Winterquartiere für Tiere

Nistkasten

Nistkästen bieten im Winter auch anderen Tieren Schutz.

An den kurzen Tagen im Herbst kuscheln wir uns gern drinnen ein und machen es uns gemütlich. Im Garten ist Ruhe eingekehrt, es gibt nur noch wenig zu tun. Bevor es richtig eisig wird, sollten wir noch einmal an die vielen kleinen Garten-Helfer denken. An den Igel, der eifrig Schnecken vertilgt, die Meisen, die fleißig dafür sorgen, dass die Blattläuse nicht Überhand nehmen und schließlich auch an die vielen Insekten, die uns als Bestäuber reiche Obsternten sichern.

Winterschutz im Garten - so kann man Tieren helfen

Sie alle fühlen sich im Garten heimisch, wenn sie genug Nahrung, Schutz und Nistplätze finden. Unter dem Laub, zwischen Steinen und Holzstücken, in dichtem Pflanzenbewuchs: In der Natur gibt es für Nützlinge viele Verstecke. Im Garten sind es umso mehr, je weniger "Ordnung" darin herrscht. Wenn der Gärtner also im Herbst nicht jedes Blatt penibel wegharkt, die Stauden nicht alle radikal herunterschneidet und unter den Hecken und Büschen nicht akkurat aufräumt.

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Insekten sind die artenreichste Tiergruppe der Erde und manche von ihnen machen uns Gärtnern das Leben schwer. Aber viele sorgen dafür, dass die Schädlinge nicht Überhand nehmen. So vertilgen die Larven von Marienkäfern und Florfliegen während ihrer Entwicklung Tausende von Blattläusen. Sie werden daher auch Blattlauslöwen genannt.

Bienen und Hummeln sind unverzichtbar als Bestäuber. Ebenso solitär, also einzeln lebende Bienen und Wespen, letztere bekämpfen auch Insekten. Laufkäfer werden mit ihren kräftigen Zangen sogar mit Schnecken fertig.

Wo nützliche Insekten Schutz finden

Hohle Pflanzenstängel oder Strohhalme dienen Wildbienen und -wespen als Nistplatz und Unterschlupf. Die Halme bündeln und an windgeschützten, sonnigen Stellen in Gehölzen so anbringen, dass sie nicht schaukeln. Die Bündel zum Schutz vor Nässe mit Dachpappe umwickeln.

Ohrwurmtöpfe, die jetzt noch im Baum hängen, nimmt man ab und stellt sie neben die Überwinterungsplätze der Insekten, etwa Steinhaufen oder Holzstapel.

Marienkäfer: Hecken, Steinhaufen, Laubdecken, verfilztes Gras, hohle Holzstücke,
Laufkäfer: Laub, Holzbretter, Trockenmauern, Hecken, Wildgehölze, Wiesen
Solitärbienen und -wespen: hohle Pflanzenstängel, abgelagerte Baumscheiben mit eingebohrten Löchern, weiches Totholz, Insektenhotels
Hummeln, Schlupfwespen: "Wildwuchs" unter Sträuchern und Hecken

Vögel

... vertilgen im Garten Unmengen Läuse und andere Schädlinge. Zum Nisten brauchen sie zwar erst im Frühjahr die Kästen. Im Winter finden sie, wie auch Fledermäuse, Schmetterlinge und Eichhörnchen, darin Schutz. Wer die Reinigung im Spätsommer verpasst hat, sollte deshalb bis Ende Februar damit warten.

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Das hilft Vögeln über den Winter

• Nistkästen als Unterschlupf
• Richtig füttern: Rotkehlchen, Meisen, Amseln, Zaunkönig (Weichfutterfresser) mit Haferflocken, Obst, Meisenknödeln. Finken, Sperlinge, Ammern (Körnerfresser) mit Sonnenblumenkernen und Körnermischungen.
• Futtersilos benutzen, in denen das Futter nicht verschmutzt
• Silos katzensicher und nicht zu nah an Glasscheiben aufhängen


Kröten

... ernähren sich von Nacktschnecken, Würmern, Raupen und Insektenlarven. Frösche vertilgen vor allem lästige Mücken und Fliegen. Im Winter verkriechen sie sich in Erdhöhlen oder Mulden in der Nähe des Wassers oder unter Hecken.


