Gemüse statt Stauden

Hätten Sie gedacht, dass Gemüsepflanzen so schön sein können, dass man eine Terrasse komplett mit ihnen gestalten kann? Eine Gemüse-Rabatte ist Gaumen- wie Augenschmaus.

Die Idee, Gemüsepflanzen in eine Rabatte zu setzen, ist gar nicht so neu. Gelbstielige, rotstielige und gar pinkfarbene Mangoldsorten haben sich schon vor einigen Jahren in sommerliche Staudenrabatten geschlichen. Den rotvioletten Krauskohl ‘Redbor’ kennen wir aus der Kombination mit Astern, Sonnenhut und anderen Herbststauden. Doch ein Beet nur mit Gemüse außerhalb des Küchengartens? Das scheint fremd.

Auswahlkriterien für schönes Gemüse

Probieren Sie es aus: Legen Sie mal ein Beet nur mit Gemüse als Sommerrabatte an. Versuchen Sie die Schönheit der einzelnen Gemüsearten hervorzuheben. Sie werden staunen, wie anders das Gemüse wahrgenommen werden wird. Denn losgelöst vom Nahrungsaspekt sind Kohl, Salat und andere Gemüse genauso schön und abwechslungsreich wie Stauden und Sommerblumen.

Das Gemüse wird hier vor allem nach Farbe und Struktur von Blättern, Blüten und Früchten ausgesucht, dann nach dem Nährstoffbedarf, ganz ähnlich wie man es bei Staudenrabatten macht. Und natürlich darf der Genuss nicht zu kurz kommen!

Der höchste Schmuckwert kommt den Blättern zu. Die Blattfarben changieren zwischen verschiedenen Grüntönen, Gelbgrün und Rotbraun. Seltener sind kräftiges dunkles Rot, z.B. bei der Roten Melde, und helles Silbergrau wie bei Artischocke und Kardone.

Ungewöhnlich vielgestaltig in ihrer Struktur sind die Blätter der Kohlfamilie: glatt und wachsig bei Kopfkohl und Rosenkohl, blasig aufgewölbt bei Wirsing, schmal und gekraust bei Grünkohl. Fenchel und Möhren haben fein gefiedertes Laub. Die Blätter von Lauch, Zwiebeln und Knoblauch sind rund oder abgeflacht, Gräsern ähnlich.

Aber auch Blüten und Früchte sind in ihrer Farbwirkung nicht zu unterschätzen. Spannend ist besonders der Übergang von der unreifen zur reifen Frucht. Auffällige Blüten haben z.B. Bohnen, Erbsen, Blumenkohl, Artischocken, Auberginen und Kartoffeln.

Im Sommer tragen Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Stangen- und Buschbohnen Früchte, die gelb, rot oder violett zwischen dem Grün der Blätter hervorleuchten. Setzen Sie die Gemüsesorten in Gruppen von drei, fünf oder sieben Pflanzen.

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Gestaltungstipps

Oder planen Sie gleich größere Flächen mit wenigen, dafür kontrastreichen Arten, zum Beispiel einen zweifarbigen Teppich aus Rotkohl und gelbgrünem Salat (z.B. ‘Australischer Gelber’). Der Salat wird nach wenigen Wochen geerntet und übrig bleibt eine rote Fläche, in die Sie Sommerblumen setzen können.

Wiederholen Sie Leitpflanzen wie Mais, Mangold, Kohl, Lauch oder Tomaten in regelmäßigen Abständen. Kombinieren Sie farblich passend dazu niedrige Gemüse wie Salate, Möhren und Rote Bete, Kräuter und Sommerblumen. Das gibt einer längeren Rabatte Ruhe. Erbsen, Stangenbohnen, Feuerbohnen und Gurken oder Kürbisse ranken an Obelisken empor und geben dem Beet eine vertikale Betonung.

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Schöne Gemüsebeete bis zum Herbst

Mit ein paar Tricks sieht die Gemüse-Rabatte bis in den Herbst hinein schick aus. Entscheidend ist hier die richtige Sorte: Herbst- und Wintergemüse stehen länger im Beet als Früh- und Sommergemüse, denn sie brauchen deutlich mehr Zeit, bis sie reif sind. Zu diesen langsamen Gemüsearten gehören Kopfkohl, Wirsing, Grünkohl und Rosenkohl, Möhren und Rote Bete.

Kopf- und Pflücksalate dagegen wachsen schnell und füllen das Beet, werden aber nach wenigen Wochen geerntet. Zudem neigt Salat zum Schossen, d. h., er setzt bei hochsommerlichen Temperaturen vorzeitig Blüten an. Wählen Sie darum bevorzugt schossfeste Ganzjahressorten wie ‘Merveille des quatre saisons’. Oder Sie setzen ab Juni Zichoriensalate wie Endivien und Radicchio. Diese neigen weniger zum Schossen. Und keine Sorge, wenn Salat zu blühen beginnt. In voller Blüte mit Dutzenden kleiner gelber Korbblüten macht der Salat den Sommerblumen sicher Konkurrenz.

Natalie Fassmann

Praxis-Tipps

• Halten Sie sich im Frühbeet immer einen kleinen Vorrat an Salatsetzlingen, um Lücken im Beet schnell zu füllen.

• Auch in der Rabatte an die Fruchtfolge denken: Dort, wo der Starkzehrer Kohl steht, werden im kommenden Jahr Mittelstarkzehrer wie Zwiebel, Möhre oder Salat gepflanzt.

• Kombinieren Sie zum Gemüse einjährige Kräuter und Sommerblumen mit essbaren Blüten, z.B. Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Borretsch.

• Der bunte Mix verwirrt Schädlinge und lockt viele Nützlinge an.

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