Winterschutz im Garten

Schutzvlies für Gemüsepflanzen

Drahtbögen verhindern, dass das Vlies die Pflanzen berührt.

Irgendwann kommt er ganz sicher – der Frost: 23 Tipps, wie Sie Gemüsebeete, Stauden und Kübelpflanzen vor Kälte schützen können.

1. Grasdach für empfindliche Knospen:
Gräser mit fäulnisempfindlichen Knospen und Wurzeln werden im Herbst nicht zurückgeschnitten. Die abgestorbenen Halme halten wie ein Reetdach Feuchtigkeit fern. Einfach pyramidenförmig zusammenbinden.

2. Vlies für kühle Nächte:
Spätblühende Stauden wie Herbst-Astern oder Herbst-Chrysanthemen (Chrysanthemum x grandiflorum) fallen gelegentlich schon während der Blüte dem Frost zum Opfer. Das Abdecken vor kalten Nächten verlängert die Blütezeit.

3. Winterkulturen zudecken:
Beete mit überwinternden Kulturen wie Feldsalat und Spinat erhalten jetzt eine Abdeckung aus Vlies, z. B. über Drahtbögen. Späte Herbst- und Wintergemüsesorten wie Grünkohl oder Porree bis zur Ernte locker mit Vlies abdecken. Auch Lochfolie eignet sich. Unter ungelochter Folie würden die Temperaturen zu stark schwanken.

4. Anhäufeln: Das Herz von Mangoldpflanzen, die Veredelungsstelle von Rosen, die Knospen winterharter Fuchsien und auf dem Boden abgelegte Brombeerruten sind unter einer Bodendecke gut vor Kahlfrost geschützt.

5. Im Winter zur Miete: Eingegraben in einer Miete im Garten, zusätzlich gut abgedeckt mit Boden oder einer dicken Laubschicht, halten sich Knollen und Rüben wochenlang. Bei starkem Frost gelegentlich kontrollieren und die isolierende Abdeckung verstärken. Gasbetonsteine als stabile Einfassung isolieren zusätzlich. Tipp: Ein Funkthermometer zeigt die aktuelle Temperatur in der Miete an.

6. Einschlagen: Nicht sofort verzehrte Rüben, Möhren oder Sellerieknollen können im Keller in leicht feuchtem Sand eingeschlagen werden. Kartoffeln dagegen liegen am besten dunkel und luftig, zum Beispiel in Kartoffelkisten. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hält sich das Erntegut über Monate.

7. In den Schatten gestellt: Im Kübel sind selbst robuste Freilandgehölze mitunter frostempfindlich. Friert der Wurzelballen vollständig durch, können die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen, oberirdische Pflanzenteile trocknen dann schnell aus. Besonders gefährdet sind immergrüne Gehölze. Vor Wind und Sonne geschützt, zum Beispiel an der Nordseite einer Hecke oder dicht an der Hauswand, kommen sie leichter durch den Winter. Schon ein Paravent aus Haselrutengeflecht hält Wind und Sonne wirksam ab.

» Gartenpraxis: Winterschutz für Rosen

8. Mit Mützen schützen: Wer Kübelgehölze nicht geschützt aufstellen kann oder frisch ausgepflanzte Sträucher vor Winterschäden bewahren möchte, kann fertige Hauben aus Vlies oder Jute über deren Kronen stülpen.

9. Ausgraben: Die Knollen und Rhizome von Dahlien, Gladiolen, Canna, Calla und Oxalis (Sauerklee) sind im Boden vor leichtem Frost geschützt. Sobald aber das Laub die ersten Kälteschäden zeigt, ist es an der Zeit, das Wurzelwerk zügig auszugraben und bepflanzte Kübel ins Haus zu bringen. Dort halten sie sich bei 5–10 °C bis zum kommenden Frühjahr. Lose Knollen von Dahlien, Canna, Oxalis und Gladiolen lagern gut in Kisten mit trockenem Torf.

