Das große Buchssterben

Cylindrocladium buxicola, so heißt der Pilz, der unseren Buchsbäumen so zusetzt. Besonders gefährdet sind die beliebten Einfassungshecken, die Kugeln, Quader und Kegel. Es liegt an ihrer durch den regelmäßigen Schnitt stark verdichteten Krone. Die Blätter stehen so dicht beieinander, dass sie nach einem Regenschauer nur langsam abtrocknen können. Doch hält sich die Feuchtigkeit länger als fünf Stunden auf den Blättern, kann der Pilz in das gesunde Blatt eindringen, und die Krankheit beginnt sich auszubreiten. Als hochanfällig gelten die häufig für Einfassungen verwendeten Sorten ‘Suffruticosa’ und ‘Blauer Heinz’. Auch Buchs im Kübel ist empfindlich, da er durch den beengten Wurzelraum und Trockenheit gestresst ist.

Wie macht sich eine Erkrankung bemerkbar?

Zunächst zeigen sich auf den Blättern orange-braune Flecken. Innerhalb weniger Tage fallen die kranken Blätter ab, danach sterben die Triebe. Typisch sind dunkle, fast schwarze Streifen und Flecken auf den Trieben. Nur bei hoher Luftfeuchte entsteht auf der Blattunterseite ein weißer Pilzbelag.

Gibt es ein Pflanzenschutzmittel?

Nein – aber! Wer seinen Buchs gegen Echten Mehltau behandelt, bekommt als Nebenwirkung auch einen Schutz vor dem Triebsterben (z. B. mit Ortiva Spezial Pilzfrei von Compo, Fungisan Rosen-Pilzfrei von Neudorff). Doch auch das hilft nur, wenn vorbeugend behandelt wird. Kranke Teile einer Buchspflanze werden nicht mehr gesund! Der Neuaustrieb wird alle 10 bis 14 Tage wiederholt behandelt.

Wie schützen Sie Ihren Buchs am besten?

Reinigen Sie nach jedem Schnitt und jedem Buchsbaum die Schere. Spiritus desinfiziert, wenn die Klinge mindestens eine Minute eingetaucht wird.
Versorgen Sie die Sträucher optimal mit Nährstoffen und Wasser
Gießen Sie die Buchsbäume nicht „über Kopf“.
Wählen Sie einen windoffenen, sonnigen Standort, wo die Blätter schnell abtrocknen können.
Kaufen Sie keinen neuen Buchs, wenn Sie bisher noch keine Probleme mit dem Buchssterben im Garten haben.

Was tun, wenn‘s meinen Buchs erwischt hat?

Schneiden Sie kranke Triebe bei den ersten Symptomen großzügig heraus, auch wenn es bei den Buchs-Figuren schmerzt. Kranke Pflanzen aus einer Hecke ebenfalls entfernen.
Räumen Sie krankes Laub und Falllaub weg. Kämmen Sie die Blätter mit den Händen aus der Krone und lesen Sie Laub vom Boden auf. Auf den kranken Blättern haften Sporen, mit denen sich der Pilz verbreitet.
Pflanzen Sie keinen Buchs an der gleichen Stelle, wo schon ein Buchs am Triebsterben eingegangen ist. Der Pilz kann bis zu vier Jahre im Boden überdauern.

Gibt es weniger empfindliche Sorten oder Alternativen?

Das Buchssterben trifft alle Buchsarten. Doch hat sich in den letzten Jahren eine kleine Gruppe weniger anfälliger Sorten herauskristallisiert. Dazu gehören: ‘Elegantissima’, die Varietät „arborescens“ und die Buxus microphylla-Sorten ‘Faulkner’, ‘Brno’ und ‘Herrenhausen’. Für Topiari und Kugelformen ist die Eibe (Taxus baccata) ein guter Ersatz. Bei den niedrigen Einfassungshecken wird es schwieriger. Gut schnittverträglich und immergrün sind Ilex aquifolium ‘Heckenzwerg’, Japanische Stechhülse (Ilex crenata), Eibe ‘Kleiner Grüner’ und Thuja occidentalis ‘Mecki’ und ‘Tiny Tim’.

» Dünger und Pflanzenschutz: Alle Themen in der Übersicht
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