbürste zu Leibe. Die Äpfel werden gewaschen und faulige Früchte aussortiert, kleinere Faulstellen ausgeschnitten.

Bilder: Aus Apfelsaft Wein machen

Zum Entsaften verwenden wir unsere alte MALINA-Zentrifuge. Die holt den meisten Saft aus den Früchten. Ist eine Runde durchgelaufen, wird der Saft durch ein Mulltuch abgeseiht. Zurück bleibt der Schaum. Mithilfe eines Trichters wird der abgeseihte Saft in den Gärballon gefüllt. Die Öffnung decken wir mit einer Kappe aus Alufolie ab, damit keine Fremdkörper hineinfallen. Entsaften, Abseihen und Einfüllen wiederholen wir solange, bis der Gärballon zu etwa  bis ¾ gefüllt ist. Der freie Gärraum ist wichtig, damit der Most während der Gärung nicht überläuft.

Von der letzten Entsaftungsrunde behalten wir etwas Apfelsaft zurück. Darin werden flüssige Reinzuchthefe und Nährsalz eingerührt und zum restlichen Apfelsaft in den Gärballon gegeben. Der Ballon wird mit einer Gärkappe verschlossen, in die ein Gärröhrchen gesteckt wird. Dieses Röhrchen wird mit Wasser gefüllt, damit kein Sauerstoff an den Saft kommt oder gar Gärfliegen hineinfallen. Wir stellen den Ballon bei Zimmertemperatur auf. Die Gärung wird durch die Temperatur gesteuert. Darum sollte der Apfelsaft nicht zu kalt oder zu warm stehen. Sobald die Gärung einsetzt, beginnen Blasen im Saft aufzusteigen und im Gärröhrchen blubbert es. Lässt die Gärung nach, kann probiert und eventuell Zucker nachgegeben werden. Beim Nachzuckern sollte man unbedingt dem eigenen Geschmack vertrauen!

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Um den Apfelwein zu klären, wird er abgesaugt. Dabei bleibt der Bodensatz zurück. Den Gärballon spülen wir aus und füllen den Wein wieder hinein. Dann stellen wir ihn dunkel auf und warten, bis sich die Trübstoffe wieder abgesetzt haben und klären ihn dann ein zweites Mal. Aufheller oder chemische Hilfsmittel benutzen wir nicht. Nach der zweiten Klärung wird der Wein in Flaschen abgefüllt und bis etwa April gelagert.
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