10. Glas hält Nässe ab: Petersilie wächst an milden Herbst- und Wintertagen unter einem einfachen Nässeschutz aus Karton und Glas weiter und kann jederzeit bequem geerntet werden. Im Gewächshaus steht Petersilie ebenfalls gut. Unter Glas treibt sie im kommenden Frühjahr schon sehr zeitig neue Blätter. Tipp: Auch Freilandkakteen brauchen einen Schutz vor Winternässe. Sie faulen sonst leicht.

11. Die Wurzeln wärmen: Die Ballen von Kübelpflanzen entweder eingraben oder mit Noppenfolie oder einen speziellen Kübelschutz (Fachhandel) vor großen Temperaturunterschieden schützen. Das Durchfrieren wird dadurch nicht völlig verhindert, aber verzögert.

12. Windbrecher: Koniferenreisig wie zum Beispiel Fichten-, Tannen- oder Eibenzweige lassen sich als Wind- und Sonnenschutz verwenden. An sehr windigen Orten stecken Sie deren unteres Ende in den Boden. Um die Kronen von Rosenstämmchen werden sie mit Schnur befestigt.

13. Empfindlichen Gemüsearten: wie Artischocken oder frostanfälligen Hortensien und winterharten Bananen hilft eine Schicht trockenes Laub über den Winter. Damit es nicht mit empfindlichen Blättern und Trieben in Berührung kommt, wird zunächst ein Korb über die Pflanze gestülpt. Dann rundherum im 10-cm-Abstand Drahtgeflecht aufstellen, Laub zwischen Geflecht und Korb und auf den Korb füllen, fertig!

» Gartenpraxis: Gemüsegarten im Winter planen

14. So reißt die Borke nicht: In Wintern mit kalten Nächten und sonnigen Tagen heizt sich die Borke von Obstbaumstämmen auf der Sonnenseite tagsüber stärker auf als auf der sonnenabgewandten Seite. Durch Ausdehnen und Zusammenziehen entstehen Längsrisse, die sogenannten Frostrisse. Streichen Sie die Stämme vorbeugend mit reflektierender weißer Baumfarbe oder schützen Sie die Stämme mit einer Schilfmanschette vor der Wintersonne.

15. Gewächshaus isolieren: Die frostfreie Saison in Gewächshäusern lässt sich verlängern, wenn sie eine Hülle aus Luftpolsterfolie bzw. Noppenfolie erhalten. Sie können die Folie mit speziellen Clips innen befestigen, dann hält sie länger. Außen befestigt, isoliert sie besser, ist aber Wind und UV-Strahlung schutzlos ausgesetzt. Der Gewächshaus- Sockel kann zusätzlich mit Styropor- Platten isoliert werden.

16. Das richtige Material: Eine Winterschutzabdeckung sollte luftig sein, damit sich darunter weder Schwitzwasser noch zu hohe Temperaturen entwickeln. Das könnte den vorzeitigen Austrieb provozieren. Die Pflanzen wären dann empfindlicher gegen Frost. Gut geeignet sind Jute oder Vlies, Stroh- oder Schilfmatten, Stroh und Holzwolle. Mit Herbstlaub geschützte Pflanzen und zusammengebundene Solitärgräser können zusätzlich mit wasserundurchlässiger Plane abgedeckt werden. Dann bleibt die Laubschicht trocken und isoliert besser.

17. Kälteschutz für empfindsame Naturen Bedingt winterhart – diese Angabe liest man öfter. Doch was bedeutet sie für die Praxis? Gärtner, die in sogenannten Weinbaulagen wohnen, sind meist fein raus: Bei ihnen kommen Wackelkandidaten wie Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica), Buschmalve (Lavatera olbia), Prachtkerze (Gaura lindheimeri), Schöterich ‘Bowles Mauve’ (Erysimum-Hybride ) oder großblumiger Bartfaden (Penstemon) oft unbeschadet über den Winter. Alle anderen müssen Vorkehrungen treffen.

Besonders längere Kahlfröste sind kritisch: Sie können tief in den Boden eindringen und die Wurzeln, außerdem die verholzte Triebbasis schädigen, also jene Bereiche, aus denen sich die Pflanze notfalls regenerieren kann. Daher gilt es, diese durch Abdecken mit trockenem Laub, Stroh, Nadelholzreisig oder Vlies zu schützen.

