Das große Krabbeln

Vom Ei bis zum kleinen Marienkäfer: Die gelblichen Eier werden in kleinen Gruppen abgelegt. Aus ihnen schlüpfen kleine Larven, die einen großen Appetit auf Blattläuse haben und die sich nach einiger Zeit in eine orangerote Puppe verwandeln. Aus dieser schlüpft dann der Käfer, der anfangs noch keine Punkte hat.

Weit über 400.000 Käferarten tummeln sich auf unserer Erde. Wir stellen Ihnen ein paar Exemplare vor, die häufig im Garten zu finden sind und irgendwie besonders beeindrucken – im positiven wie auch negativen Sinne.

Marienkäfer und andere Nützlinge

So hoffnungslos der Kampf gegen Nacktschnecke, Blattlaus & Co. oft auch aussehen mag – die Natur hat uns nicht allein gelassen. Neben großen Fraßfeinden wie Meise, Igel oder Spitzmaus haben die lästigen Gartenbewohner zahlreiche Widersacher, die ihnen auf Augenhöhe begegnen.

So haben Berechnungen ergeben, dass die Nachkommen eines einzigen Marienkäfer-Weibchens pro Vegetationsperiode zusammen etwa 130.000 Läuse vertilgen. Findige Biologen sind deshalb auf die Idee gekommen, die kleinen Nützlinge zu vermarkten.

Und so kann man sich heute im Internet-Versandhandel die Larven von Zweipunkt- und Siebenpunkt-Marienkäfern (Adalia bzw. Coccinella) gegen Blattläuse bestellen. Dazu Australische Marienkäfer (Cryptolaemus) gegen Woll- und Schmierläuse oder Kugelmarienkäfer (Chilocorus) gegen lästige Deckelschildläuse.

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So fühlen sich die kleinen Helfer wohl

In einem giftfreien (!), halbwegs naturnahen Garten stellen sich kleine Helfer aber auch von ganz alleine ein, darunter eifrige Schneckenfresser!

So ernähren sich die Larven von Glühwürmchen (auch das sind Käfer) während ihrer drei- bis vierjährigen Entwicklungszeit ausschließlich von den lästigen Schleimern, sowohl den nackten als auch denen mit Haus. Auch die Larven von Weich- und Laufkäfern fressen Schnecken und Würmer.

Sie alle sind aber nicht käuflich, sondern siedeln sich nur dort an, wo sie geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Dazu gehören Stein-, Laub- oder Asthaufen als Versteckmöglichkeit für die meist nachtaktiven Jäger. Glühwürmchen und Weichkäfer brauchen außerdem Blumenwiesenstreifen, in deren Wurzelfilz sie ihre Eier ablegen können.

Entwicklungsstadien eines Siebenpunkt-Marienkäfers

Ein Weibchen legt bis zu 1500 gelbliche Eier in kleinen Gruppen auf Blattunterseiten ab. Aus ihnen schlüpfen 1,5 mm kleine, räuberische Larven, die im Laufe der Zeit auf das 10fache ihrer Größe anwachsen. Schließlich verwandeln sie sich in eine schrumpelige, orangerote Puppe, aus der der Käfer (anfangs ohne Punkte) schlüpft.

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Die netten Müllmäner

Auf dem Komposthaufen im Garten landet zuweilen allerlei schwer Verdauliches. Holzreste und Sägemehl zum Beispiel, oder auch Filterpapier. Kaum ein Tier ist in der Lage, die faserige Zellulose, aus der Holz oder Papier bestehen, zu verwerten und in wertvolle Komposterde umzuwandeln.

Die Larven einiger weniger Käferarten jedoch verfügen über diese Gabe. Der etwas korpulente, bis zu 4 cm große Nashornkäfer gehört zum Beispiel dazu, dessen Männchen die beeindruckenden, namensgebenden Kopfhörner tragen. Ein anmutiges, vollkommen harmloses Tierchen.

