Gründüngung

Gründüngung

Senf und Phacelia sind schnellwüchsig und eignen sich für eine Gründüngung.

Wenn Sie Ihren Gartenboden einmal richtig verwöhnen möchten, gibt’s nur eins: eine wohltuende Gründüngungs-Kur. Das kostengünstige Wellnessprogramm aus schnell wachsenden Pflanzen kann auf allen ungenutzten Flächen gesät werden und über Wochen oder auch Monate ohne Pflegeaufwand gute Dienste leisten.

Gründüngung hat viele Vorteile

Durch den dichten grünen Teppich wird unerwünschtes Beikraut unterdrückt und zugleich das Auswaschen wertvoller Nährstoffe aus dem sonst nackten Boden verhindert.

Die Gründüngungspflanzen wirken als Nährstoff-Fänger, reichern im Falle der Leguminosen sogar weiteren Stickstoff an, und geben diesen erst später, nach Einarbeitung und Zersetzung, wieder an nachfolgende Pflanzengenerationen ab – einem natürlichen Langzeitdünger gleich.

Darüber hinaus sind Gründünger wertvolle Pioniere auf strukturgeschädigten Böden. Mit ihrem tiefreichenden Wurzelsystem lockern und lüften Ölrettich und Luzerne stark verdichteten Grund und ermöglichen so erst den späteren Anbau von Nutzpflanzen.

Andere Arten wie Phacelia oder Winterwicke bilden reichlich Blatt- und Blütenmasse und versorgen dadurch ausgelaugten Sandboden mit Humus. Nicht zu vergessen die Tagetes, die Bodennematoden bekämpft. Die Vorteile sind vielfältig, fest steht auf jeden Fall: Langfristig angewandt führt Gründüngung nachweislich zu höheren Erträgen.

» Übersicht: Diese Pflanzen eignen sich für eine Gründüngung

Ungeliebte Verwandschaft

Werden auf einer Fläche Jahr für Jahr Vertreter der selben Pflanzenfamilie angebaut, reichern sich bestimmte Schaderreger im Boden an (zum Beispiel Kohlhernie und Nematoden). Außerdem können, insbesondere bei den Legumiosen, Wurzelausscheidungen zu Selbstunverträglichkeiten führen.

Daher sollten innerhalb einer Pflanzenfamilie Anbaupausen von etwa drei bis vier Jahren eingehalten werden. Das heißt konkret: Vor und nach Kreuzblütlern wie Kohlgewächsen, Rettich und Radieschen dürfen weder Senf, Ölrettich noch Raps gesät werden. Vor und nach Bohnen und Erbsen ist die Fläche für Klee, Wicken und Lupinen tabu.

Ideale Gründüngerpflanze für den Gemüsegarten: Phacelia. Sie ist mit keinem bekannten Gemüse verwandt. Auch Buchweizen kann, außer um den Rhabarber herum, immer und überall gesät werden. Tagetes gehört zwar zur gleichen Familie wie Salat und Artischocke, bekämpft aber schädigende Wurzelnematoden äußerst effektiv.

» Gründüngung mit Buchweizen

Stickstoffsammler

Luft besteht zu 78 % aus Stickstoff. Ein unerschöpfliches Nährstoffreservoir – doch sind nur wenige Pflanzen in der Lage, dieses auch anzuzapfen. Nur Leguminosen, also Hülsenfrüchtler wie Bohnen, Erbsen, Lupinen, Klee und Wicken, haben eine Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien entwickelt, die elementaren Luftstickstoff in pflanzenverfügbares Ammoniak bzw. Ammonium umwandeln.

Sie leben in knöllchenartigen Wurzelverdickungen ihrer Partnerpflanzen (mit zunehmender Vergrößerung von 1 bis 3. In 3 sind die Bakterien als braune Punkte erkennbar.).

Werden diese schließlich (am besten nach einer Überwinterung) umgebrochen, gelangt der angesammelte Stickstoff in den Boden. Bis zu 20 g pro Quadratmeter können so zusammenkommen. Da Knöllchenbakterien auf ausreichend Kalium und Phosphor im Boden angewiesen sind, empfiehlt sich vor der Leguminosen-Aussaat das Ausbringen von Steinmehl oder Algenkalk.

» Kompost: Gold des Gärtners

Aussaat

Die Mehrzahl der Gründünger kann ab März/April gesät werden. Ein gelockerter, möglichst unkrautfreier, gewässerter Boden ist für einen guten Start wichtig, danach bleiben die Pflanzen weitestgehend sich selbst überlassen.

Im September können noch winterharte Arten wie Weidelgras, Inkarnatklee oder Winterraps gesät werden, Winterroggen und Winterwicke auch noch im Oktober.

Senf, Ölrettich und Ringelblume können ebenfalls im Herbst in den Boden, frieren aber über den Winter ab. Letztere sollten gewählt werden, wenn eine zeitige Frühjahrsaussaat gewünscht ist. Frostfeste Pflanzen können bis April/Mai des Folgejahres auf dem Beet bleiben.

Umgraben – wann und wie?

Gründünger können Wochen und Monate stehen bleiben oder schon kurz nach dem Auflaufen eingearbeitet werden – je nachdem, wann die Fläche benötigt wird. Sehr junges Grün wird als Ganzes umgebrochen. Schon zwei bis drei Wochen später ist das Beet bereit zur Neueinsaat.

Älteres, hochgewachsenes, verholztes Material wird zuerst gemäht. Dann sollte es anwelken und zerkleinert werden. Einiges davon wandert auf den Kompost oder dient als Mulch. Nur ein Teil wird oberflächlich eingearbeitet. Je schwerer der Boden, desto weniger tief darf das Material in die Erde, da es sonst wegen Sauerstoffmangel zu Fäulnis kommen kann.
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