Illusionen – kleine Gärten größer erscheinen lassen

Wir Gartenmenschen stehen ja mit beiden Beinen fest im Leben. Jedenfalls lassen wir uns nicht so leicht etwas vormachen. Überraschungen mögen wir nicht? Oh, das ist schon etwas anderes, oder?

Wir lieben Überraschungen. Wenn zum Beispiel die aufgegebene Clematis zu neuem Leben erwacht, wenn die Spornblumen plötzlich wie von Zauberhand gesät am anderen Ende des Gartens auftauchen, oder der Blauregen nach Jahren des Wartens endlich, endlich blüht.

Spiegelungen lassen Räume größer wirken

Oder wenn wir zum ersten Mal in den Garten der Nachbarin kommen, der doch genauso klein wie der eigene sein muss: ist er aber nicht! In welche Trickkiste hat sie denn bloß gegriffen? Ist es gar Zauberei?

Hinterm Haus führt ein Weg zum Durchgang in den nächsten Garten. Dort sollte aber mein Garten sein! Dann fällt endlich der Groschen: Eine gern erzählte Geschichte ist doch die vom Gärtner, der in den selbst ersonnenen Spiegel lief. Weil er schon meinte, einen Durchgang in einen weiteren Garten vor sich zu haben.

Wer es nicht glaubt, der kann es selbst probieren: Ein Spiegel wird so platziert, dass er eine gut gestaltete Gartenpartie reflektiert, eventuell noch mit einem Weg, der geradewegs in den Spiegel führt.

» Sie geben dem Garten die Form: Immergrüne

Das Auge täuschen

Zu lebensecht darf das Spiel mit der Illusion dann aber doch nicht ausfallen. Es könnte den gedankenverloren schlendernden Gartenbesucher auf schmerzhafte Weise in die Gegenwart zurückbefördern. Oder einem niedlichen Sänger im Federkleid zum Verhängnis werden. Doch dazu später.

Das französische Trompe-l‘oeil, „täusche das Auge“ steht für eine Kunstrichtung, die mittels geschickter perspektivischer Darstellung eine nicht vorhandene Räumlichkeit vortäuscht.

Insbesondere die „Illusionsmalerei“, die einen Ausblick auf arkadische Landschaften vorgaukelte oder ungünstige Proportionen kaschierte, war während der Renaissance ein überaus beliebtes Stilmittel der Kunst.

Alternativen zum Spiegeltrick

Und was für Malerei und Architektur wichtig war, machte auch vor der Gartenkunst nicht halt. Und damit zurück in unseren kleinen, vielleicht auch noch ungünstig geschnittenen Garten. Der Trick mit dem Spiegel ist vielleicht die raffinierteste, längst aber nicht die einzige Möglichkeit. Um einen Garten weitläufiger erscheinen zu lassen, genügt es oft schon, einen Weg nicht schnurgerade von den Terrassentür zur hinteren Pforte laufen zu lassen. Er verschwindet hinter einer Biegung, weil eine prächtige Kolkwitzie „im Wege“ steht, und so könnte er schließlich endlos lang sein.

» Gestaltungstipp: Gemüse statt Stauden

Effektvoller Senkgarten und überraschende Gartenfenster

Sie mögen ihren formalen Garten mit dem schnurgeraden Weg durch buchsgesäumte Beete? Wie wäre es, wenn der mittlere Bereich zu einem Senkgarten gestaltet wird? Raum gewinnen lässt sich auf vielerlei Art. Eine Pergola, an deren hinterem Ende eine Skulptur, ein Trompe-l’oeil oder ein Spiegel die Neugier entfacht, ist die Ideallösung für wieder einen anderen Garten.

Gleich hinter der Hecke an der Grundstückgrenze geht ihr Garten in die Landschaft über? Dann sollte Hecke unbedingt Fenster haben. Sie gewähren einen Ausblick auf die Landschaft und schlagen sie außerdem noch optisch dem Garten zu.

Die Macht der Farben nutzen

Wundermittel der Illusionskunst sind Licht und Farben. Hierzu bedarf es nicht einmal baulicher Voraussetzungen. Allein durch die Wirkung der Farben können Sie die Proportionen eines Gartens verbessern, das Gefühl von räumlicher Tiefe erzeugen.

Probieren Sie es aus: Pflanzen sie im hinteren Teil des Gartens ein Beet mit Stauden oder Sommerblumen in blauen Tönen. Blau rückt ab, erzeugt das Gefühl von Distanz, während Rot, Orange und Gelb herandrängen. Machen Sie Ihren Garten nicht kleiner als er ist. Wer will schon immer und um jeden Preis in der ganz realen Welt zu Hause sein.

» Kontraste im Garten


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