Wintergärten – eine Frage des Typs

Themen: Wintergarten
Wintergarten

Ein wohnlicher Wintergarten dient als Rückzugsort, wenn es draußen zu ungemütlich wird.

Was für ein Traum! Während es draußen regnet und ein kalter Wind pfeift, sitzen Sie gemütlich im warmen Wintergarten zwischen kleinen Bäumen voller Mandarinen, Zitronen, Granatäpfeln oder Mangos. Der süße Duft des Jasmins kitzelt die Nase, über Ihnen blüht üppig eine Bougainville. Palmen, Farne und Zyperngras sorgen für echtes Dschungelgefühl...

Doch die Realität sieht meist anders aus. Denn nicht alle Pflanzen eignen sich für jeden Wintergarten. Ausschlaggebend sind die klimatischen Bedingungen im Wintergarten, ganz besonders in den Wintermonaten.

Die verschiedenen Wintergarten-Typen

Man unterscheidet drei Klimatypen: kalte, temperierte und warme Wintergärten.

Im kalten Wintergarten
wird in der Regel nicht geheizt. Meist ist hier Einfach- oder Doppelglas verbaut. In den Wintermonaten ist es hier bei –5 bis 5 Grad recht kalt. Je nach Außentemperatur sind kurzzeitig auch zweistellige Minusgrade möglich. Im Sommer liegt die Maximaltemperatur zwischen 40 und 50 Grad.

Im temperierten Wintergarten heizt man im Winter. Schattierungen und Wärmschutzglas werden eingesetzt. In den Wintermonaten werden zwischen 5 und 15 Grad, im Sommer maximal 30 bis 40 Grad angestrebt.

In warmen Wintergärten dagegen herrscht ganzjährig ein einheitliches Klima. Die Temperatur sinkt nie unter 15 Grad. Die maximale Temperatur liegt zwischen 30 und 35 Grad. Dafür sorgt hochisolierendes Glas oder Sonnenschutzglas.

Kalte Wintergärten

Wer die mediterrane Pflanzenwelt liebt, ist mit dem kalten Wintergarten bestens beraten. Oliven, Feigen, Granatapfel, Lorbeer, Myrte und Co. sind an trockene, heiße Sommer sowie niederschlagsreiche und frostarme Winter angepasst. Sie kommen mit Minusgraden klar, solange diese nicht von Dauer sind. In den kalten Wintermonaten legen sie eine Ruhepause ein und sammeln ihre Kräfte, um dann wieder Blüten und Früchte hervorzubringen.

Die ursprünglich aus Ostasien stammenden Zitruspflanzen mögen diese jahreszeitlichen Temperaturextreme ebenfalls. Auch in Australien und Neuseeland gibt es Regionen mit „Mittelmeerklima“. Hier gedeihen beispielsweise Erdbeerbaum, Akazie oder Wollmispel. Allerdings sind die Australier und Neuseeländer oft lichthungriger und weniger frosthart als die Mittelmeerpflanzen.

Der kalte Wintergarten ist besonders Einsteigern zu empfehlen. Im Winterhalbjahr treten kaum Schädlinge auf, viele erfrieren sogar. Wegen der winterlichen Ruhepause hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen. Die Pflanzen benötigen kaum Wasser, die Düngung wird ab Ende August eingestellt und erst wieder im März aufgenommen.

» Vom Mittelmeer bis nach Australien: Pflanzen für kalte Wintergärten

Temperierte Wintergärten

Die Pflanzenauswahl im temperierten Wintergarten ist die größte. Bei Wintertemperaturen zwischen 5 und 15 Grad fühlen sich besonders Pflanzen aus Südamerika wohl, beispielsweise die Gewürzrinde und die Sesbanie. In ihrer Heimat müssen die Pflanzen nach der Regenzeit mit der Trockenzeit zurechtkommen. Viele werfen dann ihr Laub ab. Diese Pflanzen bewältigen auch bei uns den Wechsel der Jahreszeiten gut, der hier durch Lichtmangel und Kälte ausgelöst wird. Machen Sie sich also keine Sorgen, wenn die Blätter fallen.

Für den temperierten Wintergarten eignen sich des Weiteren Arten aus Südafrika, wie Paradiesvogelblumen und viele Proteengewächse. Auch Pflanzen aus dem kalten Wintergarten gedeihen hier, aber nur solche Arten, die nicht zwangsläufig in die Winterruhe gehen müssen und die zudem die etwas schlechteren Lichtverhältnisse ertragen. Dazu kommen Pflanzen aus dem warmen Wintergarten, zum Beispiel subtropische Arten, die sich statt mit dauerhafter Tropenwärme auch mit Temperaturen um die 10 Grad arrangieren können.

» Exotisches aus Südafrika und Südamerika: Pflanzen für temperierte Wintergärten

Warme Wintergärten

Hier gibt es keine Jahreszeiten. In den Tropen ist es dauerwarm. Während manche Pflanzen blühen, fruchten andere oder werfen ihre Blätter ab. Tropische Pflanzen sind die Idealbesetzung für den warmen Wintergarten. Da die Blüten statt von Insekten, von Vögeln, Fledermäusen und sogar Säugetieren bestäubt werden, sind sie meist außergewöhnlich groß und stabil. Außerdem zeigen viele eine auffällige Färbung, denn sie müssen im Dickicht des Dschungels auffallen.

Ausgesprochen prächtig sind die Helikonien, deren lange Blütenstände auch in der Vase wochenlang halten. Tropische Frucht- und Nutzpflanzen lassen sich auch in der Dauerwärme kultivieren. Wie wäre es mit Mango, Papaya, Rahmapfel oder Echtem Kaffee?

Natürlich dürfen Blattschmuckpflanzen nicht fehlen. Doch Vorsicht, manche sind ausgesprochen wüchsig, zum Beispiel das Elefantenohr und die Bananen.

Solch ein Dschungelparadies ist allerdings recht anspruchsvoll. Im dauerwarmen Klima können sich das ganze Jahr über Schädlinge ansiedeln und die Pflanzen befallen. Die regelmäßige Kontrolle der Luftfeuchte ist wichtig. Sie sollte möglichst über 40 Prozent liegen. Ein Zimmerbrunnen oder tägliches Besprühen der Blätter hilft.

» Tropischer Blüten- und Blattschmuck: Pflanzen für warme Wintergärten

» Vom Charme alter Gemäuer
» Feng Shui – Die Quelle der Harmonie
» Bauanleitung: Tomatenhaus
Newsletter-Anmeldung

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

Das Ratgebermagazin für Gartenliebhaber. Jeden Monat neu mit einer Vielzahl Tipps und Ratschlägen für den Zier- und Nutzgarten, mit Gestaltungsideen, Trends und Neuheiten rund um das Hobby Garten. Dazu wunderschöne Fotos aus liebevoll angelegten Privatgärten.

Editorial lesen Abonnieren

Aktuelle Ausgabe

GartenFlora Shop

Folgen Sie uns auf Facebook    Folgen Sie uns auf Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr