Pflanzenschutz im Juli

Marienkäfer und Marienkäfer-Eier auf einer Pflanze

Die nützlichen Marienkäfer haben gelbe Eier wie der Kohlweißling. Doch die Eier des Marienkäfers sind glatt und nicht gefurcht wie die des Kohlweißlings.

Viele Schädlinge haben jetzt Hochkonjunktur. Wer die Symptome erkennt, kann die Schädlinge erfolgreich bekämpfen.

Plötzlich schlaff

An heißen Sommertagen lassen Gurken ihre Blätter hängen, erholen sich nachts jedoch meist wieder. Diese Welke kann durch überdüngte und damit „versalzte“ Erde oder durch Welkeerreger verursacht werden. Bei Letzteren verstopfen die Leitgefäße, sodass kein Wasser mehr transportiert werden kann. Kleine Faulstellen an den Trieben dehnen sich aus.

Am gefürchtetsten ist die Sklerotinia-Fäule, die ein weißes, watteartiges Pilzgeflecht auf Trieben und Früchten wachsen lässt, in dem kleine schwarze Körner, die Sklerotien, sitzen. Entfernen Sie kranke Pflanzenteile bzw. Pflanzen. Die Sklerotien dürfen nicht auf den Boden gelangen, denn sie sind bis zu zehn Jahre keimfähig. Versorgen Sie die Gurken vorbeugend optimal mit Nährstoffen und lüften Sie regelmäßig das Gewächshaus. Auch Tomaten und Salat sind Wirtspflanzen der Sklerotinia-Fäule.

Verticillium-Welke

Rötlich-braun färben sich die Berberitzenblätter, hängen schlapp herunter, manche fallen schon ab. Dabei waren es doch nur ein paar trockene Tage. Ob Gießen noch hilft? Nicht, wenn es die Verticillium-Welke ist. Die Infektion geschah schon längst unsichtbar über die Wurzeln oder den Wurzelhals.

Der Pilz wächst in den Wasserleitungsbahnen und verstopft sie. Wasser kann nicht mehr bis zu den Blättern gelangen, sie welken. Sofort die kranken Zweige tief zurückschneiden. Ist schon der ganze Strauch krank, wird er mit der Wurzel entfernt.

Auch empfindlich sind Japanischer Ahorn, Perückenstrauch, Liguster, Johannisbeere, Flieder und Schneeball. Weniger anfällig sind alle Koniferen, Scheinquitte, Zwergmispel, Buchs und Ilex.

Spinnmilben

Auf der Sonnenseite beginnt es. Nesterweise werden die Nadeln der Zuckerhut-Fichte schmutzig graugrün, gelbgrau und später braun. Die braunen Nadeln bleiben noch einige Zeit hängen, bevor sie abfallen. Nur unter der Lupe sind die winzigen Nadelholz-Spinnmilben zu erkennen. Die dünnen Spinnfäden, die sie zwischen den Nadeln spinnen, sieht man dagegen mit bloßem Auge.

Vor allem Fichten an trockenwarmen, halbschattigen bis schattigen Standorten sind gefährdet. Schon bei den ersten Anzeichen, dass Spinnmilben am Werk sind, sollte gehandelt werden, z. B. Spruzit Schädlingsfrei, Schädlingsfrei Careo. Auch bei Spinnmilben beliebt: Zwerg-Fichten, Scheinzypressen und Wacholder.

Blattläuse

BlattläuseDie Rosenknospen sind umzingelt von Hunderten Blattläusen, die sich am Pflanzensaft laben. Schnelle Hilfe ist gefragt: Ein scharfer Wasserstrahl spült die Pflanzensauger erst einmal ab. Wenn sie wiederkommen, helfen Mittel gegen Blattläuse (zum Beispiel Compo Schädlingsfrei Plus, Rosen-Schädlingsfrei Calypso).

Konzentrate sind oft günstiger als anwendungsfertige Präparate. Sie werden mit Wasser im angegebenen Verhältnis gemischt. Setzen Sie nur so viel Spritzbrühe an, wie Sie brauchen. Angaben dazu gibt’s in der Gebrauchsanweisung. Rühren Sie die Brühe gut um, bevor sie ins Sprühgerät gefüllt wird. Sprühen Sie die Rosen tropfnass ein, am besten an einem bedeckten Tag.

» Pilzkrankheiten und Schädlinge an Rosen

Apfelwickler fangen

Jetzt Wellpappegürtel am Apfelbaumstamm anbringen, um die erste Larvengeneration beim Verpuppen abzufangen. Volle Wellpappegürtel abnehmen. Auch den Lockstoff in den Pheromonfallen auffrischen, um die Männchen der nächsten Generation vom schönen Geschlecht abzulenken. Dann legen die Weibchen weniger Eier.

» Alte Apfelsorten

Gelbe Blätter und Staunässe

Gelbe Petunienblätter sind nicht nur ein Hinweis auf Stickstoff- oder Eisenmangel. Sie können auch durch Staunässe im Wurzelbereich entstehen, etwa nach längeren Regenfällen, durch zu häufiges Gießen oder wenn die Abzugslöcher verstopft sind. Setzen Sie die so geschädigten Pflanzen in frisches, trockenes Substrat.

Unsichtbare Schädlinge

Blüten entwickeln sich nach einem Wanzenstich nur noch einseitig weiter oder sterben im schlimmsten Fall ab.

Blätter können ebenfalls von Wanzen beschädigt werden. Sie sehen dann später aus, als ob sie angefressen wurden. Warum ist das so?

Klein, unauffällig und meist schon über alle Berge: Blattwanzen stechen die Zellen junger Blätter an und lösen damit eine Kettenreaktion aus. Die verletzten Zellen sterben ab, und das Gewebe wächst an dieser Stelle nicht weiter.

Es entstehen Löcher, die beim Wachstum des Blattes größer werden. Je jünger das verletzte Blatt ist, desto größer werden die Löcher. Das kann leicht mit einem Fraßschaden verwechselt werden.

Blätter und Triebspitzen können auch verkrüppeln. Die Wanzen selbst sind dann schon längst nicht mehr da, und die Rätselei über den Verursacher beginnt. Das Schadbild ist zwar sehr auffällig, aber selten sind die Pflanzen so schwer geschädigt, dass die Insekten chemisch bekämpft werden müssen.

Die häufigsten Durchlöcherer sind die Grüne Futterwanze und die Gemeine Wiesenwanze, die ab April im Garten unterwegs sind.

Gekräuselte Johannisbeerblätter

Blattläuse saugen jetzt an den jüngsten Johannisbeerblättern, die sich stark kräuseln. Eine Behandlung mit Insektiziden ist an den Kräuselblättern kaum möglich. Schneiden Sie stark befallene Triebspitzen heraus. Sie würden sowieso spätestens beim Rückschnitt nach der Ernte eingekürzt werden.

Wie Zylinderputzer in Orange - kleine Raupen an Ahornblättern

Die puscheligen Raupen der Ahorn-Rindeneule arbeiten sich jetzt von Ahornblatt zu Ahornblatt. Sie sind noch bis September unterwegs, auch an Eichen, Rosskastanien, Rotbuchen, Weiden, Haseln, Goldregen und Rosen.

Im Herbst verpuppen sie sich an der Stammbasis in einem sehr festen Kokon aus Holzspänen und den eigenen Haaren. Bei Gefahr rollen sich die Raupen ein.

Nur junge Bäume sind bei Kahlfraß gefährdet. Entfernen Sie die Raupen frühzeitig, dann sind keine anderen Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig. Vorsicht: Die Haarbüschel können bei Berührung allergische Reaktionen hervorrufen!

Kohlweißling bekämpfen und Marienkäfer-Eier erkennen

Im Juni und Juli schwärmen Kohlweißlinge (Bild) und Kohleulen aus, um ihre Eigelege auf Weißkohl und Co. abzulegen.

Deshalb wird empfohlen, häufig die Blätter, auch die Unterseiten, zu kontrollieren und die Eier zu zerstören.

Außerdem sollten die noch kleinen Räupchen abgesammelt werden.



Auf Eiersuche: Unterschiede zwischen den Eiern von Kohlweißling und Marienkäfer

Kohlweißling:
Seine kegelförmigen Eier (Bild rechts) mit Längsrippen sind anfangs grünlich, später gelb. In Gruppen von 10 bis 60 Stück.

Achtung - Verwechslungsgefahr! Auch die nützlichen Marienkäfer haben gelbe Eier wie im großen Foto ganz oben zu sehen ist. Sie sind jedoch glatt und nicht gefurcht wie die des Kohlweißlings.

» Insektenhotel - Einladung für Nützlinge


Kohleule:
Ihre halbkugeligen Eier (Bild links) sind weißlich-gelb bis grau mit einem braunen Fleck im Zentrum. Gelege mit bis zu 100 Eiern.

» Schichtwechsel im Gemüsegarten





Und außerdem im Juli

Kraut- und Braunfäule: Kranke Blätter und Früchte entfernen, vorbeugend behandeln, zum Beispiel mit Rosen- und Gemüse-Pilzfrei Rospin.
Kohlweißlinge: Gelbe Eigelege zerdrücken, gelbgrüne Raupen absammeln. Raupen mit B.t.-Präparaten (zum Beispiel Dipel ES) oder Bio-Schädlingsfrei Neem biologisch bekämpfen.
Malvenrost: Blätter mit goldgelben Punkten und bräunlichen Pusteln abpflücken und entsorgen. Noch gesunde Blätter vorbeugend mit Rosen-Pilzfrei Folicur oder Pilzfrei Saprol behandeln. 
Gartenlaubkäfer:  Gegen seine Larven können nun wieder nützliche HM-Nematoden auf gelbe Rasenstellen gegossen werden. Auch gegen die Larven von Wiesenschnaken können im Juli nützliche Nematoden ausgebracht werden.
Reife und überreife Beerenfrüchte regelmäßig ernten, um der Kirschessigfliege keine Nahrung zu bieten.
Madige Kirschen und Pflaumen aufsammeln und entsorgen.

» Monats-Tipps: Der Nutzgarten im Juli
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