18. Buschmalven-Triebe schützen Mit Ausnahme von sehr rauen Lagen können Lavatera olbia-Hybriden in den Garten ausgepflanzt werden, an einen vollsonnigen Platz auf gut durchlässigem, frischem und sehr nahrhaftem Boden.

Aber auch da sollten die Pflanzen einen ausreichenden Winterschutz erhalten, z. B. durch einen etwa kniehohen Kragen aus Schilfrohr- oder Bambusmatten, der mit Nadelholz reisig gefüllt wird. Oder Sie drücken die Triebe der Buschmalve einfach vorsichtig zu Boden und decken das Ganze mit einer dicken Laub- oder Reisigschicht ab.

19. Wunderblume als Knollen oder Samen überwintern? Ihre Blüten öffnen sich erst am späten Nachmittag. Dann aber in einer Farbigkeit, die beeindruckt: weiß, gelb, rosa, magenta, oft auch zweifarbig getupft oder gestreift – den Namen Wunderblume hat sich Mirabilis jalapa redlich verdient!

Frosthart ist der reichblühende und wüchsige Nachtblüher und -dufter bei uns allerdings nicht. Wer ihn im kommenden Jahr erneut begrüßen möchte, gräbt die Wurzelknollen nach dem ersten Frost mit der Grabegabel vorsichtig aus. Achtung, sie können tief in den Boden reichen!

Die rübenförmigen Knollen der Wunderblume lassen sich wie die der Dahlien überwintern: in etwas trockene Erde oder Sand geschichtet und kühl, aber frostfrei, aufgestellt.

Alternativ Samen abnehmen und ab März auf der warmen Fensterbank aussäen. Die Samen fallen sehr reichlich an. Groß und schwarz glänzend sind sie kaum zu übersehen. Raus geht’s dann ab Mitte Mai.

20. Blumenzwiebeln in Töpfen Gefäße mit Tulpen und anderen Zwiebelblumen dürfen über den Winter weder durchfrieren noch zu nass stehen. Ein guter Platz ist in der Garage oder dick eingepackt unterm Dachvorsprung. 

21. Gesundungsschnitt für Päonien Es wird oft empfohlen, Stauden aus verschiedenen Gründen erst nach dem Winter zurückzuschneiden. Doch für manche ist dennoch der Rückschnitt im Herbst sinnvoll: Eine der häufigsten Erkrankungen bei Staudenpfingstrosen ist der Grauschimmel (Botrytis), der die Pflanzen im Frühjahr bei feuchter Witterung über die Knospen oder über die Stängelbasis befällt. Kranke Pflanzenteile vertrocknen bzw. faulen und sterben ab. Die Ansteckungsgefahr lässt sich jedoch deutlich verringern, wenn man im Herbst alle alten Blätter möglichst bodennah zurückschneidet. Das Schnittgut nicht auf den Kompost, sondern in die Biotonne geben! Außerdem zudringliche Nachbarpflanzen auf Abstand halten, damit das Laub rasch abtrocknen kann, und nur verhalten mit Stickstoff düngen.

22. Immergrüne Kletterpflanzen Beim Wässern der Immergrünen zum Schutz vor Frosttrocknis die Kletterer nicht vergessen, z. B. Kletterspindel, Efeu, Geißblatt (Lonicera henryi).  Sommerflieder, Straucheibisch, Bartblume und andere frostempflindliche Gehölze mit einer dicken Schicht Laub anhäufeln.

23. Das große Aufräumen Natürlich sollte nun nicht der ganze Garten aufgeräumt werden, nur alles an Gerätschaften, Gefäßen und Zubehör, was nicht mehr gebraucht wird. Die Staudenbeete etwa mit ihren interessanten Samenständen und Halmstrukturen bleiben unbehelligt. Leere Tontöpfe und Kübel am besten umgedreht an einem regengeschützten Platz auf Holzleisten stellen. Spaten, Grabegabel und Co. reinigen, gegebenenfalls entrosten und einölen. Wasserleitungen und Regentonnen entleeren. Pflanzenschutzmittel sichten: Abgelaufene Produkte über die Schadstoffsammelstelle entsorgen. Die restlichen an einem frostfreien, gut belüfteten und kindersicheren Ort aufbewahren.


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