Igel

... suchen ab Anfang November Quartiere zum Überwintern. Totholz, Laub oder Igelhäuser, selbst gebaut oder gekauft, bieten sich dafür an. Spitzmäuse gehören wie Igel und Maulwürfe zu den Insektenfressern und vertilgen Unmengen an Insekten, Würmern und Schnecken. Die sensiblen Tiere brauchen naturnahe Bereiche, wo sie ungestört leben können. Das ist oft auch der Kompost, ein wichtiger Lebensraum für viele nützliche Tiere im Garten.

Auch Igel, Käfer und Zaunkönig finden dort Nahrung und Unterschlupf. Aber nur, wenn es kein geschlossener Behälter ist und an den Seiten offen. Mit wenig Aufwand viel erreichen kann man auch, wenn in wenigstens einer Ecke des Gartens Wildwuchs erlaubt ist. Das muss ja nicht gerade im Vorgarten sein.

Quartiere für Igel & Co

Igel: Laub- und Reisighaufen, Kompost, Igelhaus
Spitzmaus: Kompost, Wildpflanzenecke, Hecken, Holzstapel
Fledermäuse: Höhlen, alte Mauern, Dachböden, Fledermauskästen
Frösche, Kröten: Gartenteich, Uferbepflanzung, Kompost, dichter Pflanzenbewuchs, Stein-, Reisig- und Laubhaufen, Erdhöhlen, im Boden unter Hecken, Krötenhaus

Wie überstehen Schmetterlinge den Winter?

Kaum vorstellbar, dass diese zarten Wesen Minusgraden und Schneestürmen trotzen können. Doch jede Art hat ihre eigene „Durchhaltestrategie“ entwickelt. Die Wanderlustigen unter ihnen verbringen den Winter im warmen Süden: Der Admiral  in Südeuropa, der Distelfalter dagegen pendelt gar zwischen Nordeuropa und Nordafrika. Die Falter, die im Frühjahr bei uns einwandern, vermehren sich hier, so dass meist nur ihre Nachkommen die Rückreise in den Süden antreten.

Andere Arten überdauern die Kälte in einem besonders widerstandsfähigen Entwicklungsstadium: Der Apollo als Ei, der Schillerfalter als Raupe und der Schwalbenschwanz als Puppe. Manche von ihnen verkriechen sich zum Schutz vor der Kälte in den Boden, die meisten aber verstecken sich in hohlen Pflanzenstängeln oder zwischen Laubstreu.

Schließlich gibt es noch einige wenige Arten, die als ausgewachsener Falter bei uns überwintern und sich dazu kühle, aber frostfreie Verstecke suchen. Hohle Bäume, aber auch Schuppen und Dachböden sind dafür beliebt. Zu diesen Faltern gehören das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs und der Zitronenfalter, die in den ersten warmen Frühlingstagen schon wieder durch unsere Gärten flattern

Wer hat da genascht?

Fraßspuren an Nüssen verraten, wer sich an der Frucht gütlich getan hat: Der Specht geht eher rabiat vor und hämmert ein recht unförmiges Loch in die Nuss. Neben dem Einschlagloch sind Spuren von weniger gezielten Schnabelhieben erkennbar.

Die Maus nagt meist ein ordentlich rundes Loch, an dessen Rand winzige Zahneindrücke zu sehen sind. Je nach Mausart variiert die Lage des Loches.

Das Eichhörnchen nagt nur ein kleines Loch, steckt dort die unteren Schneidezähne rein, drückt mit den oberen kräftig auf die Schale und sprengt die Nuss in zwei Hälften.

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