Ameisen - ganz schön stark

Themen: Ameisen
Ameisen in Blüte

Blütentrinker: Mit ihren Zungen lecken Ameisen Blütennektar auf. Dabei nehmen sie auch unfreiwillig Pollenkörner mit, die sie zur nächsten Blüte tragen. Auf diese Weise tragen sie auch zur Bestäubung bei.

Ameisen können nützliche kleine Helfer bei der Bodenverbesserung und dem Pflanzenschutz sein. Ein Waldameisenvölkchen erbeutet bis zu 100 000 Insekten und andere wirbellose Tiere pro Tag. Darunter auch Konkurrenten des Gärtners, wie die gefräßigen Kohlweißlingsraupen. Andere Ameisen sammeln Aas auf oder zerlegen es, räumen Fallobst und andere Gartenabfälle weg. Ihre Beute bringen sie in ihre teils unterirdischen Nester und reichern den Boden so mit Humus an.

Gewichtheber

300 bis 500 mg kann eine Ameise tragen. Das entspricht etwa dem 30- bis 50fachen ihres Gewichts. Das ist möglich, weil die Muskelkraft proportional zur Querschnittsfläche eines Muskels ist. Kleine Tiere haben deshalb stärkere Muskeln im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht.

Blattlaus-Beschützer

Rote Waldameise und Schwarze Gartenameise lieben Honigtau. Den sondern Blattläuse und andere Pflanzensauger ab, während sie Pflanzensaft trinken. Die Liebe geht so weit, dass die Ameisen die Blattlauskolonien hegen und pflegen und auch gegen Feinde verteidigen. Im Kampfgefecht kneifen die roten Waldameisen den räuberischen Marienkäfern schon mal kurzerhand die Beine ab.

Aufgabenteilung im Ameisenstaat

Ameisen leben in sogenannten Staaten mit einem Kastensystem mit fruchtbaren Königinnen, die ständig Eier legen, fruchtbaren Männchen, die nach dem Begattungsflug sterben, und unfruchtbaren Arbeiterinnen.

Die Arbeiterinnen ihrerseits haben feste Aufgaben wie Brutpflege, Erweiterung des Nestes, Verteidigung, Nahrungssuche und Betreuung der Blattlauskolonien. Die Individuenzahl in den Völkern schwankt, auch gibt es oft mehrere Königinnen nebeneinander in einem Ameisenbau.

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Im Garten unterwegs – drei Ameisenarten und ihre Vorlieben

Die Schwarze Gartenameise (Lasius niger) macht Jagd auf Insekten, trinkt den Honigtau von Blattläusen, Schildläusen und Blattflöhen und verteidigt sie. Sie lebt in Nisthöhlen unter Gehwegplatten. Die Rote Knotenameise (Myrmica rubra) ist ein Allesfresser, der Aas, Insekten und Blütennektar futtert. Die Gelbe Wegameise (Lasius flavus) lebt in Nisthöhlen im Rasen und hält sich unterirdische Wurzellauskolonien. Sie ernährt sich von deren Honigtau.

Der Blumentopf-Trick

Dieser einfache Trick lässt Ameisen mit etwas Glück ein neues Zuhause finden. Weichen Sie einen Tontopf 24 Stunden lang in Wasser ein. Dann wird Zeitungspapier oder Holzwolle hineingestopft und Marmelade oder Zuckerwasser darüber geträufelt. Stellen Sie den Topf umgekehrt neben das Nest, zum Beispiel auf die Kreuzfuge einer Terrasse.

Wenn die Ameisen möchten, ziehen sie innerhalb weniger Tage samt Larven und Puppen ins neue Quartier um. Der Topf wird dann mit einem Spaten aufgenommen und an einen anderen, weniger störenden Platz gesetzt, z.B. auf einen Komposthaufen.

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Ameisenstraße

Ameisen orientieren sich an Düften. Wenn sie eine Nahrungsquelle finden, legen sie mit Pheromonen eine Duftspur zurück zum Nest. Die anderen Ameisen reagieren darauf und markieren ihrerseits die Straße mit Pheromonen, während sie das Futter ins Nest tragen.

Wenn eine Ameisenstraße über Ihre Terrasse verläuft, können Sie sich das zunutze machen. Unterbrechen Sie die Ameisenstraße z. B. mit stark duftenden Kräutern wie Lavendel und Wermut, oder legen Sie Zitronenschale oder Zimtpulver aus.

Ameisen sind seine Leibspeise

Der Grünspecht füttert seine Jungen fast ausschließlich mit Ameisen. Auch er selbst ist dem Krabbelgetier verfallen. Anders als andere Spechte ist er oft am Boden unterwegs und sucht nach Ameisennestern. Er merkt sich ihre Position und findet sie selbst unter einer Schneedecke wieder. Um ans leckere Futter zu kommen, gräbt er Gänge in die Ameisenhügel und tastet sie dann mit seiner langen, empfindlichen Zunge ab. Die Ameisen haben keine Chance, denn sie  bleiben an der Spechtzunge einfach kleben.

Nicht wundern - sondern staunen

Ameisen helfen bei der Vermehrung mancher Pflanzen, die relativ klein sind und zum Beispiel auf Waldböden wachsen, wo der Wind kaum zur Verbreitung der Samen beitragen kann. Zu diesen Pflanzen gehören zum Beispiel Busch-Windröschen, Alpenveilchen und Schneeglöckchen.

An den Samen dieser Pflanzen befindet sich ein nahrhafter Fettkörper, Elaiosom genannt. Dieses energiereiche Anhängsel ist bei Ameisen sehr beliebt: Es lockt die kleinen Tiere an, die die Samenkörner dann in ihr Nest transportieren, um die Elaiosome dort zu verspeisen oder zu verfüttern.

Die Samen werden nicht gefressen und können dann später keimen. Manchmal werden die Anhängsel auch schon während des Transportes von den Ameisen gefressen und die Samen bleiben dann liegen. So können sie mit einiger Entfernung von der Elternpflanze keimen, ohne mit ihr in Konkurrenz zu treten.

» Tanz der Windröschen
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