Hart im Nehmen – kleine Gehölze für Topf und Kübel

Calluna in dekorativem Kasten

Kleine immergrüne Gehölze bringen das ganze Jahr über Farbe auf Balkon und Terrasse. Fotos: iVerde

Bevor die Temperaturen deutlich unter null Grad fallen, ziehen frostempfindliche Kübelpflanzen ins Winterquartier um. Gäbe es da nicht die winterfesten Gehölze, sähe es in der kalten Jahreszeit auf Balkon und Terrasse ziemlich leer und traurig aus.

Insbesondere immergrüne Nadelgehölze bieten sich hier an, denn sie zeigen auch im Winter ihre Statur. Zudem wachsen sie recht langsam und brauchen nicht jedes Jahr einen neuen Topf.

Eine kleine Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) als Stämmchen zum Beispiel kann mediterranes Flair verbreiten. Sie erinnert mit ihrer schirmartigen Krone an eine Pinie.

» Topfgarten pflegen

Die Formenvielfalt der Nadelgehölze nutzen

Beeindruckend ist die Sortenpalette verschiedenster Wuchsformen und Nadelfarben. Kaum größer als einen Meter wird zum Beispiel die Nestfichte (Picea abies ‘Nidiformis’). Sie wächst anfangs kissenförmig mit nestartiger Vertiefung, später rundlich kompakt. Ebenso klein bleibt Juniperus communis ‘Compressa’, eine schmal-säulenförmig wachsende Zwergform des Heide-Wacholders.

Egal ob immergrün oder laubabwerfend: Da Rhododendren ein kompaktes, flaches und feines Wurzelwerk besitzen, eignen sie sich gut für die Kübelverwendung.

Viele sehr winterharte Sorten kratzen kaum an der Ein-Meter-Marke. Vor allem in der Gruppe der Japanischen Azaleen wird man fündig. Die halbimmergrünen Sträucher wachsen meist in die Breite, fast kissenartig.

» Frostschäden an Gehölzen vermeiden

Interessante Rinde

Ebenso interessant für die Kultur im Kübel sind auch die Laubgehölze. Viele haben mehr als Blütenpracht und attraktives Herbstlaub zu bieten. Cornus sanguinea ‘Winter Beauty’, ein Roter Hartriegel, beeindruckt im Winter mit orangegelben Trieben. Kerria japonica ‘Pleniflora’, der Gefüllte Ranunkelstrauch, fällt mit kräftig grünen Trieben auf und Euonymus alatus, der Flügelspindelstrauch, mit schmalen, flügelartigen Korkleisten.

Dichtbelaubte und großkronige Bäume sind nicht zu empfehlen, weil sie im Kübel nicht ausreichend standfest sind. Geeignet sind kleine mehrstämmige Bäume oder Sträucher wie beispielsweise die farbenfrohen Bauern-Hortensien. Edel wirkt die Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens ‘Annabelle’). Sie wird etwa 1,5 m hoch. Oder soll es doch ein Bäumchen sein?

Die Hängende Kätzchenweide ‘Pendula’ bleibt mit 1,5 m ziemlich klein. Tipp: Stämmchen lassen sich hübsch unterpflanzen. Im Frühling sind Zwiebelblüher schöne kleine Partner, später dann Sommerblumen, Stauden oder Gräser.

Winterhärtezonen helfen bei der Auswahl

Rosen sind sehr anspruchsvoll bezüglich des Substrats und der Nährstoffversorgung. Außerdem kommt es im Kübel rasch zu Bodenmüdigkeit. Die Rosen wollen dann nicht wachsen und bilden kaum Blüten.

Den Naschkatzen empfehlen wir Stachel-, Johannis- und Jostabeeren sowie Kulturheidelbeeren. Die Liste geeigneter Gehölze für die Kübelverwendung ist selbstverständlich noch viel länger.

Bevorzugt werden Arten und Sorten aus den Winterhärtezonen 1–5. Da der größte Teil Deutschlands in Zone 7 liegt, also mindestens 2 Zonen höher, und damit wärmer, sollten die Gehölze unter normalen Umständen unsere Winter überstehen.

Pflanztipps für Kübelgehölze

Doch egal wie winterhart, schwach- und langsamwüchsig die Gehölze sind, damit die Kultur im Kübel gelingt, gilt es einiges zu beachten: Beachten Sie die Lichtansprüche und pflanzen Sie in gutes, auf die Bedürfnisse der Gehölze abgestimmtes Substrat. Geeignet sind nur frostbeständige Gefäße.

Vorsicht bei konischen oder zylindrischen Kübeln! Werden sie kopflastig bepflanzt, können sie leicht umkippen. Denken Sie an den Wasserabfluss und an eine Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Umgepflanzt wird alle zwei bis drei Jahre. Das neue Gefäß sollte 2–4 cm größer im Durchmesser sein. Alternativ kann auch der Wurzelballen verkleinert werden.

Kübelgehölze erfordern beim Gießen ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl als ihre im Garten ausgepflanzten Verwandten. Doch mit der Zeit weiß sicher jeder Topfgärtner, wann seine Lieblinge durstig sind.

Monica Lietzau


Extra-Wissen

Im Winter gut verpackt

Auch Gehölze, die als winterhart gelten, benötigen Winterschutz. Damit der Wurzelballen nicht durchfriert, kann er mit Strohmatten, Luftpolsterfolie o. ä. ummantelt werden.

In Frostzeiten sollten zudem die oberirdischen Pflanzenteile der Immergrünen vor der Wintersonne geschützt werden, z. B. mit einem Vlies. Es kann sonst zu Trockenschäden kommen. Viele Pflanzen erfrieren nicht, sondern vertrocknen im Winter.

Besonders immergrüne Pflanzen können schnell unter dieser sogenannten Frosttrocknis leiden: Wenn der Topfballen gefroren ist und dann auch noch die Sonne scheint, transpirieren die Blätter Wasser. Dieses Wasser kann aber aus dem gefrorenen Boden nicht nachgeliefert werden. Im Garten können die Wurzeln dagegen in größere Tiefen reichen. Als Folge des begrenzten Wurzelraums vertrocknen Pflanzen, die in Kübeln wachsen, im Winter schneller. Am besten ist es deshalb, sonnige Standorte zu vermeiden oder die Pflanzen an sonnig-kalten Tagen entsprechend zu schützen. An frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen.

Die Veredlungsstellen an Rosen benötigen ebenfalls Frostschutz (mit Erde anhäufeln), die neuen Triebe und Knospen mit Reisig- oder Tannenzweigen einpacken.

» Winterschutz für Gehölze
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