Ein Knotengarten aus Buchsbäumen – Schritt für Schritt

der Knotengarten sechs Jahre nach der Pflanzung

Der Knotengarten, erstellt nach einer alten französischen Vorlage, sechs Jahre nach der Anlage: ein echtes Schmuckstück!

Ein grünes Kunstwerk aus verschlungenen Buchsbaumbändern – das war lange Zeit der große Traum von Anja Hankeln. Hier zeigt die Gartenbloggerin, wie der Heckenknoten nach einer alten französischen Vorlage schließlich gelang.

» Immergrüne - sie geben dem Garten die Form

1 Ein Raster hilft, das ausgewählte Knotenmuster in den Garten zu übertragen. Zunächst auf der Skizze, dann auf der Beetfläche ein Gitterliniennetz anlegen, z. B. im Maßstab 1:15.

Im gezeigten Beispiel entsprechen 2 cm Rastermaß auf dem Papier 30 cm auf dem Beet. Hierfür Stäbe jeweils im Abstand von 30 cm in den Boden stecken und dazwischen helle Schnur einmal längs und einmal quer über die Fläche spannen.

2 Die skizzierten Linien lassen sich nun Feld für Feld vom Blatt auf den Boden übertragen. Gut eignet sich dafür Sand, den man zielgenau aus einer Flasche rieseln lassen kann. Darauf achten, dass erkennbar bleibt, welche Linien durchlaufen und welche unterbrochen werden.

3 Jetzt kann das Bepflanzen beginnen. Auf den Sandlinien schmale Gräben anlegen, die Buchsbäume dicht an dicht hinein setzen und gut andrücken. Dabei nicht auf die Markierungen treten! Tipp: Zuvor die Stäbe und Schnüre besser wieder entfernen.

4 Geschafft! Nach mehreren Stunden sind schließlich alle 440 Stück Buxus sempervirens arborescens im Boden. Das Knotenmuster ist noch lückig, aber schon deutlich zu erkennen. Zuletzt gründlich angießen.

5 Nach einem halben Jahr und dem ersten Schnitt ist der Buchsknoten bereits der attraktive Mittelpunkt des Gartens. Der Boden rund um die Pflanzen ist mit Pinienmulch bedeckt, dessen Farbton gut zur Klinkerwand des Hauses passt.

Wie bleibt der Buchs gesund?

Anja Hankeln betreibt den Gartenblog gartenbuddelei.blogspot.de seit 2008. Darin veröffentlicht sie inspirierende Ideen und berichtet von praktischen Erfahrungen aus ihrem rund 400 Quadratmeter großen Garten im westlichen Münsterland.

Dem Buchsbaum machen seit einigen Jahren Pilzkrankheiten und der Zünsler mächtig zu schaffen. Dennoch hatten Sie den Mut, diesen Knotengarten zu pflanzen.
… und das, obwohl ich das Buchsbaumsterben bereits im Garten hatte! Selbst die Gärtnerin, von der ich die Pflanzen bezog, wollte mich von dem Vorhaben abbringen. Doch was ich mir mal in den Kopf setze …

Und, zufrieden mit dem Ergebnis?
Durchaus. Im Winter sieht der Knoten zwar tatsächlich nicht ganz so gut aus. Dann zeigen sich verbräunte Stellen, besonders im Inneren, wo das Laub langsamer abtrocknet und der Pilz leichtes Spiel hat. Sobald ich aber im Mai die Schere ansetze, fällt alles Braune weg. Kurz darauf setzt ein kräftiger Neutrieb ein – und der Knoten präsentiert sich wieder in voller Schönheit.

Das genügt als Maßnahme?

Nicht ganz: Ab dem Frühjahr spritze ich vorbeugend mit Fungiziden, abwechselnd mit zwei verschiedenen Präparaten. Außerdem habe ich gute Erfahrungen mit Siapton gemacht. Das ist ein organisches Pflanzenstärkungsmittel mit natürlichen Eiweißverbindungen. Seine Wirkung setzt rasch ein, es fördert das Wachstum und stärkt die Pflanzen gegen Pilzbefall. Wichtig ist aber, dass man das Mittel ab dem Austrieb konsequent alle vierzehn Tage spritzt.

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Buchsbaumzünsler und Buchs-Alternativen

Der Buchsbaumzünsler hat sich in den letzten Jahren zu einem gefürchteten Schädling entwickelt. Wer diesen Schadschmetterling bereits im Garten hat, sollte die Sträuchlein frühzeitig auf überwinternde Larven untersuchen und Gespinste herausschneiden (über den Hausmüll entsorgen). Ab Mitte März werden die Raupen wieder aktiv. Den Buchs dann regelmäßig kontrollieren. Die empfindlichen jungen Raupen lassen sich gezielt mit einem Insektizid bekämpfen (z. B. Raupenfrei Xentari von Neudorff, ein nützlingsschonendes Bacillus-thuringiensisPräparat).

Haben die Tiere dagegen erstmal ein Gespinst gebildet, wird es deutlich schwieriger, ihnen beizukommen. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich, für die Neuanlage eines Knotengartens auf Buchs-Alternativen zu setzen. Sie sind allerdings oft kostspieliger:

Buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia ‘Nana’): stadtklimafest, anspruchslos und robust, aber mit Dornen! Wächst mehr breit als hoch.

Zwergberberitze (Berberis thunbergii ‘Kobold’, ‘Atropurpurea Nana’, ‘Bagatelle’): laubabwerfend, je nach Sorte dunkelrote Blattfarbe. Anspruchslos und robust, aber mit Dornen!  

Kletternder Spindelstrauch (Euonymus fortunei ‘Emerald‘n Gold’, ‘Emerald Gaiety’, beide buntlaubig, oder var. radicans, grünlaubig): anspruchslos und robust. Locker-und eher breitwüchsig. Daher öfter schneiden 

Japanische Stechpalme (Ilex crenata ‘Golden Gem’, ‘Glorie Gem’, ‘Robustico’, ‘Stokes’): ähnelt dem Buchs stark, jedoch nicht für sehr raue, windige Lagen oder kalkhaltige, schwere Böden geeignet. 

Eibe (Taxus baccata ‘Renkes Kleiner Grüner’): anspruchslos und robust, schatten- und windverträglich, für kalkhaltige Böden.

PraxisTipp: Der Handtuch-Trick

Einmal jährlich im Mai greift Anja Hankeln zum Akkutrimmer und bringt ihren Knotengarten wieder in Form. Zuvor legt sie ausrangierte Handtücher aus, zum Auffangen des Schnittguts.

So muss sie es nicht mühsam aus dem Mulch klauben.  Zudem kann pilzinfiziertes Material leicht eingesammelt und über den Hausmüll entsorgt werden.

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