Immergrüne – sie geben dem Garten die Form

Es ist Herbst, die Blätter beginnen zu leuchten, der Nebel schafft eine gedämpfte Stimmung. Nun beginnt die Zeit der Immergrünen, die mit ihren langlebigen, grünen Blättern dem Garten Leben einhauchen.

Die Farben des Herbstes

September, Oktober, November, die Herbstmonate ziehen ins Land, der Garten verändert sich von Tag zu Tag. Laubgehölze schmücken sich mit buntem Herbstlaub, bevor es auf den Rasen trudelt. Leuchtende Früchte sind eine Attraktion für Mensch und Vogel. Die Stauden ziehen ihre Blätter für den Winterschlaf ein. Und Gräser wiegen ihre grafisch anmutenden Blütenrispen im Wind. Alles wandelt sich. Nur Buchs, Eibe und Co. bleiben unverändert grün.

Die immergrünen Gehölze sind das Grundgerüst des Gartens, als Hecke, als Solitär oder Beeteinfassung. Sie verschmelzen mit dem Garten, gehören fast zum Inventar. Doch im Spätherbst und Winter, wenn die bunten Farben weichen, treten sie aus ihrer Deckung hervor, werden sichtbar und übernehmen eine wichtige Rolle: Sie sind das Sinnbild dafür, dass der winterliche Garten lebt!

Buchs ist der Klassiker

Buchs und Eibe sind die Klassiker, wenn formale Gärten mit Hecken und Figuren ausgestattet werden sollen. Scherenkünstler verwandeln die sehr gut schnittverträglichen Gehölze in Kegel, Kugeln, Quader, Tiere oder Fantasiefiguren.

Gehölze mit besonderem Herbstlaub oder die seltenen Winterblüher werden vor dunkelgrünem Hintergrund, zum Beispiel vor Eibenhecken, platziert. Niedrige Buchseinfassungen geben Beeten und Rabatten einen Rahmen. Selbst jetzt lassen sie noch erahnen, wo einst im Sommer üppiger Rittersporn und Phlox blühten oder Gemüsebeete viele Früchte brachten.

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Alternativen zum Buchsbaum

Doch es muss nicht ausschließlich Buchs sein. Auch andere Gehölze trumpfen mit dauergrünem Blatt auf. Die Strauch-Heckenkirsche (Lonicera nitida) und die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) lassen sich ähnlich wie Buchs zu niedrigen Hecken formen.

Die Stechpalme (Ilex aquifolium) ist ein Solitärgehölz, dessen bestachelte Blätter einfach grün oder auch gelb oder weiß gerandet sein können. Die weiblichen Sorten tragen auffallend rote, lang haftende Früchte. Die breiten, flachen Zweige der Teppich-Zwergmispel (Cotoneaster dammeri) schmiegen sich an den Boden und bilden dichte, grüne Polster.

Hellrote Beerenfrüchte schmücken die Japanische Skimmie (Skimmia japonica) bis ins Frühjahr. Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) mit seinen großen, ledrigen Blättern ist schmucke und beliebte Solitär- wie Heckenpflanze, reagiert jedoch auf Barfröste mit trockenen, braunen Blättern.

Ins Reich der Immergrünen gehören auch einige Stauden: Immergrün (Vinca minor), Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens), Storchschnabel (Geranium macrorrhizum, G. cantabrigiense), Bergenien, Pachysandra, Schlangenbart (Ophiopogon), Lilientraube (Liriope) und verschiedene Nelken (Dianthus). Purpurglöckchen (z. B. Heuchera ‘Plum Pudding’) und einige Seggen (Carex) sind wintergrün. Ihre Blätter bleiben bis zum Frühjahr erhalten.

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Immergrün ist vielfältig

Als Bänder oder Inseln gepflanzt, machen Bergenie und Co. die Staudenrabatte selbst im Winter zum Hingucker. Auch wenn es der Name vermuten lässt: Immergrüne sind nicht immer grün. Vor allem unter den Koniferen finden sich stahlblaue, silbergraue und goldgelbe Variationen. Stahlblau sind zum Beispiel Schuppen-Wacholder ‘Meyeri’ (Juniperus squamata), Säulen-Wacholder ‘Skyrocket’ (J. scopulorum) und Kriech-Wacholder ‘Blue Chip’ (J. horizontalis). Die Nadeln des Virginischen Wacholders ‘Glauca’ (J. virginiana) sind silbergrau.

Manche gelbnadelige Sorte verblasst im Winter zu einem faden Gelbgrün. Leuchtend goldgelb bleiben u.a. Chinesischer Wacholder ‘Plumosa Aurea’ (J. chinensis), Lebensbaum ‘Rheingold’ (Thuja occidentalis), Hinoki-Scheinzypresse ‘Nana Aurea’ (Chamaecyparis obtusa) und Säulen-Eibe ‘Semperaurea’ (Taxus baccata). Seltener sind gelblaubige immergrüne Laubgehölze, u.a. Buchs ‘Aureovariegata’, Strauch-Heckenkirsche ‘Baggensen’s Gold’.

Immergrün ist nicht immer grün

Und selbst die unveränderlichen Immergrünen können sich wandeln, ihr Laub im Winter einfärben. Ungewöhnlich ist die Zwerg-Berg-Kiefer ‘Wintergold’ (Pinus mugo). Ihre im Sommer frischgrünen Nadeln färben sich erst nach den ersten Frösten ins Goldgelbe. Die Sorte ‘Grey Owl’ des Virginischen Wacholders und der Lebensbaum ‘Tiny Tim’ sind im Winter bronzerot.

Julianes Berberitze (Berberis julianae) und Kletternder Spindelstrauch (Euonymus fortunei) übertünchen ihre Blätter rötlich, die panaschierten Sorten des Spindelstrauchs sind gar rosa überhaucht. Mit einem zarten Rotbraun sind die glänzenden, ledrigen Blätter der Mahonien überzogen. Besonders intensiv ist die Sorte ‘Atropurpurea’. Auf den großen Bergenienblättern zeigt sich nach den ersten Frösten eine purpurne Winter- färbung. Besonders ausgeprägt ist sie an sonnigen Standorten und bei den Sorten ‘Abendglocken’ und ‘Admiral’.

Natalie Fassmann

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Praxis-Tipp

Immergrüne auch im Winter gießen!

Wie ärgerlich, wenn sich im Frühjahr an der Buchskugel oder der Zwerg-Kiefer braune Blätter und Nadeln zeigen, sich kahle Stellen breit machen! Die Immergrünen leiden unter winterlicher Trockenheit.

Im Gegensatz zu Laubbäumen behalten Immergrüne ihre grünen Blätter auch im Winter. Die Blätter sind aktiv, sie verdunsten Wasser, betreiben Photosynthese. Dafür brauchen sie Wasser, das die Wurzeln jedoch aus gefrorenem oder trockenem Gartenboden nicht liefern können. Bleibt das Wasser aus, vertrocknen Blätter, ganze Zweige. Wind und Wintersonne tun ihr übriges.

Der Schaden, die sogenannte Frosttrocknis, zeigt sich oft erst im Frühjahr. Gießen Sie darum Ihre immergrünen Gehölze an frostfreien Tagen. Schattieren Sie die Sträucher an sonnigen Tagen, wenn der Boden gefroren ist.
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