Traumgarten auf steirisch

Der Garten von Susanne Reitbauer

Wer kommt beim Anblick der fast mediterran anmutenden Szene schon auf den Gedanken, dass dieser Garten in Österreichs grünem Herz angelegt wurde? Bilder: Susanne und Ulrike Reitbauer

Es waren gewiss nicht die allerbesten Voraussetzungen, auf die ich meinen Traum vom eigenen Garten gründete. Aber die Begeisterung fürs Gärtnern war groß und der Wille stärker als die Widrigkeiten. Wer die Steiermark kennt, weiß, dass der Schnee manchmal schon im September kommt und der Winter schier endlos dauert. Meinen Mann amüsiert es stets, wenn ich mit meiner Tochter Ulrike die im Winter geplanten neuen Beete in den Schnee trete, weil einfach die Geduld nicht hält, bis das Frühjahr kommt. Längst nämlich gestalten wir den Garten gemeinsam.

Gärtnern auf 700 Metern Meereshöhe

Der erste Spatenstich in meinem Garten liegt mittlerweile zwanzig Jahre zurück. Dutzende von Gartenbüchern habe ich seither gelesen, und mehrere Tonnen Steine wurden bewegt. Unser Grundstück liegt auf einem ehemaligen Bachbett. Auch das hatten wir gar nicht bedacht, als ich die ersten Bäume pflanzen wollte: Mit der Spitzhacke bereiteten wir die ersten Pflanzlöcher vor. Im Nachhinein allerdings erwies sich der geröllreiche Untergrund sogar als vorteilhaft. Angesichts der Schneemengen, die im Frühjahr dahinschmelzen, ist guter Wasserabzug ein Geschenk. Und wie die Erfahrung lehrt, ist auch der viele Schnee gar nicht so übel: Wir gärtnern auf 700 Metern über Seehöhe, die Winter sind rau. Da ist der Schnee der beste Winterschutz.

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Anfangs hielt ich es für wenig aussichtsreich, einen Rosengarten anzulegen, aber ich versuchte es doch. Und hatte Erfolg. Eine meiner besten Rosen ist ‘Leonardo da Vinci’, eine moderne Züchtung des französischen Züchters Meilland. Obwohl die Sorte nicht mit Duft punkten kann, auf den ich normalerweise großen Wert lege, habe ich sie gleich im Dutzend eingesetzt, sogar als Stämmchen. Sie ist einfach wundervoll in Blatt und Blüte und trotzt jedem Wetter. Die Ramblerrose ‘Bobby James’ hat mittlerweile den alten Lindenbaum mit Beschlag belegt, und sogar Englische Rosen, wie die wundervolle ‘Queen of Sweden’, ‘Mary Rose’ oder ‘Eglantyne’ haben sich etabliert. Sie verschwinden im Winter zur Gänze unter der Schneedecke, um im Frühjahr unversehrt wieder zum Vorschein zu kommen. Dennoch: Den Stamm und die Krone schütze ich vorsichthalber mit einer Vlieshaube.

Der Traum vom Gartenteich

Einige Tage sind wir so im Herbst damit beschäftigt, unsere Pflanzen winterfest zu machen: Damit unsere Rhododendren nicht von den Schneemassen erdrückt werden, schlagen wir um jeden einzelnen Strauch mehrere Pfeiler in den Boden, an denen wir die Pflanzen festbinden. Das hat sich bewährt. Winterruhe oder gar Langeweile kehrt aber auch danach nicht ein: Die Nistkästen sind zu kontrollieren. Davon gibt es ungezählte im Garten. Der Andrang ist groß, und wir erleben hin und wieder, dass sich ein Vogelpärchen im Postkasten vor der Haustür häuslich niederlässt oder Fledermäuse hinter den Rollläden einziehen. Sollen sie nur, der Garten ist für alle da. Weil wir ein komfortables Insektenhotel eingerichtet haben und außerdem viele gefiederte Freunde nach dem Rechten sehen, können wir auf Spritzmittel gut verzichten. Lediglich gegen Blattkrankheiten an meinen Rosen setze ich ein altes Hausmittel ein: Ich besprühe die Pflanzen mit einer 1:10-Mischung aus Milch und Wasser. Meist hilft es. Unser Gartenteich hat sich, so wie wir es erträumt haben, sehr natürlich entwickelt, und jedes Jahr freuen wir uns auf das erste Froschkonzert. Libellenlarven bei ihrer erstaunlichen Metamorphose zu beobachten, überwältigt uns immer wieder. Sogar unsere zutage geförderten Felssteine bieten Kurzweil: Wir haben sie in der Sonne aufgeschichtet und größere Steine als Blickfänge platziert. Die Echsen nutzen sie gern als Sonnenbank. Wozu sollen wir das Glück mit dem Fernrohr suchen?
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