Wandelbarer Familiengarten

Familiengarten Müsken/Grütters

Monika Müsken und Josef Grütters sind Profis auf dem Gebiet der Gartengestaltung. Sie führen ein eigenes Unternehmen im Verbund der Gärtner von Eden. Ihren privaten Garten haben sie so angelegt, dass er mit den Bedürfnissen seiner Nutzer mitwachsen kann. Bilder: Monika Müsken

Wie gestalten Gartenplaner ihren eigenen Familiengarten? Monika Müsken und Josef Grütters von „Grütters – Gärtner von Eden“ öffnen das Tor in ihr privates Gartenreich.

Frau Müsken, planen Gartenplaner ihren eigenen Garten anders?
Nein, auch wir sind nicht ohne einen detaillierten Entwurfsplan ausgekommen, allerdings nur für den Garten am Haus und an den Nebengebäuden. Die hinteren Gartenbereiche haben wir eher locker gestaltet.

Unterscheidet sich Ihr Garten von denen, die Sie planen?
Häufig sind geradlinige und aufgeräumte Gärten gefragt, die gut zu modernen Häusern im Bauhaus-Stil passen. Zu unserer niederrheinischen Kastelle, das ist ein für die Region typisches kleines Bauernhaus, wollten wir einen organischen Garten schaffen, der sich in die ländliche Umgebung einfügt.

Wie sind Sie vorgegangen?
In kleinen Schritten. 12 Jahre lang haben wir uns jedes Jahr einen Bereich vorgenommen und umgesetzt. Ganz so, wie wir es eben gerade brauchten und machen konnten.

» Bilder: Der Familiengarten von Monika Müsken und Josef Grütters

Und womit haben Sie angefangen?
Mit der Auffahrt. Wir wollten nicht mehr, dass der Hof zwischen Wohnhaus und Scheune befahrbar ist. Als nächstes haben wir die Hecken gesetzt. Der Garten liegt oft im Wind, und in den ersten Jahren sind die Kinder nur winddicht verpackt rausgegangen. Weitere Projekte waren der Gemüsegarten, die Hoffläche zwischen Scheune und Haus, das Baumhaus für die Kinder, die Spielwiese, die es heute so gar nicht mehr gibt, und ein kleiner Fußballplatz.

Die Wünsche der Kinder wurden also von Anfang an berücksichtigt.
Das geht gar nicht anders. Es soll ja ein Garten für die Familie sein und nicht nur für die Eltern. Da wir genügend Platz hinter der Scheune hatten, legten wir dort einen Abenteuerspielplatz an, mit gefälltem Kirschbaum zum Klettern, mit Baumhaus und Schaukel in den alten Bäumen. Jetzt sind unsere Kinder fast erwachsen und sie sind immer noch gern dort hinten. Sie spielen Fußball oder legen sich einfach mal auf die Wiese.

» Gartengestaltung: Gestaltungstipps für eine Dachterrasse

Lounge im FamiliengartenDie Spielwiese ist also schon passé. Gibt es noch mehr „Kinderecken“, die sich verändert haben?
Ja, natürlich. Da ist zum Beispiel unsere Lounge. Die haben wir erst vor kurzem umgestaltet. Hier stand früher der Stall für die Kaninchen unserer Kinder. Sie sind einfach älter geworden und interessieren sich mittlerweile für andere Dinge. Da ist es völlig normal, dass sich auch der Garten anpasst. Und in unserer neuen Sitzecke sind wir sehr gern, übrigens auch die Kinder …

Ein neuer Lieblingsplatz also?
Fast. Besonders gern sitze ich auf der Bank unter unserem alten Kirschbaum. Der gibt im Sommer tollen Schatten, und man kann bei klarem Wetter den Xantener Dom sehen. Und hier hinten ist es schön ruhig. Der Garten grenzt an ein Feld, wo höchstens mal der Bauer mit seinem Traktor langfährt.

Wie wichtig sind Obst und Gemüse im Familiengarten?
Es sollte auf jeden Fall etwas zum Naschen geben. In unserem kleinen Gemüsegarten wachsen ein paar Beerensträucher, aber auch Salat, Bohnen, Zucchini und Kohlrabi. Es macht einfach Spaß, selbst zu ernten. Auch wenn uns der Gemüsegarten im Sommer manchmal über den Kopf wächst!

Monika Müsken und Josef GrüttersSie haben sogar eine eigene Obstwiese.
Stimmt. Die haben wir als Ersatz für die sehr alten Kirschbäume auf dem Grundstück angelegt. Denn die werden leider von Jahr zu Jahr weniger. Auf unserer Obstwiese stehen Äpfel, Birnen, Pflaumen und auch wieder Kirschen. Wir ernten, so viel wir können, und bitten auch unsere Freunde dazu. Ein paar Kisten Äpfel und Birnen lagern wir ein. Die reichen dann bis Januar. Länger darf’s nicht sein, denn dann mag keiner mehr die schrumpeligen Äpfel essen …

Unter den Obstbäumen weiden Schafe. Sind das Ihre?
Nein, das wäre zu viel … Die gehören einem türkischen Schäfer. Er ist ganz froh, dass er ein paar seiner Tiere bei uns weiden lassen kann. Er kommt im Frühjahr, das ist immer ganz niedlich mit den Lämmern, und holt sie vor dem Winter. Ein gutes Arrangement, denn so brauchen wir nicht zu mähen.
Natalie Faßmann im Gespräch mit Monika Müsken

» Homepage: Grütters – Gärtner von Eden*

Ein Familiengarten im Wandel

Ein gut geplanter Familiengarten bleibt flexibel. Denken Sie bei der Planung nicht nur an die aktuellen Bedürfnisse der Kinder. Auch nach ein paar Jahren sollte der Garten Kindern und Eltern noch gefallen und Schaukel, Baumhaus und Sandkasten keine Fremdkörper im eigenen Garten sein. Denn werden die Kinder älter, ändern sich auch ihre Bedürfnisse.

» Bilder: Der Familiengarten im Wandel

Der Familiengarten Müsken/Grütters – die Fakten

Größe: rund 4000 Quadratmeter
Ausgangssituation: Das Grundstück war ein kleiner Selbstversorgerhof. Der Garten bestand nur aus einer Wiese mit ein paar Beeten drumherum.
Materialien: holländischer Klinker, gebrauchter Basalt-Lavastein, Staketenzaun aus Kastanienholz
Pflanzen: Obstbäume, Hecken aus Rotbuche, Hainbuche und Feldahorn, Bauernhortensien, Margeriten und Sonnenhut im Vorgarten, Zierlauch, Taglilien und Klatschmohn im Innenhof
Wunsch: Der Garten sollte auf keinen Fall nüchtern und geradlinig gestaltet werden und ein Ort zum Spielen und Experimentieren für die Kinder sein.
Herausforderung: Haus und Garten liegen in exponierter Lage auf einer Anhöhe der Sonsbecker Schweiz. Der Wind pfeift hier sehr stark und eine Einfriedung aus Hecken war gefragt.
(Alle Bilder Monika Müsken)

» Download: Der Plan zum Garten (PDF)


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