Stößt man beim Kompostumschichten versehentlich auf seine Larven, erschließt sich ihr sympathischer Charakter jedoch nicht gleich: Die walzenförmigen, schmutzig weiß gefärbten Engerlinge entwickeln sich bis zu fünf Jahre im Boden und erreichen dabei eine stolze Länge von bis zu 12 cm!

Ihr erschreckendes Äußeres und die Ähnlichkeit mit schädlichen Käferlarven hat schon einige von ihnen das Leben gekostet. Dabei ernähren sie sich ausschließlich von bereits abgestorbenem, angemodertem Material, wie es eben auf dem Kompost zu finden ist. Überdies stehen sie unter strengem Naturschutz.

Käferlarven und ihr Fundort

Dasselbe gilt für den Gold-Rosenkäfer. Der hübsche, goldgrün schimmernde Brummer erreicht etwa 2 cm Größe, seine Larven etwa das Doppelte.

Nach ihrer langen Entwicklungszeit im Verborgenen leben die Käfer selbst nur noch kurze Zeit. Der Nashornkäfer nimmt überhaupt keine Nahrung mehr zu sich. Der Rosenkäfer labt sich an Pollen und Nektar, ohne dabei nennenswerten Schaden anzurichten.

Sollten Sie also demnächst auf einen dicken Engerling treffen, bedenken Sie bitte: Die ungelenke Käferlarve ist nur wenig mobil und hält sich somit zeitlebens dort auf, wo ihre Nahrung zu finden ist. Das heißt: Käferlarven, die im Erdboden unter Gehölzen, Stauden oder Rasen sitzen, gehören vermutlich den Wurzelfressern an – Achtung! All jene aber, die sich im Kompost tummeln, tun ein gutes Werk und sollten unbedingt geschont werden.

Wurzelfresser: Dickmaulrüssler und Gartenlaubkäfer

Sie gehören zu den wirklich hartnäckigen Plagen im Garten: Dickmaulrüssler (Bild) und Gartenlaubkäfer.

Ihre weißlichen, braunköpfigen Larven sehen denen von Nashornkäfer & Co. zwar recht ähnlich, bleiben aber mit 1 bis 2 cm Länge deutlich kleiner.

Die Larven des Dickmaulrüsslers und des Gartenlaubkäfers haben vor allem ganz andere Ernährungsgewohnheiten: Sie fressen lebende Wurzeln. Zu finden sind sie deshalb nicht im Kompost, sondern im Boden unter ihren Futterpflanzen. Beim Dickmaulrüssler sind das vorzugsweise Gehölze mit derbem Laub wie Rhododendron, Kirschlorbeer oder auch Rosen.

Die Gartenlaubkäferlarven machen sich dagegen über Graswurzeln her. Kümmerliche, welke Gehölze bzw. Rasensoden, die sich ab Mitte Juli gelb färben und schließlich wie ein Teppich abgezogen werden können, sind die Folge.

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Nützlinge gegen Wurzelfresser

Was also tun? Zum Glück gibt es einen natürlichen, überaus effektiven Gegenspieler dieser Plagegeister, den Fadenwurm Heterorhabditis. Nur einen Millimeter groß, dringt er in die Körperöffnungen der Larven ein und bringt sie innerhalb von 2 bis 3 Tagen zum Absterben. Diese für andere Lebewesen vollkommen ungefährlichen Fadenwürmer können im Gartencenter oder beim Nützlingsversand bestellt und einfach mit dem Gießwasser ausgebracht werden.

Gegen die ausgewachsenen Käfer wirken sie nicht. Diese machen sich durch Blattfraß ebenfalls unbeliebt und sollten, schon allein um einer weiteren Larvenproduktion entgegenzuwirken, abgesammelt werden. Beim nachtaktiven Dickmaulrüssler, der sich bei Gefahr sofort fallen lässt, ist das recht einfach: Den Boden unter dem befallenen Strauch mit Planen abdecken und das Geäst abends im Schein der Taschenlampe einmal kräftig durchschütteln.
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