Senkgarten – Komfortzone im Grünen

Senkgarten im formalen Stil

Ein Wasserbecken, Klinkermauern, getrimmte Buchshecken – ein abgesenkter Garten im formalen Stil. Die Beetstauden und der Wilde Wein lockern die Strenge wohltuend auf.

Warum nur wagen sich bis heute so wenige Gartenbesitzer an die Gestaltung eines Senkgartens? Scheuen sie sich nur vor den baulichen Maßnahmen? Vielleicht muss man einmal Karl Foersters Meisterstück in Potsdam-Bornim gesehen haben, bevor die Entscheidung fällt, einen Teil des Grundstücks tieferzulegen.

Karl Foersters geniale Idee

In Foersters berühmter Gartenanlage, die ihm zu Schau- und Versuchszwecken diente, entstand um 1912 ein streng symmetrisch angelegter, rechteckiger Senkgarten mit Wasserbecken. Dieser war eine Weiterentwicklung der um 1900 zuerst in englischen Landhausgärten modern gewordenen „sunken gardens“.

Des Staudenzüchters Variante bestach vor allem durch den Kontrast zwischen der architektonischen Strenge des rechteckig angelegten Gartensund der überquellenden Pflanzenfülle. Aber am besten überzeugen Sie sich selbst davon, nehmen die Stufen hinunter in die Senke und lassen sich von den Farben, Formen und Düften verzaubern.

Viele interessante Gestaltungsmöglichkeiten

In der Gestalt von 1912 existiert die Anlage heute allerdings nicht mehr. In den 1930er Jahren ersetzte man die Böschungen durch Trockenmauern, wodurch zusätzliche Bepflanzungsmöglichkeiten entstanden. Das ist bereits eines der überzeugendsten. Das ist bereits eines der überzeugendsten Argumente für die Anlage eines Senkgartens.

Da dessen Seiten in verschiedenster Weise Sonne, Wind und Wetter ausgesetzt sind, lassen sich hier Pflanzenarten mitunterschiedlichsten Ansprüchen etablieren. An der warmen Südseite wachsen sonnenliebende Steingartenstauden, beispielsweise Polster-Phlox (Phlox douglasii), Spanisches Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus) und Felsen-Steinkraut (Aurinia saxatalis). Dazu kann man trockenheitsverträgliche Gräser kombinieren wie Moskitogras (Bouteloua gracilis) und Echtes Federgras (Stipa pennata).

Ist die Senke mit Natursteinmauern eingefasst, lassen sich auch die Mauerkronen und Fugen besiedeln. Wie wäre es mit Kartäuser- und Pfingst-Nelken(Dianthus carthusianorum, D. deltoides), Spinnweben-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) und Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)? An der kühleren, sonnenabgewandten Nordseite mögen es schattenverträgliche Arten wie Brauner Streifenfarn (Asplenium trichomanes) und Gelber Lerchensporn (Pseudofumaria lutea).

» Gärtnern in der Senke

Ein geschützter Gartenbereich für Mensch und Pflanze

Da in dem tiefer gelegten Garten insgesamt ein milderes Kleinklima herrscht, können hier auch empfindlichere Arten gepflanzt werden. Schließlich sind die Pflanzen Wind und Frost weniger stark ausgesetzt, und die einfassenden Mauern speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie abends nach und nach wieder ab.

An sonnigen, aber kühlen Herbst- und Frühlingstagen weiß das auch der Gärtner zu schätzen. Ganz besonders, wenn er sich hier gemütlich niederlassen kann. Mit seinen unterschiedlichen Höhen und nicht einsehbaren Bereichen sorgt ein Senkgarten zudem für eine optische Vergrößerung des Grundstücks – ideal für kleine Gärten.

Und ob Sie nun unten in der Senke stehen oder oben am Rand, der Blick auf die Pflanzen ist ein ganz anderer, eventuell auch spannenderer als der in der Ebene. Es lohnt sich also auf jeden Fall, in die Tiefe zu gehen, auch wenn dafür einige bauliche Maßnahmen anstehen.

» Illusionen - kleine Gärten größer erscheinen lassen

Wichtig ist die Entwässerung

Damit Sie nicht irgendwann im Nassen sitzen, denken Sie bei der Anlage eines Senkgartens unbedingt an die Entwässerung, denn in der Vertiefung kann sich schnell Oberflächenwasser sammeln. Ob eine Drainage ausreicht oder ob ein Ablauf eingebaut werden muss, hängt vom vorhandenen Untergrund ab und davon, wie sehr die Fläche später befestigt wird.

Platziert man in der Mitte der unteren Ebene einen Teich, kann ein großer Teil des Wassers dorthin ablaufen. Erdaushub, Errichten von Stützmauern, Verlegen einer Drainage odereines Wasserauslauf – da kommt einiges zusammen. Aber mit dem Engagement einer Garten- und Landschaftsbaufirma sind Sie auf der sicheren Seite. Und vielleicht kann man dann auch noch in100 Jahren die Treppen Ihres Senkgartens hinabsteigen.

Monica Lietzau


Karl Foersters Senkgarten

Über 100 Jahre alt ist des Staudenmeisters Senkgarten. Er schuf eine Bühne für seine Stauden, um sie richtig wirken zu lassen. In seinem Buch „Der Steingarten der sieben Jahreszeiten“ beschreibt Foerster vortrefflich, was den Senkgarten im Wesentlichen ausmacht:

„Teils aus Windschutzgründen, teils aus Beschaulichkeit versenkt man in der Nähe des Hauses einen kleineren Platz, der ringsherum in flachen Steingartenterrassen wieder zu normaler Gartenhöhe aufsteigt und manchmal auch – noch tiefer in das Bodenniveau eingelassen – ein Ufer- und Wassergärtchen enthält“.

» Lampe, Schere, Etikett
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