Buchs, bist du noch zu retten?

Frühlingsgarten mit Buchsbaumhecken

Der Buchsbaum ist aus vielen Gärten kaum wegzudenken. Doch leider machen ihm insbesondere der Buchsbaumzünsler und das Buchsbaumsterben zu schaffen. Es gibt aber einige Vorbeugungsmaßnahmen. Foto: iVerde

Seit etwa zehn Jahren hat es der Buchsbaum in unseren Gärten nicht mehr leicht. Das früher so wunderbar unkomplizierte immergrüne Gehölz wird mehr und mehr zum Opfer zweier eingeschleppter Plagen: Buchsbaumsterben und Buchsbaumzünsler.

Die Wissenschaftler nahmen beide Schädiger genauestens unter die Lupe. Nicht ohne Erfolg, denn heute gibt es verbesserte Strategien, um vorzubeugen und gezielt zu bekämpfen.

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Buchsbaumzünsler - gefräßige Raupen in Gespinsten

2007 hörte man erstmals in Baden-Württemberg von dem Falter und seinen gefräßigen Raupen. Ihre Heimat ist Ostasien, wo sie Buchs, Ilex und Euonymus kahl fressen. Bei uns ist momentan nur der Buchs ihre Leibspeise.

Die letzte Generation der Raupen überwintert in Gespinsten im Buchsbaum. Bei 10 °C Außentemperatur, etwa ab Mitte März, werden sie munter und fressen weiter an den Blättern. 2 bis 3 Generationen folgen im Jahr. Die Raupen verbergen sich in einem schützenden Gespinst im Innern des Strauchs.

Jetzt wichtig: Buchs auf Gespinste mit überwinternden Larven kontrollieren. Schieben Sie dazu auch dichte Hecken und Figuren auseinander. Gespinste herausschneiden und im Hausmüll entsorgen. Ab Mitte März auf aktive Larven achten.

» Hilfe für Buchsbäume und Informationen zum Buchsbaumzünsler

Was Sie tun können: Sammeln Sie Larven und Puppen frühzeitig ab. Es gibt Pheromonfallen mit dem synthetisierten Sexualpheromon der weiblichen Falter, mit denen der Falterflug überwacht werden kann. So können Sie gezielt Insektizide gegen die empfindlichen jungen Raupen einsetzen, etwa das nützliche Bakterium Bacillus thuringiensis (z. B. RaupenFrei von Neudorff).

Einfache Lichtfallen, wie sie zur Insektenabwehr genutzt werden, zeigen ebenfalls Wirkung gegen die Falter. Nützliche Nematoden der Art Steinernema carpocapsae können die Larven dezimieren. Nur braucht es dafür ein spezielles Trägermaterial, damit die Nematoden, die sonst auf den Boden gegossen werden, im Strauch lange genug überleben, um die Raupen zu infizieren.

Haben die Raupen erst einmal ein Gespinst gebildet, wird ihre Bekämpfung schwieriger. Denn das Gespinst muss zunächst mit hohem Wasserdruck zerstört werden, bevor Pflanzenschutzmittel sinnvoll eingesetzt werden können.

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Augen auf beim Buchsbaumkauf!

Schauen Sie sich Buchsbäumchen in der Gärtnerei oder im Gartencenter genau an: Sie sollten gesunde Blätter und Triebe haben. Verdächtige Pflanzen mit welken Blättern, Gespinsten oder anderen Krankheitssymptomen im Zweifelsfall stehen lassen.

Kaufen Sie Buchs auch nicht aus Kostengründen beim Discounter. Die Pflanzen stammen meist aus Massenvermehrung und werden mit Fungiziden gesund gehalten. Holen Sie sich den Buchs besser in Markenbaumschulen. Sie können auch von eigenen gesunden Pflanzen im Spätsommer Stecklinge nehmen.

» Stecklingsvermehrung von Buchsbaum


Buchsbaumsterben - ein Pilz als Auslöser

Seit 2004 hält der Pilz Cylindrocladium buxicola die Buchsliebhaber in Atem. Die Pflanzen vertrocknen reihenweise.

Mittlerweile weiß man mehr darüber, wie der Schadpilz den Buchs infiziert und wie er sich ausbreitet. Er braucht mindestens 5 - 7 Stunden anhaltende Feuchtigkeit auf den Blättern, wie z. B. durch länger andauernde Regenphasen, um in gesunde Blätter einzudringen.

Schon eine Woche nach der Infektion sind die ersten braunen Blattflecken zu sehen. Bei warmen Temperaturen um die 25 °C breitet sich der Pilz schnell in der Pflanze aus: erkennbar an mehr und mehr braunen, welken Blättern, massivem Laubfall und schwarzen Längsstrichen an den Trieben.

Seit Kurzem ist bekannt, dass der Buchs die Infektion auch in sich tragen kann, ohne dass sie sofort ausbricht. Das ist besonders fatal bei neu gekauften Pflanzen! Es gibt leider keine resistenten Sorten.

Einige reagieren besonders empfindlich wie die verbreiteten ‘Suffruticosa’ und ‘Blauer Heinz’. Andere Sorten haben sich in den letzten Jahren als weniger empfindlich herausgestellt: Buxus microphylla ‘Herrenhausen’, ‘Brno’ und ‘Faulkner’.

Was Sie tun können:
Planen Sie Neupflanzungen an windoffenen, sonnigen Standorten, an denen die Blätter rasch abtrocknen können. Gießen Sie nicht über die Blätter, sondern besser in den Wurzelbereich. Säubern und desinfizieren Sie zwischendurch gegebenenfalls Schnittwerkzeuge und Hände, wenn Sie mehrere Buchsbäume schneiden.

Sobald sich erste Symptome zeigen, werden die kranken Triebe und das Falllaub sofort entfernt. Auch die oberste Erdschicht sollte ersetzt werden, da hier Dauersporen mehrere Jahre lang überdauern können. Geben Sie krankes Pflanzenmaterial nicht auf den Kompost, sondern in den Restmüll.

Gesunde bzw. gesund geschnittene Buchsbäume können vorbeugend mit einem Fungizid behandelt werden, vor allem während feuchter Witterungsphasen (z.B. mit Duaxo Universal Pilzfrei von Compo oder Pilzfrei Saprol von Celaflor). Bei bereits erkrankten Pflanzen wirkt das leider nicht mehr.


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Weitere Mitbewohner: 

Volutella-Zweigsterben
Die Blätter werden fahlgrün, vertrocknen und bleiben zunächst hängen. An den Trieben bilden sich krebsartige Geschwüre. Kranke Triebe unterhalb der Befallsstelle und Falllaub entfernen. Auf ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen achten.

Buchsbaumrost
Vor allem an alten Buchsbäumen entwickeln sich auf den Blattunterseiten im Herbst die auffälligen, braunroten Sporenpolster. Krankes Laub entfernen.

Buchsbaum-Spinnmilbe
Sie tritt vor allem an Kübelpflanzen auf trockenwarmen Terrassen auf. Die Blätter sind weißlich gesprenkelt, Gespinste sind kaum zu sehen.

Buchsbaumblattfloh
Löffelförmig gebogene Blätter und weiße Wachsfäden sind sein Markenzeichen. Durch die Saugtätigkeit der Blattflöhe ist der Zuwachs reduziert. Befallene Triebspitzen im Spätsommer abschneiden und wegräumen.
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